Hexensabbat: Am Freitag wird es an den Börsen spannend

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Zum Wochenauftakt präsentieren sich die Aktienmärkte robust. Bereits zum Handelsstart notierte der DAX über 6.100 Punkte. Asien hatte im Vorfeld […] (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Zum Wochenauftakt präsentieren sich die Aktienmärkte robust. Bereits zum Handelsstart notierte der DAX über 6.100 Punkte. Asien hatte im Vorfeld schon Zugewinne verbucht und auch der Ausblick auf eine festere Wall Street lieferte grüne Vorzeichen. Ein seltener Gast auf der „Gewinnerseite“ in diesen Tagen: Der Euro legte kräftig zu und notiert bei 1,225 Dollar je Euro.

Der Start in die Handelswoche ist gelungen. Das nimmt ein wenig die Nervosität aus dem Markt. Das ist wichtig, denn spätestens am Freitag sind gute Nerven gefragt. Am Hexxensabbat liefern sich die Bullen (Investoren, die auf steigende Kurse setzen) und die Bären (Investoren, die auf fallende Kurse setzen) oft einen heißen Kampf.

Hexensabbat: Auslaufen von Futures und Optionen

Grund für die Erwartung größerer Schwankungen ist der 3-fache Hexensabbat. Am Freitag wird abgerechnet. Dieser auf englisch als „Triple Witching Day“ bezeichnete Tag ist jeweils der dritte Freitag im dritten Monat des Quartals (März, Juni, September, und Dezember).

Am Hexensabbat verfallen gleich 3 Arten von Anlagen an den Börsen: die Optionen auf Einzelaktien, die Optionen auf Indizes und die Futures auf Indizes. Daher spricht man von einem “Großen Verfallstag”.

Ein Future bezeichnet einen Börsenvertrag mit Verbindlichkeiten für Verkäufer und Käufer, bei dem der Vertragsgegenstand zu einem fixen Zeitpunkt in der Zukunft den Besitzer wechselt. Eine Option verbrieft im Gegensatz dazu das Recht (und nicht die Verpflichtung) auf den Kauf oder Verkauf von Wertpapieren.

4 heiße Börsentage pro Jahr

Weltweit fällt der Hexensabbat an allen wichtigen Börsen auf denselben Tag. Es verfallen also auch Kontrakte auf andere Indizes, internationale Aktien und Rohstoffe. In Deutschland verfallen gegen 12 Uhr Optionen und Terminkontrakte auf die Stoxx-Indizes (z.B. den EuroStoxx 50).

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Um 13 Uhr geht es dann für den Dax und MDax zur Sache. Am Ende des Handelstages – um 17:30 Uhr – verfallen an der deutschen Börse die Kontrakte auf Einzelaktien.

Diese Stichtage erklären auch, warum die Kursschwankungen an diesen Tagen oft überdurchschnittlich hoch sind: Die Eigentümer der Optionen werden versuchen, die Märkte in die jeweils von ihnen gewünschte Richtung zu lenken. Das löst unter Umständen heftige Ausschläge der Aktienkurse aus, die sich fundamental oder charttechnisch nicht erklären lassen.

Die Umsätze sind an den Verfallstagen an deutschen Börsen relativ hoch. So waren im Dezember 222 Millionen Aktien für 6,6 Milliarden Euro gehandelt worden. Vor Jahresfrist waren es beim Großen Verfall 288 Millionen Aktien für 5,8 Milliarden Euro. Börsianer, die in den vergangenen Wochen über dünne Geschäfte geklagt haben, dürfen sich somit auf den nächsten Freitag freuen.

Kleiner Hexensabatt

Neben dem großen Hexensabbat gibt es auch noch den kleinen Hexensabbat. Dieser findet jeweils am dritten Freitag eines Monats statt. Anders als die Terminkontrakte auf Börsenindizes – also der Dax-Future oder der MDax-Future – die nur alle drei Monate verfallen, werden die Optionen auf Einzelaktien und Indizes alle vier Wochen fällig. Das nennen Börsianer dann den “Kleinen Verfall”. An diesen Tagen sind die Kursschwankungen erfahrungsgemäß nicht ganz so hoch.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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