Hoher Gewinn statt hoher Verluste

Ich habe den Lesern des Optionen-Profi Call-Optionen auf die PowerShares QQQ (Fonds auf die Nasdaq) empfohlen. Die Calls lagen vor wenigen Tagen noch mit 34% Buchverlust im Depot. Jetzt weisen sie +34% Buchgewinn auf. Die Gewinn-Realisierung ist angedacht.

Stopp-Loss-Order: Für Optionen nicht geeignet

Die Gewinn-Realisierung ist aber nur möglich, weil wir keine Stopp-Loss-Order im Markt liegen hatten. Denn ein üblicher Stopp-Loss wäre vielleicht bei 20% oder auch 30% ausgeführt worden. Bei 20% oder 30% Begrenzung hätte die Stopp-Loss-Order zur Verlust-Realisierung geführt. Jetzt steht aber eine attraktive Gewinn-Realisierung bevor.

Gewinn-Realisierung statt Verlust

Die US-Technologiebörse Nasdaq startet durch. Ich beobachte parallel dazu die PowerShares QQQ, das ist ein Fonds auf die Nasdaq, auf den es Call- und Put-Optionen gibt. Call-Optionen auf die PowerShares QQQ haben wir im Depot des Optionen-Profi.

Die PowerShares QQQ notierten am 07. und 08.07.2015, also vor weniger als 10 Handelstagen, unter 106 $. Ende letzter Woche schlossen die PowerShares QQQ mit einem Kurs von 113,59 $. Ein Plus von gut 7%, der die Call-Optionen von 34% Buchverlust auf 34% Buchgewinn schnellen ließ. Zum Glück hatten wir keine Stopp-Loss-Order im Markt. Die lehne ich im Optionen-Handel ab.

So funktioniert eine Stopp-Loss-Order

Sie legen eine Stopp-Loss-Order wie eine normale Verkaufsorder in den Markt. Bei einer Stopp-Loss-Order legen Sie einen Kurs fest. Dieser liegt unterhalb der aktuellen Notierung des Wertpapiers.

Wird dieser Kurs erreicht oder unterschritten, werden die damit verbundenen Papiere automatisch zum danach bestmöglichen Kurs verkauft. Die angedacht Strategie: Sie sichern bereits vorhandene Buchgewinne oder begrenzen Verluste. Das hat aber einen fatalen Nebeneffekt.

Stopp-Loss-Order: Ein Zahlenbeispiel

Sie haben eine Option z.B. für 5 $ gekauft. Das war der Kaufpreis für die Call-Optionen im Depot des Optionen-Profi. Wenn Sie nun eine Stopp-Loss-Order zur Verlustbegrenzung von 20% oder 30% unter dem Kaufpreis in den Markt legen, werden diese Call-Optionen bestmöglich verkauft, sobald der Kurs 4,00 $ (20% unter Kaufpreis) oder 3,50 $ (30% unter Kaufpreis) notieren.

Stopp-Loss-Order bei Optionen hat zu großes Risiko

Optionen haben eine große Hebelwirkung. Das führt dazu, dass die Kurse von Optionen stark schwanken. Genau das eröffnet Ihnen attraktive Gewinn-Chancen. Die starken Kursschwankungen drücken den Kurs einer Option aber auch oft stark nach unten. So wurden unsere Calls kürzlich noch für 3,30 $ gehandelt. Mit einer Stopp-Loss-Order wären sie wohl verkauft worden (je nach Stopp-Loss-Limit).

Wie im oben geschilderten Fall sind also auch 34% Buchverlust möglich. Diese kehren sich aber ebenso schnell in 34% Buchgewinn um, wenn – ja wenn Sie noch investiert sind. Diese Kursschwankungen gehören zum Optionen-Handel einfach dazu.

Bei Optionen rate ich von der Stopp-Loss-Order ab

Wegen der hohen Hebelwirkung von Optionen rate ich von Stopp-Loss-Orders ab. Wenn Sie mit Stopp-Loss arbeiten wollen, ist es besser, dass Sie ein gedankliches Stopp-Loss beim Kurs des Basiswertes der Option setzen und wenn das erreicht ist, gegebenenfalls verkaufen.

Ich habe mir angewöhnt, dass ich nur die Kurse der Basiswerte der Optionen beobachte. Denn Tageskurse von Optionen sagen so gut wie nichts über den Kurs bei Verkauf zur Glattstellung aus.

Zum guten Schluss: Heute vor 122 Jahren, also am 21.07.1893, kam der deutsche Schriftsteller Hans Fallada zur Welt. Er schrieb:

„Ein Mensch kann noch so reich sein, reich genug kommt er sich nie vor!“

Ein passender Spruch zur Börse. Und doch möchte ich ihn leicht verändern und sage: Ein Mensch kann noch so reich sein, reich genug kommt er sich fast nie vor! Ich wünsche Ihnen Reichtum, mit dem Sie zufrieden sind.

© Rainer Heißmann – Weiterverbreitung nur mit Link auf den Originaltext gestattet

21. Juli 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen und Chefredakteur vom "Optionen-Profi". Außerdem ist er Autor des Buchs "Reich mit Optionen". Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie auch dem Nicht-Fachmann verständlich und nachvollziehbar werden.

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