Hoch oder runter? Bei diesem MDAX-Wert sind sich die Analysten uneinig

Seit gut 4 Wochen bewegen sich die Märkte seitwärts.

Der MDAX, in dem die mittelgroßen deutschen Unternehmen gelistet sind, notiert in einem engen Korridor zwischen 21.400 und 21.800 Punkten.

Wohin es in den kommenden Wochen geht? Die Analysten sind sich, wie immer, uneinig:

Die einen sehen eine starke Herbst-Rally kommen, die anderen tendieren eher zu deutlich fallenden Kursen.

Diese Uneinigkeit findet sich auch in der Beurteilung vieler Einzelwerte wieder. Ein aktuelles Beispiel ist Brenntag:

Heute stuften Analysten der britischen Investmentbank HSBC die Aktie des MDAX-Unternehmens von „Hold“ auf „Reduce“ ab und senkten dabei das Kursziel von 45 auf 43 €.

Aktuell steht die Aktie bei rund 48,30 €.

Die HSBC-Experten erkennen beim Marktführer im weltweiten Chemikalien-Handel für das kommende Jahr einige Gewinn-Risiken.

Kursziel von 60 €

Ganz anders beurteilt hingegen das Analysehaus Jefferies die Situation. Deren Marktbeobachter nahmen die Brenntag-Aktie mit „Buy“ und einem Kursziel von 60 € in die Bewertung auf.

Die Begründung: Brenntag habe eine solide Bilanz, eine hohe Profitabilität und starke Liquiditäts-Zuflüsse.

Auch die US-Investmentbank Goldman Sachs hatte gestern das Kursziel für Brenntag von 54 auf 59 € angehoben und die Einstufung auf „Buy“ belassen.

Ebenso positiv gestimmt ist der Norwegische Staatsfonds. Der weltweit größte Staatsfonds schraubte im August seinen Anteil an Brenntag von knapp 5 auf nun 6,06% herauf.

Ausblick enttäuscht

Mit den Zahlen zum 2. Quartal 2016 hatte Brenntag Mitte August die Erwartungen der Analysten erfüllt. Der Ausblick auf das Gesamtjahr fiel hingegen nicht so positiv aus wie erhofft:

Während der Umsatz um 1,0% auf 2,66 Mrd. € zurückging, blieb der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) mit 215,8 Mio. € auf Vorjahres-Niveau.

Insbesondere die weiterhin schwache Nachfrage in Amerika und negative Währungs-Effekte verhinderten ein besseres Ergebnis.

Entsprechend vorsichtig konkretisierte Brenntag-Chef Steven E. Holland die Ziele für das laufende Jahr; so peilt er nun ein bereinigtes Ebitda in Höhe von 800 – 840 Mio. € an.

Nachdem 2015 das Ergebnis bei 807,4 Mio. € lag, hatte Holland bisher einen deutlichen Zuwachs in Aussicht gestellt.

Aktuell notiert die Brenntag-Aktie auf demselben Niveau wie vor 1 Jahr und ist mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 18 fair bewertet.

Sie sehen: Auch bei den aktuellen Analysten-Beurteilungen scheint die Wahrheit wie so oft in der Mitte zu liegen: Eine weitere Seitwärts-Bewegung der Brenntag-Aktie erscheint derzeit am wahrscheinlichsten.

9. September 2016

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Philipp Ley
Von: Philipp Ley. Über den Autor

Philipp Ley ist ausgebildeter Wirtschaftsjournalist mit Stationen u. a. bei n-tv, Financial Times Deutschland, Rheinischen Post und der Aktien-Analyse. In den vergangenen zwölf Jahren hat er zudem als Kommunikations- und Investor-Relations-Berater zahlreiche Geschäftsberichte erstellt: für kleinere aufstrebende Unternehmen ebenso wie für Börsenschwergewichte.

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