Renault: Hier rollt nicht nur der Rubel

Autobauer können Chancen bieten, wenn sie gut aufgestellt sind. Renault ist interessant – bei aller Skepsis gegenüber französischen Marken. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Auf welche Automarke fahren Sie denn so richtig ab?

Wenn man diese Frage stellt, werden wohl nur die wenigsten Auto-Liebhaber Renault antworten – sieht man einmal von einigen legendären Oldtimern ab.

Hierzulande haben französische Autobauer keinen guten Ruf

Doch das Image französischer Autobauer ist in Deutschland ohnehin nicht so gut. Für uns als Analysten zählen da schon eher die nackten Zahlen und die emotionslose Einschätzung.

Aus dieser Perspektive sieht Renault alles andere als unsexy aus. Gerade im Bereich der Elektromobilität haben die Franzosen einigen deutschen Anbietern einiges voraus.

Doch der Reihe nach!

Renault gehört zu den größten Automobil-Produzenten in Europa. Neben Kraftfahrzeugen bietet das Unternehmen Ersatzteile und Finanzierungen an.

Die Fahrzeuge werden unter den Marken Renault und Dacia (Rumänien) verkauft. Der Konzern ist in 127 Ländern vertreten.

Bei Renault geht was

Wichtige Beteiligungen bestehen an Nissan (44,4%) und Avtovaz (25%).

Renault setzt seinen Wachstumskurs fort: Im 1. Quartal stieg der Umsatz dank der Avtovaz-Übernahme um 25,2%. Auf die russische Tochter entfielen 569 Mio €.

Der Absatz wuchs um 15,8% auf 873.678 Fahrzeuge. Damit wurde das Marktwachstum von 4% deutlich übertroffen.

Besonders gefragt waren die Modelle Kadjar, Clio 4, Captur und Dacia Duster.

In allen Regionen ist der Absatz 2-stellig gestiegen.

Außerhalb Europas stachen Asien und die Region Afrika/Nahost/Indien mit Absatz-Steigerungen von 99,7% respektive 30,9% hervor.

Stark entwickelte sich auch das Deutschland-Geschäft mit einem Zuwachs von 27,4% auf 51.000 Fahrzeuge. Die Produkt-Offensive wird fortgesetzt.

Bis Jahresende kommen die überarbeiteten SUV-Modelle Captur und Koleos auf den Markt sowie der Pick-up Alaskan, der Alpine A110 und 2 Elektrofahrzeuge mit größerer Reichweite.

Im Gesamtjahr will Renault Umsatz und operatives Ergebnis steigern. Konkreter wurde der Konzern aber nicht.

Top-Aktie – sehr interessant

Bekannt sind dagegen die Ziele für 2022: Ein Umsatz von 70 Mrd. € und eine operative Rendite von 7%.

Wir halten dies für realistisch; immerhin wurde 2016 ein Margen-Anstieg von 5,2 auf 6,4% erreicht, obwohl einige Märkte schwächelten.

So schreibt Avtovaz immer noch Verluste. 2018 soll die russische Tochter aber die Gewinnschwelle erreichen.

Zudem werden die Ergebnis-Beiträge der Marken Renault, Dacia und Renault Samsung Motors immer größer.

Darüber hinaus will Renault die Überkreuzbeteiligung mit Nissan verstärken. Die Japaner ziehen aber nur dann mit, wenn der französische Staat seine Renault-Anteile verkauft.

Für uns ist die Aktie von Renault sehr aussichtsreich. Wenn Sie sich für Autobauer interessieren, können Sie zugreifen!

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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