Historischer Tag: Allzeithoch! – Und jetzt?

Der DAX-Index hat heute intraday eine neue Bestmarke erzielt. Was Sie jetzt erwarten dürfen und auf was Sie nun besonders achten müssen: (Foto: gopixa / Shutterstock.com)

Am 20. Juni 2017 erreichte der DAX-Index sein bisheriges Rekordhoch mit 12.951,54 Punkten. Dieses hat er heute am 04. Oktober 2017 geknackt.

Mit einem zwischenzeitlichen Stand von 12.976,24 Punkten erzielte der DAX-Index einen neuen Allzeit-Höchststand.

Jetzt stellt sich bei den Anlegern natürlich die Frage: „Geht es noch weiter oder bekommen wir zunächst einen Rücksetzer?“

Für beide Seiten ist es von Interesse, wie groß das Potenzial ist und wo die jeweiligen Ziele liegen.

Dies analysieren wir zunächst im kurzfristigen 1-Monats-Chart des DAX-Index:

DAX 041017 1M

DAX-Chart 1 Monat (Stunden-Balken)

DAX-Index in Schiebezone

Vor 4 Wochen gelang es den DAX-Bullen endlich aus dem Abwärtstrend nach oben auszubrechen.

Der anschließende 4-tägige Aufwärtsschub verlief in einem steilen schmalen Band (blaue Trendlinien links).

Danach legte sich der Index zunächst schlafen. Grund war auch die bevorstehende Bundestagswahl am 24. September.

Der DAX-Index entwickelte eine sogenannte Schiebzone (grüne Linien), die 2 Wochen lang anhielt.

Nach der Wahl verdauten die Börsianer die Ergebnisse noch 2 Tage, bevor die Schiebezone dann am Mittwoch vergangener Woche nach oben aufgelöst werden konnte.

Mit dem neuen Aufwärtstrend (2. blauer Trendkanal) arbeitete sich der Index nun an die Allzeithoch-Marke heran und konnte sie heute früh sogar zwischenzeitlich überwinden.

Unterstützung an der Schiebezone

Die angesprochene Schiebezone zwischen etwa 12.500 und 12.625 Punkten stellt ab sofort die 1. Unterstützungs-Zone dar.

Die vergleichsweise lange Verweildauer des DAX-Index innerhalb dieser Zone sorgt für eine erhöhte Unterstützungs-Funktion.

Das bedeutet aber auch im Umkehrschluss: Fällt der Index irgendwann hier unten durch, dann drohen schnell weitere Verluste.

Merken Sie sich bitte diese Marken und richten Sie Ihre Stopps dort ein!

Neue Ziele nach oben sind aus dem Kurzfrist-Chartbild nicht ableitbar. Dazu blicken wir in das mittelfristige 1-Jahres-Chartbild des DAX-Index:

DAX 041017 1J

DAX-Chart 1 Jahr (8-Stunden-Balken)

Nach dem Rekordhoch: Quo vadis, DAX?

Vorab: Die Beendigung des seit Juni bestehenden Abwärts-Trendkanals (roter Trendkanal) ist leicht zu erkennen (roter Kreis).

Der nachfolgende Anstieg war sehr dynamisch und geschah in 2 Etappen.

Unterbrochen durch die angesprochene 2-wöchige Schiebezone konnte der Index heute intraday bis kurz über das alte Allzeithoch klettern.

Ich habe Ihnen diese Bewegung aus der Kurzfrist-Analyse mit dem schwarzen Zickzack-Pfeil in das mittelfristige Bild übertragen.

Sie erkennen auch die Unterstützungs-Zone zwischen 12.500 und 12.625 Punkten, die der ehemaligen Schiebezone entspricht.

Ein Pullback (Rücksetzer nach einem steilen Anstieg) bis an diese Zone ist jederzeit denkbar.

Nach oben lassen sich aber auch aus diesem mittelfristigen 1-Jahres-Chart keine weiteren Ziele ablesen. Das einzige, was gesagt werden kann:

Historisch betrachtet wäre ein Überwinden des Allzeithochs rein charttechnisch als sehr positiv einzustufen.

Dazu muss der Index dieses Hoch aber signifikant überwinden. Ein kurzer Intraday-Hüpfer reicht dafür nicht aus.

Schafft es der Index aber, dann besteht durchaus beträchtliches Folgepotenzial.

Wie weit der DAX-Index steigen kann, wird aus dem langfristigen 10-Jahres-Chart des DAX-Index ersichtlich:

DAX 041017 10J

DAX-Chart 10 Jahre (Wochen-Balken)

Bei positivem Szenario sind zunächst 13.750 Punkte drin

Im 10-Jahres-Chartbild bleibt der langfristige Trend (dunkelblauer Trendkanal) übergeordnet und völlig intakt.

Die obere Begrenzung rückt nun mehr und mehr in den Fokus. Sie liegt aktuell bei etwa 13.750 Punkten.

Der grüne Trendkanal stellt den mittelfristigen Aufwärtstrend seit Mitte vergangenen Jahres dar.

Dieser recht steile mittelfristige Aufwärtstrend wurde in den vergangenen Wochen an seiner unteren Begrenzung auf die Probe gestellt.

Mit dem jüngsten Anstieg ist dieser Test tatsächlich gelungen.

Sollte es dem DAX aber auch gelingen das alte Hoch herauszunehmen (obere rote Horizontale, knapp unter 13.000 Punkten), dann wäre der Weg zunächst frei bis zur oberen Begrenzung des blauenTrendkanals.

Das bedeutet im Klartext: Bei signifikanter Überwindung der 13.000 besteht Potenzial bis 13.750 Punkte.

Fazit

Ich erwarte zunächst ein paar Tage Luftholen. Dieses Pullback kann durchaus bis an die Schiebezone bei 12.625 Punkte reichen – muss es aber nicht.

Danach besteht eine gute Chance, die 13.000 Punkte-Marke herauszunehmen und in Richtung 13.750 Punkte als Jahresziel zu laufen.

Die Risiko-Betrachtung: Der Index sollte nicht unter die 12.500er-Marke fallen.

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Von: Michael Sturm. Über den Autor

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