Hexensabatt sorgt für turbulenten DAX!

Der DAX explodiert vor dem Verfall und notiert sogar über der SMA-50. Doch dann geht es schnell wieder zurück. Chartanalyse im 15-Minuten-Chart zum Hexensabatt. (Foto: gopixa / Shutterstock.com)

Heute tanzten wieder einmal die Hexen. Der Hexensabatt wird immer dann eingeläutet, wenn ein großer Verfallstag ansteht. Für uns als Trader bedeutet das: Wir müssen besonders auf folgende Uhrzeiten schaut. Dann wird nämlich abgerechnet.

Um 12 Uhr verfallen die Futures und Optionen der STOXX-Familie. Um 13 Uhr gibt es den Verfall der Indexfutures und Optionen an der Eurex. Die beiden Ereignisse sind meist die spannenderen. Um 17 Uhr 30 schließlich verfallen noch die Aktienoptionen an der Eurex.

Uns so reagierte der DAX heute

Schauen wir uns den 15-Minuten-Chart an. Bis zur 10 Uhr Stunde wurde der DAX noch stark nach oben gezogen. Das lief ja bereits die vergangenen Tage so. 12.400 war offenbar die Marke, an der die Stillhalter gerne abrechnen wollten. Um 12 Uhr lagen wir knapp darüber. Um 13 Uhr waren wir auch noch über der 12.400. Aber danach ging es sofort ein paar Zähler nach unten.

Im Laufe des Tages bildete sich aus dem Tageshoch im 15-Minuten-Chart schon eine kleine Trendlinie. Aktuell notieren wir darüber, aber das ist nicht wirklich entscheidend. Die 17 Uhr 30 wurden auch im genannten Bereich abgerechnet. Doch wie geht es jetzt weiter?

Der DAX ist heiß gelaufen

Reicht das als Begründung, warum der DAX jetzt noch einmal Richtung 12.100 Punkte geht? Nicht unbedingt, aber oft laufen die Kurse nach dem Verfallstag nach Süden. Dazu kommt noch der meist negative September. Dass die US-Börsen in Form von S&P 500 und Dow Jones neue Allzeithochs ausgebildet haben, spricht etwas gegen einen schwachen DAX. Allerdings ist nach den neuen Allzeithochs auch heute nicht mehr viel passiert. Also kommt doch die Trendwende? Schließlich steigen ja auch die US-Zinsen?

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Sie merken schon, wir sitzen aktuell auf einem heißem Eisen. Kommt der Mini-Crash oder startet schon die Jahresendrallye? Geduld heißt die Devise. Aktuell können wir schwer prophezeien, in welche Richtung der DAX nächste Woche laufen wird. Eine kleinere Gegenbewegung ist das wahrscheinlichere Szenario. Außerdem war die Ansage ja korrekt, dass der Markt vor dem Hexensabatt noch angehoben wird.

Doch ob der DAX jetzt nächste Woche zwischen 12.300 und 12.500 Punkten seitwärts läuft bei geringem Volumen – das ist durchaus vorstellbar. Oder ob es noch einmal Richtung 12.100 geht und eventuell kurzzeitig sogar darunter – auch das ist nicht ausgeschlossen.

Wie sieht es mit weiter steigenden Kursen aus? Auch das ist theoretisch machbar. Schließlich haben viele Investoren gerade den japanischen Markt entdeckt und kaufen dort günstige Aktien ein. Deutsche Aktien sind auch bezahlbar. Wenn auch hier große Anleger zugreifen, können wir auch sogar schnell die 12.600 Punkte knacken. Diese ist weiterhin ein wichtiger Widerstand. Die 200-Tagelinie kommt inzwischen auch immer näher. Aktuell notiert die SMA-200 bei 12.623 Punkten.

Die 50-Tagelinie konnte heute einen Widerstand darstellen. Sie liegt bei 12.422 Punkten und der DAX hat unter ihr geschlossen. Intraday waren wir kurz darüber, aber das war während dem Verfall und zählt somit nicht ansatzweise, als wenn wir einen regulären Handel erlebt hätten.

Suchen Sie noch ein Argument für einen Umkehr im DAX? Dann kann die SMA-50 hier sicherlich helfen. Doch bleiben Sie cool. Warten wir einfach den Montag ab und schauen, was der DAX dann treibt. Nur so haben wir einen besseren Eindruck, wie das Leben nach dem Verfallstag weitergehen kann.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.