Hightech im Operationssaal

Die Entwicklung der Medizintechnik schreitet stetig voran. Geräte, die noch vor zehn oder fünfzehn Jahren auf der Höhe der Zeit waren, sind heute veraltet. Vor allem wenn es darum geht, Operationen so vorzunehmen, dass nur minimale Wunden entstehen, schreitet die Technik immer weiter voran.

Eines der treibenden Unternehmen auf diesem Gebiet ist Carl Zeiss Meditec. Carl Zeiss Meditec (CZM) entstand 2002 und ist ein Medizintechnik-Spezialist mit den Schwerpunkten Augenheilkunde (Ophthalmologie) sowie Neuro-, Hals-, Nasen- und Ohrenchirurgie.

Die Produktpalette umfasst medizintechnische Lösungen bei Fehlsichtigkeit, Grauer/Grüner Star und Netzhautbehandlungen. Operationsmikroskope und Strahlentherapiesysteme runden das Angebot ab.

Gute Entwicklung im 1. Quartal

Geringere Vergütungen für Behandlungen sowie eine Sondersteuer auf Medizingeräte haben im vergangenen Jahr das US-Geschäft von CZM belastet. Hinzu kam die Konkurrenz aus Japan, die aufgrund der Yen-Schwäche ihre Produkte 20 bis 30% günstiger anbieten konnte.

In der Absatzregion Americas ging der Umsatz um 9,4% zurück. Zuwächse gab es dagegen in Europa und Asien. Alles in allem lag der Gesamtumsatz leicht über Vorjahresniveau. Der Gewinn brach dagegen um 18,6% ein, unter anderem wegen der Integrationskosten für zwei Zukäufe. Die operative Marge schrumpfte von 14,6 auf 13,3%.

Im 1. Quartal ging es wieder kräftig aufwärts. Der Umsatz zog um 13,6% an. Viele neue Produkte wurden von den Kunden gut angenommen. Der Gewinn ging aber erneut zurück, und die operative Marge lag nur noch bei 11,6%. Alle Sparten und Regionen haben besser abgeschnitten.

Hauptwachstumstreiber waren die Chirurgische Opthalmologie mit einem Plus von 22,4% auf 81,6 Mio € und regional Europa, wo die Erlöse um 22,7% auf 86,5 Mio € wuchsen.

Die Hoffnungen ruhen jetzt auf einem neuen Röntgen-Bestrahlungsverfahren für die Augenheilkunde des US-Unternehmens Oraya, an dem sich CZM beteiligt hat.

Licht- und Schattenseiten bei Carl Zeiss

Setzt sich das Verfahren durch, winken langfristig zusätzliche Erlöse in dreistelliger Millionenhöhe. Zunächst sind aber hohe Investitionen erforderlich, die die Margenentwicklung vorübergehend bremsen. Bis zum Geschäftsjahr 2018/19 soll sich die operative Marge aber zwischen 13 und 15% bewegen.

Um sein ambitioniertes Ziel zu erreichen, wird CZM vor allem in der Diagnostik die Kosten senken. Wir erwarten bei CZM auch weiterhin eine Entwicklung im Gleichschritt mit dem Gesamtmarkt. Positiv sehen wir die starke Bilanz sowie die aussichtsreichen Produkte.

Auf der Negativ-Seite wiegen allerdings der Margendruck sowie die hohe Bewertung der Aktie schwer. CZM muss auch künftig von der Konkurrenz abheben und die Marge stetig rechtfertigen. Das wird nicht leicht.

3. Juni 2015

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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