Hoffnungsschimmer für Air Berlin

Lange Zeit dominierten die Negativnachrichten das Geschehen um die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft. Doch jetzt gibt es Nachrichten, die aufhorchen lassen.

Ob diese dazu beitragen können, den Turnaround der Aktie einzuleiten, bleibt allerdings noch abzuwarten. Kurz- bzw. mittelfristige Kursgewinne erscheinen jedoch durchaus möglich. Allerdings bleibt die Aktie riskant.

Codeshare-Flüge mit Etihad

Als vor einigen Jahren der Einstieg der Fluggesellschaft Etihad bekannt gegeben wurde – es handelt sich dabei um die nationale Fluggesellschaft der Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) – kannte die Freude keine Grenzen. Endlich – so schien es, war die Zukunft des Kranich-Mitbewerbers nachhaltig gesichert.

Ein Hauptfeld der Kooperation zwischen Etihad und Air Berlin besteht in den sogenannten Codeshare-Flügen, die für Air Berlin von existenzieller Bedeutung sind. Das heißt, dass der Flug sowohl auf den Plattformen der Etihad als auch bei Air Berlin zu buchen ist – geflogen wird jedoch überwiegend mit Air Berlin Maschinen.

Lange war unklar, ob diese Geschäftspraxis auch für den Winterplan genutzt werden kann. Konkret geht es um 65 solcher Gemeinschaftsflüge, die Air Berlin anbietet und von denen das Bundesverkehrsministerium bislang 29 als nicht genehmigungsfähig einstufte.

Dies sorgte dafür, dass in der vergangenen Woche Mitarbeitervertreter der schwer angeschlagenen Berliner Fluggesellschaft in einem Schreiben an Verkehrsminister Dobrindt vor einem drohenden Aus für ihr Unternehmen gewarnt haben, wenn die Zahl der Gemeinschaftsflüge eingedampft werden sollte.

Dann könnte die Airline mit mehr als 8000 Beschäftigten vom Markt verschwinden – so die Aussage. Mit den Codeshare-Flügen macht das Unternehmen etwa 140 Millionen Euro Umsatz.

Kurzfristige Genehmigung

Nun hat Air Berlin eine Gnadenfrist erhalten: Am Freitagabend – zwei Tage vor Beginn des Winterflugplans – teilte das Verkehrsministerium mit, dass die strittigen Strecken letztmalig und befristet bis zum 15.01.2016 ermöglicht werden. Bis dahin müssen aber die Beteiligten eine Lösung parat haben, wie es danach weitergeht.

Steigende Auslastung

Die letzten Daten aus dem Flugbetrieb, die inzwischen knapp drei Wochen alt sind, sorgten noch für ein wenig Nachdenklichkeit: So ging im Zeitraum Juli bis September die Zahl der Fluggäste im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 4,6 % auf 9,7 Mio. zurück.

Allerdings wurde das Sitzplatzangebot mit 6,9 % noch stärker zusammengestrichen. Positiv anzumerken: Die Auslastung der Flieger stieg um 1,1 % auf 88,3%.

Insgesamt gab es im ersten Halbjahr unter dem Strich einen Verlust von 247,6 Mio. Euro. Das Eigenkapital ist aufgezehrt, lag Ende Juni bei minus 575 Mio. Euro.

Riskante Turnaround-Spekulation

Aufgrund der Genehmigung der Codeshare-Flüge dürfte sich die Aktie von Air Berlin, die derzeit bei rund einem Euro notiert, zumindest kurzfristig von diesem Niveau erholen und die jüngst begonnene Erholungswelle weiter fortsetzen.

Wie es mittelfristig weiter geht, wird davon abhängen, wie der Sanierungsplan, der gerade erarbeitet wird, umgesetzt werden kann.

Wie bei allen Turnaround-Spekulationen gilt: Sowohl die Chancen als auch die Risiken sind sehr hoch. Dies sollten Sie immer im Hinterkopf haben, wenn Sie hier mitzocken wollen und wenn, dann nur eine kleine Position eingehen.


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26. Oktober 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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