Hier kommt ein bodenständiger Dividenden-Bringer

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Wachstum ist nicht alles. Verlässlichkeit ist in schwierigen Phasen eher angesagt. Diese Aktie kann zur Alternative werden. (Foto: monticello / Shutterstock.com)

Wenn es an den Börsen holpriger zugeht, fokussieren sich viele Anleger auf vermeintliche defensive Branchen. Basiskonsumgüter gehören dazu. An Deodorant oder Seife werden die wenigsten Kunden sparen, so die Überlegung der Anleger. Tatsächlich ist da was dran. Doch es kommt immer auch auf das Unternehmen an sich an. Die Branche kann nur ein Anhaltspunkt sein.

Aus diesem Grund haben wir für Sie die Aktie von Unilever unter die Lupe genommen.  Unilever wurde 1929 gegründet und gehört heute zu den weltweit größten Herstellern von Verbrauchsgütern. Die Produktpalette umfasst Nahrungsmittel, Kosmetika sowie Körperpflege- und Haushaltsartikel. Zu den rund 400 Marken zählen Knorr, Pfanni, Mazola, Lipton, Rexona, Lux sowie Produkte von Calvin Klein, Sara Lee und Alberto Culver.

Ärger mit Kaufland

Unilever hat für die ersten 9 Monate vergleichsweise schwache Zahlen präsentiert. Der Umsatz sank um 5,3% auf rund 38,7 Mrd €. Traditionell macht der Konzern im Quartal keine Angaben zum Gewinn. Wir gehen aber davon aus, dass sich der Gewinn etwas verschlechtert haben wird. Wegen der geringeren Anzahl Aktien wird der Gewinn pro Aktie aber leicht gestiegen sein. Wirklich überzeugen können diese Ergebnisse aber nicht.

Belastend haben sich dabei die Lkw-Streiks in Brasilien und die negativen Wechselkurseffekte ausgewirkt. Zudem konnten die gestiegenen Kosten nicht über die Verkaufspreise an die Endverbraucher weitergegeben werden. Dafür ist das Marktumfeld zu wettbewerbsintensiv. Die Kunden schauen genau auf die Preise und greifen bei Preiserhöhungen schnell zu den Konkurrenzprodukten. Zudem sind die Märkte in den Industriestaaten praktisch gesättigt.

Das heißt, Marktanteile können nur noch hinzugewonnen werden, wenn die Kunden direkt beim Konkurrenten abgeworben werden. Das verschärft die Marktsituation. Zudem befindet sich Unilever derzeit in einem Boykott-Streit mit der Kaufland-Gruppe, zu der auch Lidl gehört. Kaufland wirft Unilever Preistreiberei vor und hat das Produktsortiment teilweise aus seinen Regalen verbannt. Rund 500 Produkte wurden von den Einkaufslisten gestrichen.

Warum die Aktie ein solider Wert ist

Vor dem Hintergrund all dieser Schwierigkeiten schlägt sich Unilever sehr gut. Mit seinem starken Markenportfolio und der robusten Bilanz ist der Konzern auch für längere Durststrecken gut gerüstet. Die Aktie gilt zu Recht als „sicherer Hafen“. Auch die Dividende, die kontinuierlich angehoben wurde, ist dafür ein gutes Argument. So richtig attraktiv ist der Wert aber nicht. Als solider Depotbaustein eignet sich das Papier jedoch allemal.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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