Hertz-Pleite als Chance für Sixt

Sixt – shutterstock_232569424 Ekaterina Lin

Der US-amerikanische Autovermieter Hertz muss Insolvenz für das Nordamerika-Geschäft anmelden. Sixt dürfte davon profitieren. (Foto: Ekaterina Lin / Shutterstock.com)

Kürzlich habe ich Ihnen hier im Schlussgong über die Insolvenz der Restaurantkette Vapiano berichtet und auch über die Comeback-Chancen des deutschen Autovermieters Sixt. Wohlgemerkt nicht in einem Beitrag, sondern in zwei getrennten Beiträgen.

Heute möchte ich noch einmal über beide Unternehmen berichten. Jetzt fragen Sie sich vielleicht, was eine Restaurantkette und ein Autovermieter miteinander gemeinsam haben. Bei der Beantwortung dieser Frage muss ich etwas ausholen: Vapiano ist ein Unternehmen, dem die Corona-Krise den Todesstoß versetzt hat, das vorher aber schon mit dem Rücken zur Wand stand.

Ein ähnlicher Fall ist der amerikanische Autovermieter Hertz, der in dieser Woche bekannt gab, für das US-Geschäft und die Aktivitäten in Kanada einen Insolvenzantrag stellen zu müssen. Und hier kommt wieder Sixt ins Spiel. Der deutsche Autovermieter und Mobilitätsdienstleister ist meines Erachtens der wohl größte Profiteur der Hertz-Pleite.

Denn Sixt wuchs bereits vor Corona und der Hertz-Pleite in den USA sehr stark. Der aus meiner Sicht wesentliche Grund dafür: Die US-Konkurrenten versuchen nur über den Preis zu punkten. Sixt punktet vor allem über Service. Das kommt insbesondere bei den Geschäftskunden sehr gut an.

Die Insolvenz von Hertz bedeutet zwar nicht, dass das Unternehmen ab sofort nicht mehr tätig ist und sich die Konkurrenz sofort die Marktanteile sichern kann. Denn Hertz wird weiter Autos in Nordamerika vermieten. Doch das Unternehmen ist durch die laufende Insolvenz massiv geschwächt. Damit wird es für die Konkurrenz leichter, Hertz das Wasser abzugraben.

Verheerendes 2. Quartal bei Sixt

Über die Zahlen des 1. Quartals des laufenden Jahres von Sixt habe ich Ihnen bereits in der vergangenen Woche berichtet. Hier noch einmal zur Erinnerung:

Zwar betrug der Umsatzrückgang aufgrund eines erfreulichen Jahresauftakts, der sogar über den Erwartungen des Sixt-Managements lag, in den ersten 3 Monaten nur moderate 3,4% gegenüber dem Wert des Vorjahreszeitraums. Die Ertragslage war jedoch noch deutlich von der Kostenbasis vor dem Nachfrageeinbruch im März geprägt.

Insgesamt bewegt sich Sixt nach Angaben des Managements im Rahmen der im März aufgestellten (Corona-bedingt nach unten angepassten) Planung und bestätigt deshalb die Erwartungen an das Gesamtjahr 2020.

Es wird jedoch ein verheerendes zweites Quartal eingeplant. Das ist aus meiner Sicht aber nicht weiter schlimm. Denn viel wichtiger sind die Perspektiven. Und die haben sich nicht nur durch die Insolvenz des Konkurrenten Hertz verbessert. Auch die Lockerungsmaßnahmen und die Ankündigungen der Öffnung weiterer Grenzen haben die Sixt-Aktie zuletzt angetrieben und sind die Basis für weitere Kurssteigerungen.

Wenn Sie vor einer Woche die von mir besprochene Sixt-Vorzugsaktie gekauft haben, liegen Sie heute bereits 10% im Gewinn. Und ich bleibe dabei: Mittelfristig bleibt die Aktie aussichtsreich.

Sixt – shutterstock_232569424 Ekaterina Lin

Sixt-Vorzugsaktie historisch günstig bewertetStammaktien unterscheiden sich von Vorzugsaktien. Erfahren Sie in diesem Beitrag, wie günstig die Sixt-Vorzugsaktie verglichen mit der Stammaktie ist.  › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter von Rolf Morrien. Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz