Infineon: Hightech aus München

Die digitale Revolution macht vor kaum einer Branche Halt. Profiteure sind Chip-Produzenten, wie Infineon. Hier die Aktie in der Analyse: (Foto: lukassek / shutterstock.com)

Können Sie sich noch an den Börsengang von Infineon erinnern? Ich weiß noch genau, was damals los war:. Die Aktie legte nach ihrer Erstnotiz deutlich und schwungvoll zu.

Viele Bekannte hatten die Aktie ebenfalls gezeichnet. Damals war es schick, Neuemissionen zu zeichnen und auch bei kleineren IPOs mit dabei zu sein.

Meist rechnete sich das schon wenige Stunden nach der Zuteilung. Doch von der anfänglichen Euphorie rund um Infineon hat sich bis heute wenig gehalten:

Die Aktie hat eine Achterbahnfahrt hinter sich. Jetzt sieht es wieder ganz gut aus. Warum genau, lesen Sie in unserer Analyse:

Infineon: Kurzporträt und aktuelle Zahlen

Infineon ist 1999 aus der Siemens-Halbleiter-Sparte hervorgegangen.

Zwischenzeitlich ist der Konzern aus den Geschäften mit Speicher-Chips, drahtgebundener Kommunikation und Handy-Chips ausgestiegen.

Kernbereiche sind nur noch Auto- und Industrie-Elektronik sowie Sicherheits-Lösungen für Chipkarten und elektronische Ausweis-Dokumente.

Infineon blickt auf das umsatzstärkste Jahr der Firmengeschichte zurück.

Besonders aufgrund des schwachen US-Dollars fiel das Wachstum im 4. Quartal zwar schwächer aus als erwartet, die Zahlen für das Gesamtjahr überzeugen aber dennoch:

  • Insgesamt stieg der Umsatz um 9,1% auf 7,1 Mrd. €.
  • Die Produktions-, wie auch Forschungs- und Entwicklungs-Kosten entwickelten sich stabil.
  • Als Folge kletterte das operative Ergebnis (EBIT) um 28,8% auf 983 Mio. € und die EBIT-Marge auf 13,9%.

Infineon-Aktie mit guten Vorzeichen für 2014Für die Infineon-Aktie stehen im Jahr 2014 alle Zeichen auf Grün, nachdem sie bereits im letzten Jahr trotz einiger Tiefs zulegen konnte. › mehr lesen

Die Stimmung in der Branche ist gut

Infineon profitiert von einem freundlichen Branchen-Umfeld:

Die vernetzte Produktion unter dem Schlagwort Industrie 4.0 verlangt nach den Robotik- und Automatisierungs-Lösungen, die Infineon bietet.

Wachstumstreiber Nr. 1 war jedoch das Geschäft mit Fahrer-Assistenz-Systemen, alternativen Antriebs-Lösungen und erneuerbaren Energien.

Der Trend hin zur Elektromobilität verschaffte dem Segment ein Umsatz-Wachstum von 13% auf 3,0 Mrd. €.

Infineon-Aktie: Teuer, aber gut

Infineon positionierte sich durch die Investition bei XMOS am Markt für Sprachsteuerung.

Der Konzern rechnet mit mehr als 30 Mrd. sprachgesteuerten Geräten bis 2020, die im Internet der Dinge den Alltag der Nutzer beeinflussen.

Mit einem Volumen von 15 Mio. € stellt die Investition den größten Beitrag zur Digitalisierungs-Strategie E-Serie dar.

Die im März erhöhte Jahres-Prognose konnte erreicht werden.

Das Management hat vor, eine Dividenden-Erhöhung auf 0,25 € pro Aktie vorzuschlagen und unterstreicht damit die positiven Wachstums-Aussichten für die kommenden Jahre.

Infineon steht gut da, die Aktie ist aussichtsreich, wenn auch schon ein wenig teuer. Rückschläge bieten aber Chancen. Behalten Sie Infineon also im Auge!


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.