Hermle: Maschinenbauer leidet unter den Folgen der Corona-Pandemie

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Der schwäbische Maschinenbauer Hermle hat durch die Corona-Pandemie hohe Einbußen hinnehmen müssen. Das zeigen die jetzt veröffentlichten Halbjahreszahlen. (Foto: Rawpixel.com / Shutterstock.com)

Zu den Branchen, die besonders stark unter der Corona-Pandemie und dem Lockdown zu leiden hatten, zählt der Maschinenbau. Auch die börsennotierte schwäbische Maschinenfabrik Berthold Hermle aus Gosheim wurde von der Corona-Pandemie heftig durchgerüttelt, wie die jetzt veröffentlichten Halbjahreszahlen zeigen.

So waren beim schwäbischen Maschinenbauer im ersten Halbjahr 2020 Auftragseingang, Umsatz und Ergebnis deutlich rückläufig. Bevor ich Ihnen die neuesten Zahlen näher erläutere, möchte ich Ihnen das Unternehmen aus Gosheim kurz vorstellen.

Hermle AG – ein kurzer Überblick

Die heutige Maschinenfabrik Berthold Hermle AG wurde bereits im Jahr 1938 von Berthold Hermle gegründet. Das Unternehmen firmierte damals als „Berthold Hermle Schraubenfabrik und Fassondreherei“ (Formdreherei).

1957 startete Hermle mit der Produktion von Fräsmaschinen. Das Unternehmen wurde 1990 zur Maschinenfabrik Berthold Hermle AG umfirmiert und ging am 10. April 1990 an die Börse. Die Vorzugsaktien des Unternehmens werden im geregelten Markt der Börsen Stuttgart und Frankfurt gehandelt. Die Hermle AG zählt heute zu den Weltmarktführern für Fräsmaschinen und ist mehrheitlich im Familienbesitz.

Weltweit sind mehr als 27.000 Hermle-Maschinen im Einsatz. Am Stammsitz in Gosheim und im benachbarten Zimmern werden Fräsmaschinen und Fräsbearbeitungszentren entwickelt und produziert. Die qualitativ hochwertigen Maschinen finden ihren Einsatz in High-Tech-Branchen wie Medizintechnik, Optik, Luftfahrt, Auto, Rennsport sowie bei deren Zulieferern.

Auf internationaler Ebene ist Hermle mit einem gut ausgebauten Netz von Werksvertretungen für Beratung, Lieferung und Service in über 50 Ländern der Erde vertreten. Das Unternehmen beschäftigt aktuell mehr als 1.300 Mitarbeiter. 2019 erzielte Hermle einen Umsatz von 463,1 Mio. Euro und ein Betriebsergebnis vor Steuern von 114,1 Mio. Euro.

Deutliche Einbußen bei den Halbjahreszahlen

Im 1. Halbjahr 2020 erwirtschaftete Hermle einen Umsatz von 160,9 Mio. Euro. Im Vergleich zum ersten Halbjahr 2019 sank der Umsatz recht deutlich um 30,6%. Von Januar bis Juni 2020 belief sich das Betriebsergebnis auf 29,8 Mio. Euro, was einen Rückgang von 31,2% bedeutete.

Auch der Auftragseingang sank in den ersten 6 Monaten des laufenden Jahres recht deutlich. Gemessen am Vergleichszeitraum des Vorjahres fielen die Auftragseingänge um 45,5% auf 119,4 Mio. Euro.

Trotz der Corona-bedingten Einbußen beim Umsatz und Ergebnis blieb die Vermögens- und Finanzlage des schwäbischen Mittelständlers im 1. Halbjahr solide: Mitte 2020 verfügte Hermle über liquide Mittel in Höhe von 130,5 Mio. Euro (zuvor 107,5 Mio. Euro) und eine sehr solide Eigenkapitalquote von 75,8% (zuvor 72,3%).

Für das Gesamtjahr prognostiziert das Hermle-Management, dass der Konzernumsatz um rund 50% und das Betriebsergebnis hierzu überproportional abnehmen werden. Aufgrund der sehr soliden finanziellen Ausstattung und der hohen Flexibilität geht das Unternehmen davon aus, nach der Krise wieder voll durchzustarten zu können.

Auch ich gehe davon aus, dass Hermle nach Beendigung der Corona-Pandemie wieder zu alter Form zurückfinden wird. Langfristig orientierte Anleger mit etwas Mut können schon jetzt bei Hermle einsteigen. Etwas konservativere Anleger sollten meines Erachtens erst einsteigen, wenn das Unternehmen operativ wieder in der Erfolgsspur ist.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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