Hier erwarten wir eine Übernahme-Schlacht

Günstiger ist nicht immer schlechter; dies bewahrheitet sich insbesondere bei Medikamenten.

Ohne Nachahmer-Präparate, die sogenannten Generika, wäre es um unser Gesundheits-System nicht ganz so gut bestellt – schließlich wird Sparen großgeschrieben.

Auch Sie haben sicherlich schon das ein oder andere Generikum eingenommen.

Eines der bedeutendsten Unternehmen im Zusammenhang mit Generika ist STADA.

Der Konzern STADA Arzneimittel wurde 1895 in Dresden als Apotheker-Genossenschaft gegründet und gehört heute weltweit zu den 5 größten Generika-Anbietern.

Neben Generika vertreibt STADA Marken-Präparate zur Selbstmedikation, Wellness-Produkte sowie Spezial-Pharmazeutika (Impfstoffe und Krebsmittel).

Aktuelle Lage bei STADA

STADA lag mit seinen Zahlen für das 1. Quartal über den Markt-Erwartungen; der Umsatz stieg um 2,2% und der Gewinn um fast 40%. Beide Sparten haben zum Wachstum beigetragen.

Besonders gut lief es in Deutschland, wo der Preisdruck bei den Generika nachgelassen hat. Auch in vielen anderen Ländern Europas und in Asien ging es bergauf.

Dagegen hat sich in Russland der Abwärtstrend wegen der Rubel-Schwäche und der Kaufzurückhaltung der Kunden fortgesetzt. Die Jahres-Prognose wurde bestätigt.

Umsatz und um Wechselkurs- und andere Sondereffekte bereinigter Gewinn sollen leicht steigen. Das tatsächliche Gewinn-Wachstum wird deutlich höher ausfallen.

Großaktionär ist unzufrieden

Der neue Großaktionär AOC ist mit der operativen Entwicklung nicht zufrieden und strebt mehr Einfluss und eine Neubesetzung des Aufsichtsrats mit anerkannten Branchen-Experten an.

Die Strategie der Internationalisierung und Fokussierung auf das margenstarke Markengeschäft sei zwar der richtige Weg, STADA agiere aber zu schwerfällig, um sich in der Branche behaupten zu können.

Neue Produkte müssten schneller und in mehr Märkte eingeführt werden. Und durch Ausweitung der Produktion in den eigenen Fabriken könnten die Beschaffungs-Kosten reduziert werden.

Zudem müssten die Kosten in der Verwaltung gesenkt werden.

Die Risiken überwiegen

Der STADA-Vorstand wehrt sich gegen die AOC-Forderungen und scheint den Verkauf des Konzerns einzuleiten.

Angeblich werden bereits Gespräche mit der britischen Beteiligung-Ggesellschaft CVC geführt.

Sollten sich die Übernahme-Spekulationen in Luft auflösen, wird es zu einem deutlichen Kursrückgang kommen.

Wir raten daher von der Aktie ab. Zwar bietet das Unternehmen immerhin noch eine Dividende in Höhe von 1,5%, doch ist derzeit etwas viel Euphorie in der Aktie.

Kommt es zu einer Übernahme, sind kurzfristige Gewinne möglich. Scheitern jedoch die Pläne, ist eine gegenteilige Entwicklung sehr wahrscheinlich.

Mit langfristigen Investments hat das wenig zu tun. Wir denken daher, dass es sinnvoller ist, sich auf andere Aktien zu konzentrieren. Lassen Sie von STADA besser die Finger!

29. Dezember 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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