Hilton: Hotelbetreiber mit gemischten Geschäftszahlen

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Hilton Worldwide: Hotelbetreiber mit durchwachsener Geschäftsentwicklung. Pandemie lässt Umsatz um 61% zusammenschmelzen. Gewinnentwicklung sorgt hingegen für positive Überraschung (Foto: katjen / Shutterstock.com)

Während die Pandemie einigen digitalen Geschäftsmodellen kräftigen Rückenwind verleiht, gibt es auf der anderen Seite auch zahlreiche Sektoren, die durch die Krise förmlich gebeutelt wurden. Besonders hervorzuheben ist der Tourismus- und Hotelbetrieb. Die gerade präsentierten Geschäftszahlen des weltweit tätigen Hilton Worldwide Konzerns zeigen deutliche Einschläge. Dass die Aktie trotzdem positiv auf die Ergebnisse reagiert (gestern +4%) liegt wohl daran, dass die Anleger von noch schlimmeren Zahlen ausgegangen waren.

Hilton im Portrait

Die Hilton Hotels Corporation, heute bekannt als Hilton Worldwide, ist ein weltweit tätiges Hotelunternehmen. Die Hotelkette wurde 1919 von Conrad Nicholson Hilton in Cisco (Texas) gegründet und seitdem zu einer führenden Hotelmarke entwickelt. In der ersten Hälfte des Jahrhunderts beschränkte sich das Wachstum noch auf die USA. Die weltweite Expansion begann mit der Eröffnung des Caribe Hilton in Puerto Rico 1949. Das erste Standbein in Europa wurde 1955 eröffnet (Istanbul), drei Jahre später folgte der erste deutsche Vertreter in Berlin. Hilton war das erste Haus, das den Gästen Annehmlichkeiten wie Fernseher und Telefon mit Direktwahl bot.

Heute ist der Konzern mit 18 verschiedenen Marken und mehr als 6.100 Hotels in 118 Ländern positioniert. Diese befinden sich entweder im Besitz des Unternehmens, werden von ihm verwaltet oder in Franchise vergeben. Einige der Hotels im Portfolio sind Waldorf Astoria Hotels and Resorts, Conrad Hotels and Resorts, Hilton Hotels and Resorts, Embassy Suites, Hampton Inn und Hampton Inn and Suites, Doubletree by Hilton, Hilton Garden Inn, Home2 Suites, Homewood Suites und Hilton Grand Vacations.

Umsatz schmilzt um 61% zusammen

Lassen Sie uns nun zu den aktuellen Zahlen kommen, denn die hatten es in sich: Im gerade abgelaufenen dritten Quartal sackten die Erlöse um 61% auf 933 Millionen Dollar zusammen. Obwohl die Belegungsquote seit dem zweiten Quartal um 20% gestiegen ist, sind die Einschläge der verminderten Reisetätigkeit deutlich zu spüren. Von einem Normalzustand ist der Hotelkonzern immer noch weit entfernt. Beim Umsatz lag Hilton rund 30 Millionen Dollar unter den Erwartungen der Analysten.

Das gleiche Bild zeigt sich bei einer weiteren wichtigen Kennzahl zur Beurteilung der Geschäftsentwicklung von Hotelbetreibern, dem Umsatz pro verfügbaren Zimmer (RevPAR), der im Gegenzug um 59,9% auf 44,95 Dollar zusammenschmolz. Auch hier waren die Analysten im Vorfeld der Zahlen mit 47,50 Dollar von einer besseren Entwicklung ausgegangen.

Gewinn über den Erwartungen

Trotz der schwachen Umsatzentwicklung, konnte der Konzern bei seiner Gewinnentwicklung punkten. Unter dem Strich stand ein Nettoverlust von 79 Millionen Dollar oder 28 Cent pro Aktie in den Büchern. Für Sie zum Vergleich: Im vergleichbaren Vorjahreszeitraum war es noch ein Gewinn von 288 Millionen Dollar respektive 1,00 Dollar pro Aktie. Unter Ausschluss einmaliger Posten lag der bereinigte Gewinn pro Aktie allerdings bei 6 Cent und übertraf damit die Konsensprognose von 4 Cent.

Pipeline gut gefüllt

Im dritten Quartal 2020 eröffnete Hilton 133 neue Hotels mit insgesamt 17.100 Zimmern, was einem Netto-Einheitenzuwachs von über 14.800 Zimmern entspricht. Auch die Pipeline für die Zukunft scheint gut gefüllt: Zum 30. September 2020 umfasste die Entwicklungspipeline von Hilton insgesamt etwa 2.640 Hotels, bestehend aus mehr als 408.000 Zimmern in 120 Ländern und Regionen, darunter 33 Länder, in denen Hilton derzeit noch keine Hotels betreibt.

Wer als Anleger auf die Hilton-Aktie setzt, dürfte dennoch einen langen Atem benötigen. Zwar haben die Geschäfte in Asien wieder deutlich an Dynamik gewonnen, aber auf globaler Sicht scheint eine schnelle Wiederkehr zum Reiseverhalten früherer Zeiten, vor allem was Geschäftsreisen angeht, bislang in weiter Ferne.

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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

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