Hier gibt es mehr als 10% Dividende

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Knapp 10% Dividende? Wir stellen eine einmalige Aktie vor! (Foto: Monster Ztudio / shutterstock.com)

Die Nachfrage-Elastizität ist eines von vielen Geheimnissen guter Geldanlage. Was sich kompliziert anhört, ist eigentlich ganz leicht zu verstehen. Es gibt Produkte, auf die kann man verzichten.

Wer wenig Geld hat, verzichtet auf den Neuwagen oder die Kreuzfahrt. Dann gibt es Produkte, die werden immer gekauft. Dazu gehören Lebensmittel, Hygiene-Produkte und – für viele Menschen weltweit – Zigaretten.

Dass Zigaretten auch für Anleger mehr sein können als ein Produkt von vielen zeigt der Tabakkonzern Vector Group – in diesem Jahr schüttet das Unternehmen eine Dividende aus, die Staunen lässt: die Dividendenrendite liegt bei 9,65%.

Insider haben scheinbar aufgegeben

Obendrauf winkt in diesem Jahr sogar noch eine Aktiendividende in Höhe von 5%. Wie geht das zusammen? Muss Vector Group nicht investieren? Geht der Nichtraucher-Trend am Unternehmen vorbei?

Man könnte bei der Dividende von Vector glauben, der Konzern lebe in den 1980er Jahren, in denen eigentlich jeder rauchte und auch die Leinwandhelden nicht ohne Glimmstängel auskamen.

Tatsächlich steht aber auch Vector vor sinkenden Umsätzen schrumpfenden Gewinnen. Zu allem Überfluss schiebt der Konzern auch noch 672 Mio.$ Schulden vor sich her.

Wie geht das zusammen? Wissen Unternehmenskenner bei Vector womöglich mehr? Schafft es das Unternehmen, das Ruder noch einmal herumzureißen und die hohe Dividende zu rechtfertigen? Nein!

Das glauben zumindest nicht Angestellte des Unternehmens, die zuletzt viele Aktien verkauft haben.

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Bis auf die hohe Dividendenrendite gibt es keinerlei Gründe für die Glimmstängel-Aktie. Wer sich von der hohen Dividendenrendite hat einlullen lassen, schaut bald in die Röhre.

Finger weg!

Es ist nicht davon auszugehen, dass das Unternehmen seine Dividendenpolitik noch lange beibehalten kann. Die Aktionäre mit Durchblick laufen dem Unternehmen schon heute davon.

Während der vergangenen Monate schaffte die Aktie nicht mehr als einen müden Seitwärtstrend. Dieser dürfte in klar fallende Kurse übergehen, wenn es das Unternehmen nicht schafft, wieder steigende Gewinne zu erzielen.

Doch für ein vergleichsweise kleines Unternehmen wie Vector Group mit seiner Marktkapitalisierung von nur 1,5 Mrd. $ dürfte auf dem von Multis dominierten und zugleich schrumpfenden Tabakmarkt nur wenig übrigbleiben.

Obwohl Vector ein Produkt herstellt, das für Verkäufer lange Jahre als sichere Sache galt, ist der Ausblick für die Aktie bescheiden. Das Beispiel Vector zeigt, dass sich Märkte ändern können.

Während Zigaretten früher ein gutes Geschäft waren, wird der Verkauf von Glimmstängeln heute immer schwerer. Auch die Dividende signalisiert bei Vector nicht, dass es sich hier um ein Unternehmen handelt, das solide Gewinne erzielt.

Solide ist bei Vector bislang lediglich die Ausschüttung – auf Kosten der Unternehmens-Substanz. Daher gilt: Finger weg!


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.