Hervorragendes Börsenjahr mit nur wenigen Börsengängen

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2019 war ein sehr erfolgreiches Börsenjahr. Börsengänge gab es hierzulande allerdings nur wenige. (Foto: MaximP / shutterstock.com)

Den Beginn des neuen Jahres möchte ich nutzen, um das vergangene Börsenjahr Revue passieren zu lassen. Soviel schon einmal vorweg: 2019 war für die Besitzer deutscher Aktien ein sehr erfolgreiches Börsenjahr. Allerdings gab es auch einen Negativrekord und zwar bei den Börsengängen.

Komplette DAX-Familie im Plus

Trotz der vielen Negativmeldungen, wie z.B. dem Handelskrieg zwischen den USA und China, dem Herumgehampel beim Brexit und den durch den Klimawandel verursachten Unsicherheiten, war das vergangene Jahr ein hervorragendes Börsenjahr. Die komplette DAX-Familie legte deutlich zu.

MDax schlägt Dax

Am Tag vor Heiligabend erreichte der Nebenwerte-Index MDax das Rekordhoch von 28.545,29 Punkten. Trotz leichter Verluste in den letzten Tagen des Jahres stieg der MDax im vergangenen Jahr um mehr als 30% an. Für Anleger, die in die 70 MDax-Werte investiert waren, war 2019 also ein hervorragendes Jahr.

Auch der Index der 30 Großkonzerne, der DAX, legte in 2019 deutlich zu, konnte aber seinen Rekordwert aus dem Vorjahr von 13.559,60 Punkten nicht ganz erreichen. Zum Jahresende ging der DAX mit 13.249,01 Punkten aus dem Handel und legte über das Jahr gesehen um 27,2% zu. Damit erzielte der DAX ein starkes Ergebnis, blieb aber hinter seinem kleinen Bruder, dem MDax, zurück.

Auch in der Langzeitbetrachtung entwickelte sich der MDax deutlich besser als der Dax: Nach Berechnungen der DZ Bank verzeichnet der MDax seit seinem Start im Jahr 1996 eine durchschnittliche jährliche Kursentwicklung von 11,3%.

Damit gewinnt der MDax das Rennen gegen den DAX, der in der Langzeitbetrachtung ein Plus von 8,8% erreichte, mit großem Vorsprung. Abgeschlagen auf den letzten Plätzen liegen der SDax mit einem jährlichen Kursgewinn von nur 8,1% und der TecDax mit lediglich 3,3%.

Wermutstropfen bei den Börsengängen

Allerdings verzeichnete das Börsenjahr 2019, trotz der Erfolgsmeldungen bei den Indizes, auch einen Negativrekord: Die Zahl der Börsengänge bzw. IPOs (Initial Public Offerings) im Börsensegment Prime Standard fiel im Vergleich zum Vorjahr von 16 auf 3.

2019 war somit das schwächste Jahr für Börsengänge seit 10 Jahren. Das ist das Ergebnis der jährlich durchgeführten IPO-Studie der Kirchhoff Consult AG. Insgesamt war der IPO-Markt in 2019 geprägt von Absagen und Verschiebungen geplanter Börsengänge.

Dem Softwareunternehmen TeamViewer gelang mit einem Emissionsvolumen von fast 2 Mrd. Euro der größte Tech-IPO in Deutschland seit dem Jahr 2000. Der Nutzfahrzeughersteller Traton erlöste ebenfalls ein Milliardenvolumen. Im Bereich der Small- und Midcap-Gesellschaften gab es mit der Global Fashion Group hingegen nur einen Neuzugang.

Trotz der schlechten IPO-Zahlen rechnet der Vorstand der Kirchhoff Consult AG, Jens Hecht, mit einer deutlichen Verbesserung im neuen Jahr: Es sind zahlreiche attraktive Unternehmen bereit für die Börse. Wir erwarten daher eine deutliche Erholung am IPO-Markt und rechnen mit mindestens zehn Neuemissionen im Prime Standard sowie einer Wiederbelebung des Scale-Segments.

Ich werden den IPO-Markt für Sie im Auge behalten und Ihnen rechtzeitig über die interessantesten Börsengänge in 2020 berichten.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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