Hersteller Desinfektionsmittel: Hartmann und Reckitt

Reckitt Beckinser RED – shutterstock_761246035

Lernen Sie jetzt 2 Unternehmen kennen, die von der derzeit immensen Nachfrage nach Desinfektionsmitteln profitieren. (Foto: Casimiro PT / shutterstock.com)

Gestern habe ich Ihnen hier im Schlussgong mit Roche, Qiagen und Amazon drei Unternehmen vorgestellt, die aus unterschiedlichen Gründen auch während der Corona-Pandemie wachsen können. Heute stelle ich Ihnen zwei weitere Kandidaten vor.

Es handelt sich dabei um ein deutsches Unternehmen, das unter Börsianern recht unbekannt ist, obwohl es ein Milliardenkonzern ist und ein britisches Unternehmen, das auch kaum jemand kennt, obwohl wir fast alle regelmäßig Produkte dieses Unternehmens nutzen.

Paul Hartmann

Der deutsche Mittelständler Paul Hartmann profitiert vom gestiegenen Schutzbedürfnis der Menschen und das sogar doppelt. Denn Paul Hartmann bietet neben Atemschutzmasken auch Desinfektionsmittel an.

Die Hartmann-Tochter Bode Chemie produziert das bekannte Desinfektionsmittel Sterillium, das in Krankenhäusern und Arztpraxen zur Desinfektion der Hände zum Einsatz kommt. Sowohl Atemschutzmasken als auch Desinfektionsmittel werden derzeit sehr stark nachgefragt und sind vielerorts auch schon vergriffen.

Die Paul Hartmann AG ist die wahrscheinlich unbekannteste börsennotierte AG in Deutschland, die gleichzeitig mehr als 1 Mrd. Euro Umsatz und mehr als 1 Mrd. Euro Marktkapitalisierung aufweisen kann.

Das Unternehmen war und ist bei Insidern so begehrt, weil das Geschäftsmodell langweilig, aber solide und wenig zyklisch ist (also nicht von der Konjunkturentwicklung abhängt). Die Hartmann-Gruppe stellt professionelle Systeme für Wundbehandlung, Inkontinenzversorgung und Infektionsprophylaxe her.

Ergänzend bietet das Unternehmen ein medizinisches Sortiment für Konsumenten sowie Pflege- und Kosmetikprodukte an. Sie kennen vielleicht die Erste-Hilfe-Sets von Hartmann und die Kneipp-Produkte aus dem Drogeriemarkt (Kneipp ist seit 2008 eine 100%-Tochter von Hartmann).

Reckitt Benckiser

Auch beim Sagrotan-Hersteller Reckitt Benckiser heißt es, dass die Fabriken auf vollen Touren laufen. Die Nachfrage nach Desinfektionsmitteln ist laut einer Konzernsprecherin sehr stark angestiegen. Daher hat Reckitt Benckiser bereits vor Wochen die diesbezüglichen globalen Produktionskapazitäten spürbar hochgefahren.

Reckitt Benckiser entstand im Dezember 1999 aus der Fusion der britischen Gesellschaft Reckitt & Colman mit dem niederländischen Unternehmen Benckiser NV. Der Hauptaktionär von Reckitt Benckiser war lange Zeit die deutsche Familie Reimann.

Der Ursprung der Beteiligung der Familie Reimann an Reckitt Benckiser ist folgender: Im Jahr 1851 gründete der Chemiker Karl Ludwig Reimann zusammen mit Johann Adam Benckiser in Ludwigshafen eine Chemiefabrik.

Daraus entstand das Unternehmen Benckiser, das später mit Reckitt & Colman fusionierte. Der daraus entstandene britische Konzern Reckitt Benckiser ist heute weltweiter Marktführer bei Haushaltsreinigern und führender Hersteller von Wasch-, Putz- und Reinigungsmitteln.

Die Marke Sagrotan besitzt in Deutschland seit Jahrzehnten (und damit schon weit vor der Corona-Krise) einen Kult-Status, während der britische Hersteller Reckitt Benckiser (RB) relativ unbekannt ist.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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