Hier fehlt das Salz in der Suppe

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Bei K+S deutet alles auf niedrigere Dividenden hin. Was das für Anleger bedeutet und was wir raten. (Foto: hyebrink / shutterstock.com)

Unsicherheit ist an der Börse Gift. Am Allerschlimmsten ist es, wenn ein Unternehmen selbst diese Unsicherheit schürt. So geschehen zuletzt bei K+S. Der Dünge- und Streumittelspezialist verkündete, dass man sich nicht so sicher sei, ob man die derzeitige Ausschüttungsquote beibehalten könne.

Für Aktionäre war das ein Schock. Nach einer schlechten Kursentwicklung deutete diese Aussage darauf hin, dass auch die Dividende künftig in Gefahr sein könnte. Wir gehen davon aus, dass die Dividende im kommenden Jahr von 1 € je Aktie auf 0,85€ sinken könnte. Grund sind die Schwierigkeiten innerhalb der Branche für Kali- und Magnesiumprodukte.

Natürlich wiegt so eine Dividenden-Senkung immer schwer. Wir favorisieren Unternehmen, die eine Schwächephase auch durchstehen können, ohne die Ausschüttungen zu senken. Doch so pauschal lässt es sich nicht endgültig sagen. Manchmal können Dividendensenkungen auch sinnvoll sein. Eine nähere Analyse des Geschäfts muss zeigen, wie man eine solche Hiobsbotschaft langfristig interpretieren soll. Schauen wir uns das Unternehmen doch einmal genauer an.

Ambitionierte Ziele führten nicht zum gewünschten Erfolg

Die K+S Gruppe gehört zur weltweiten Spitzengruppe der Anbieter von Spezial- und Standarddüngemitteln, Pflanzenpflege- und Salzprodukten. Mit maßgeschneiderten Produkten und Marken bietet K+S der Landwirtschaft, der Industrie und den privaten Verbrauchern ein breites Leistungsangebot, das in nahezu allen Bereichen des täglichen Lebens Grundlagen für Wachstum schafft. Die Segmente umfassen die Bereiche Düngemittel, Salz und ergänzende Geschäftsbereiche.

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Die Preisschwankungen am Rohstoffmarkt und eine schwache Nachfrage in Europa, Asien und Nordamerika machten K+S im letzten Geschäftsjahr schwer zu schaffen. Der Umsatz ging um 23,6% zurück. Besonders das schwache Salzgeschäft war für den Rückgang verantwortlich.

Operativ sank der Gewinn um rund 11% auf 809 Mio €. Durch weniger Sonderbelastungen und geringere Abschreibungen stieg der Konzerngewinn aber unterm Strich um satte 18,4%. Für das laufende Geschäftsjahr nahm sich das Unternehmen vor, den Verkauf von Spezialprodukten voranzutreiben und Synergieeffekte zwischen den einzelnen Geschäftsbereichen zu schaffen.

K+S? Besser Abstand halten

Was sich immer gut anhört, hat im laufenden Jahr offenbar nicht vollumfänglich Erfolg gezeigt. Offenbar reichen Sparmaßnahmen und eine bessere Verzahnung von Geschäftsbereichen nicht aus, um das Geschäft wieder in Schwung zu bringen. K+S steht vor einer schwierigen Zeit. Das Problematische ist, dass die wenigsten Probleme selbstgemacht sind. Es ist die Branche, die allgemein in einem schlechten Zustand ist. Darunter leider jetzt sogar die Dividende. Aus diesem Grund würden wir von K+S-Aktien vorerst die Finger lassen.


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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