Highflyer der Modebranche: VFC und Inditex

Kaum ein anderes Modeunternehmen kann so schnell auf Veränderungen reagieren wie Inditex, neben VFC einer der Favoriten unter den Mode-Aktien. (Foto: Rawpixel.com / shutterstock.com)

Der Umsatz von VFC lag im vergangenen Geschäftsjahr 1,7% unter dem Vorjahreswert.

Dieser Rückgang ist auf den Verkauf der Marke Nautica zurückzuführen. Diese hat dem Unternehmen zwar Umsatz, jedoch keinen Gewinn beschert. Bereinigt um diesen Verkauf stiegen die Umsätze um 7,1% auf 11,8 Mrd. $. Auch der Gewinn lag mit 614,9 Mio. $ 42,8% unter dem Vorjahreswert. Hier drückt eine Nachzahlung in Höhe von 465 Mio. $ durch Trumps Steuerreform. Der operative Gewinn lag mit 1,5 Mrd. $ 9,9% über dem Vorjahreswert.

Das 1. Quartal 2018 verlief fantastisch

Der Umsatz stieg um 23% auf 2,8 Mrd. $. Der Gewinn lag mit 160 Mio. $ 46% über dem Vorjahreswert. Neben dem Verkauf von Nautica tätigte VFC auch Übernahmen. Die Marken Williamson-Dickie, Icebreaker und Altra trugen ihren Teil zur hervorragenden Bilanz bei. Besonders erfreulich ist, dass jedes Segment des Unternehmens wachsen konnte. Der Bereich Arbeitsbekleidung verzeichnete durch die Zukäufe ein Wachstum von 114%. Doch auch ohne die Übernahmen bestand ein organisches Wachstum von 8%.

Beim größten Segment Activewear betrug dieses sogar 25%. Der Wachstumsplan 2021 des Unternehmens befindet sich auf dem besten Weg. Unrentable Marken werden verkauft, während Marken, die gut in das Portfolio von VFC passen, übernommen werden.

So will sich der Konzern schon bald von seinem Lizenzgeschäft trennen. 2018 wird ein Umsatz von 13,7 Mrd. $ erwartet. Der Gewinn pro Aktie soll zwischen 3,52 und 3,57 $ liegen.

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Unternehmensporträt

Die US-Bekleidungsfirma VF Corporation (VFC) wächst seit mehr als 100 Jahren mit hochwertigen Markenprodukten. Wachstumstreiber ist das Outdoor-Segment mit Marken wie The North Face, Vans, Napapijri, Reef, Eastpak, Jansport und Kipling. Im Geschäftsbereich Jeans ist VFC mit Marken wie Lee und Wrangler Marktführer in den USA. Zu VFC gehören auch Luxusmarken wie John Varvatos.

Im vergangenen Geschäftsjahr konnte Inditex erneut die eigenen Rekorde brechen

Der Umsatz stieg um 8,7% auf 25,3 Mrd. €. Der Gewinn konnte um 6,7% auf 3,4 Mrd. € gesteigert werden. Auch im 1. Quartal 2018 konnte Inditex weiter wachsen. Der Umsatz lag mit 5,7 Mrd. € um 1,5% über dem Vorjahreswert. Der Gewinn stieg um 2,1% auf 668 Mio. €. Diese Zahlen beeindrucken, da die Branche den Zeitraum als besonders schwierig wahrgenommen hat und nur selten über Wachstum berichtet wurde.

Inditex zeichnet sich durch seine Geschwindigkeit aus

Da Inditex auf billige Produktion in Asien verzichtet und einen Großteil seiner Waren direkt in Europa hergestellt, kann das Unternehmen besonders schnell auf Mode- oder Wetteränderungen reagieren. Neue Trends können innerhalb von nur drei Wochen von den Laufstegen in die Schaufenster gebracht werden. Den Faktor Geschwindigkeit will sich Inditex nicht nehmen lassen. Das Unternehmen kooperiert mit zahlreichen Start-ups aus dem Technologiesegment. Mit Hilfe von künstlicher Intelligenz und Big Data soll das Verhalten der Kunden noch besser vorausgesagt werden. Die Läden vernetzt Inditex immer weiter mit dem Onlinegeschäft.

Das Internet ist bei Inditex keine Bedrohung für die Ladengeschäfte, es ist eine Ergänzung. Die Online-Shopping-App verwandelt sich beim Betreten des Ladens in einen persönlichen Einkaufsberater, der über das Angebot des Ladens informiert. Anprobierte Teile können gespeichert und später bestellt werden.

Unternehmensporträt

Der spanische Modekonzern Inditex (Industria de Diseño Textil SA) gehört zu den weltweit führenden Unternehmen in der Bekleidungsbranche. Inditex verfügt über 8 Marken: die Kernmarke ZARA (Umsatzanteil 66%), Bershka (9%) und die kleineren Marken Pull & Bear, Massimo Dutti, Stradivarius, Oysho, Zara Home und Uterqüe. Das Unternehmen ist mit 7.475 Stores in 96 Ländern der Welt tätig.


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.