Hoffnungsschimmer bei Dialog Semiconductor

iPhone-4-Apple.jpg

Die Aktie von Dialog Semiconductor ist günstig bewertet. Doch die Anhängigkeit vom Apple-Geschäft birgt Risiken. (Foto: Francesco Marino - Fotolia)

Das iPhone Geschäft von Apple schwächelt – aus diesem Grund gerieten zuletzt auch die Zulieferer des Technologiekonzerns unter Druck. Auf deutscher Seite war von dieser Abwärtsspirale unter anderem die Dialog Semiconductor betroffen. Umso größer die Erleichterung der Anteilseigner nach den am Montag vorgelegten Zahlen.

Quartalsergebnis am unteren Ende der Prognose

So konnte – für viele dann doch überraschend – im vierten Quartal zumindest noch das untere Ende der abgegebenen Umsatzprognose erreicht werden. Die Erlöse summierten sich auf 431 Mio. US-Dollar – prognostiziert war zuvor eine Spanne zwischen 430 und 470 Mio. US-Dollar. Für das Gesamtjahr wurde ein Umsatzanstieg von 7% auf 1,44 Mrd. US-Dollar vermeldet – hier wurden 1,46 Mrd. US-Dollar zuvor in Aussicht gestellt.

Starke Abhängigkeit von Apple

Auch wenn es in einer ersten Reaktion mit der Aktie zunächst nach unten ging, setzte schnell ein Turnaround ein. Die Anleger hatten – wie erwähnt – mit schwächeren Zahlen gerechnet. Und dies aus gutem Grund: Rund drei Viertel aller Erlöse stammen aus dem Geschäft mit dem iPhone-Hersteller Apple – und hier stockt ja bekanntermaßen das Geschäft ein wenig. Positiv ist dabei allerdings zu vermelden, dass diese Abhängigkeit in den kommenden Jahren verringert werden soll. Bis zum Jahr 2022 soll dieser Anteil dann nur noch bei 35 bis 40% liegen.

Gerade diese Entwicklung wird nun an der Börse positiv quittiert: Die Ende 2017 abgeschlossene Übernahme des US-Chipherstellers Silego wirkt sich insgesamt diesbezüglich ebenfalls sehr positiv aus. Zudem konnte der Umsatz mit energieeffizienteren Bluetooth-Produkten und mit Anwendungen für das schnelle Aufladen mobiler Geräte kräftig erhöht werden – was den Weg zu mehr Unabhängigkeit von Apple eindrucksvoll unter Beweis stellt.

ATX Bulle Baer Oesterreich RED – Wiener Börse

Top-Aktien aus Österreich: ams AG und PorrDie ams AG und Porr sind nur zwei meiner insgesamt vier Aktien-Favoriten aus der Alpenrepublik Österreich. › mehr lesen

Finanziell zeigt sich Dialog Semiconductor insgesamt recht gut positioniert – 2018 wurde der Konzern schuldenfrei und bei den Barmitteln und -äquivalenten wurde ein Anstieg von 199 Mio. US-Dollar auf 678 Mio. US- Dollar erreicht.

Unternehmensportrait

Die im TecDAX gelistete Dialog Semiconductor ist ein Halbleiter-Hersteller von anwendungsspezifischen integrierten Mixed-Signal-Schaltungen. Dabei hat der Konzern seinen operativen Sitz im britischen Reading und Verwaltungszentrale in Kirchheim unter Teck. Verwendung finden die Produkte des Unternehmens vor allem im Multimedia- und Hörfunkbereich. Hier hat sich das Unternehmen in den letzten Jahren auf die Geschäftsfelder Mobilfunk und Automobil spezialisiert.

Fundamentalkennziffern überzeugen

Aus charttechnischer Sicht befindet sich die Aktie seit mehreren Monaten in einem Seitwärtstrendkanal. Dort bildet die 25 Euro-Marke die obere Begrenzung. Nach unten sollte das Papier bei knapp unter 20 Euro abgesichert sein. Mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von unter 10 ist das Unternehmen zudem recht günstig bewertet.

Solange die hohe Abhängigkeit von Apple jedoch besteht, bleibt der Konzern sowie die Aktie von Dialog anfällig für Negativnachrichten von Apple. Anleger sollten hier erst einmal abwarten, wie sich die Sache weiter entwickelt.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.