Hier sind die Auftragsbücher voll

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Regenerative Energien bekommen Gegenwind. Wie wir einen der bekanntesten Vertreter der Branche sehen. Unsere Analyse für Sie! (Foto: fokke baarssen / shutterstock.com)

Der Kampf um Windräder wird teilweise erbitterter geführt als der um Atomkraft. Von toten Insekten, toten Vögeln und der Belastung für Anwohner ist dabei die Rede. Sicher verstehe ich Einzelschicksale, doch kann die Energiewende nur funktionieren, wenn wir Alternativen zu Atom und Kohle suchen und auch finden. Doch das ist ein anderes Thema. Der Windkraftspezialist Nordex hat sowieso weniger mit Protesten von Anwohnern zu tun.

Der Grund: Man agiert weitgehend auf See. Einige Projekte setzen inzwischen jedoch auch auf Windräder an Land. Wie die Aktie heute einzuschätzen ist, bringen wir Ihnen in unserer Analyse näher. Doch zunächst ein paar Hintergründe zu Nordex. Nordex ist einer der technologisch führenden Anbieter von Windkraftanlagen und profitiert besonders vom Trend zur Großanlage. Das Produktprogramm reicht bis zur derzeit größten Serien-Windkraftanlage der Welt (N80/2.500 kW). Damit verfügt Nordex über praxiserprobte, effiziente Hochleistungs-Windturbinen für das Festland. Das Unternehmen ist weltweit in über 40 Märkten mit Büros und Tochtergesellschaften vertreten.

Wachstum über 2020 hinaus?

Im 1. Halbjahr steigerte Nordex den Umsatz um 3,5% auf 990,8 Mio €. Die Gesamtleistung, die zusätzlich erbrachte aber noch nicht als Umsatz gezeigte Leistungen umfasst, hat sich um 47% auf 1,6 Mrd € erhöht. Das operative Ergebnis (EBITDA) verringerte sich von 38,4 auf 17,1 Mio €, unterm Strich erhöhte sich der Verlust auf 55,4 Mio €. Nach einer schwächeren ersten Jahreshälfte geht Nordex von einem höheren Umsatz in der zweiten Jahreshälfte aus.

Im Segment Projekte (ohne Service) stieg der Auftragseingang um 45% auf 3.038,4 MW im Wert von 2,1 Mrd €. Auf Europa und Nordamerika entfielen jeweils 37%, auf Lateinamerika 21% und auf den Rest der Welt 5%. Zum Ende des 1. Halbjahres betrug der Auftragsbestand im Segment Projekte 5,3 Mrd € und im Segment Service 2,3 Mrd €. Infolge des dynamischen Auftragseingangs plant Nordex 2019 mit Investitionen in Höhe von 160 Mio €, die insbesondere für zusätzliche Fertigungskapazitäten für Rotorblätter vorgesehen sind. Damit soll das Wachstum für 2020 und darüber hinaus unterstützt werden.

Wir sind hin- und hergerissen

In Anbetracht des geplanten deutlichen Anstiegs der weltweiten Installationen in der zweiten Jahreshälfte hat die Produktionsleistung bereits deutlich zugenommen. In der Turbinenmontage steigerte Nordex seine Produktion um 52% auf 1.735 MW. Bei den Rotorblättern wurde die Leistung von 444 Rotorblättern auf 659 Stück erhöht. Für 2019 bestätigte Nordex die Prognose, einen Umsatz von 3,2 bis 3,5 Mrd € und eine EBITDA-Marge von 3 bis 5% zu erzielen. Wir sind bei Nordex zwiegespalten. Einerseits überzeugen neue Aufträge andererseits belasten Verluste. Bleiben Sie der Aktie im Zweifel besser fern!

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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