Holzbau hat Zukunft

holzbau – haus

Vor allem Holzhäuser liegen im Trend. Denn immer mehr Bauherren legen Wert auf nachhaltiges, ökologisches Bauen. (Foto: photo 5000 / Adobe Stock)

Im vergangenen Jahr stieg der Umsatz im deutschen Bauhauptgewerbe um 4,9% auf rund 42 Mrd. €. Abgesehen vom Straßen- und Bahnstreckenbau haben alle Branchensegmente besser abgeschnitten. Vor allem Holzhäuser liegen im Trend. Denn immer mehr Bauherren legen Wert auf nachhaltiges, ökologisches Bauen. Entsprechend stieg auch der Anteil der Holzhäuser an allen neu gebauten Ein- und Mehrfamilienhäusern und lag bereits bei 21% – Tendenz weiter steigend.

2020 waren zudem ökologische Dämmstoffe stärker gefragt als konventionelle. Eine Besonderheit ist das Strohballenhaus. Lehm und Holz sind die Grundlagen für solch ein klimafreundliches Haus. Ein Strohballenhaus besteht aus einem stabilen Holzgerüst, in das Strohballen eingesetzt werden, auf die wiederum eine Lehmschicht aufgebracht wird. Zur Dämmung wird auch Zellulose, also geschreddertes Altpapier, statt Styropor verwendet.

Profiteure des ökologischen Bauens sind die Baustoffhersteller Wienerberger, Sto und STEICO. Vor dem Hintergrund geplanter Kapazitätserweiterungen, angekündigter Preiserhöhungen, des gestiegenen ökologischen Bewusstseins in der Bevölkerung sowie nationaler und internationaler Programme, die Klimaschutz mit Wirtschaftsförderung verbinden und energieeffizientes Bauen finanziell fördern, sollten die Konzerne langfristig auf Wachstumskurs bleiben. Allein die EU hat im vergangenen Jahr mit 1,8 Bio € das größte Haushalts- und Finanzpaket ihrer Geschichte verabschiedet. 30% davon sollen in den Klimaschutz fließen und damit auch in die Gebäudedämmung.

Wohnbauoffensive mit Fragezeichen

Die Bundesregierung hat Ende Februar eine positive Bilanz ihrer vor gut 2 Jahren gestarteten Wohnungsbauoffensive gezogen. Im vergangenen Jahr seien trotz Corona-Pandemie 300.000 neue Wohnungen fertiggestellt worden, so viel wie seit 20 Jahren nicht mehr. 115.000 davon sind Sozialwohnungen. Zudem gebe es Genehmigungen für weitere 770.000 Wohnungen. Wenn auch nur die Hälfte davon realisiert werden könnte, sei das Ziel von 1,5 Mio. neuer Wohnungen in dieser Legislaturperiode erreichbar.

Gewerkschaften und Mieterbund sehen die Lage auf dem Wohnungsmarkt allerdings etwas anders. Sie gehen davon aus, dass das Ziel von 1,5 Mio. neuer Wohnungen um 300.000 verfehlt werde. Zum einen fehle es nach wie vor an Bauland und Fachkräften, zum anderen werde Bauen trotz unverändert niedriger Zinsen immer teurer. Um den Prozess zu beschleunigen, müssen das Bauordnungsrecht bundesweit vereinheitlicht sowie serielles und modulares Bauen auch im Wohnungsbau etabliert werden.

Infrastrukturbau ins Stocken geraten

Auch Ausbau und Modernisierung der Infrastruktur laufen noch nicht rund. Die Branchenverbände haben der Bundesregierung bereits Vorschläge unterbreitet, wie die Plan- und Genehmigungsverfahren bei Projekten beschleunigt werden können. Hauptforderung ist ein einheitliches Verfahren für alle Infrastrukturen, egal ob es sich um den Ausbau von Autobahnen, Eisenbahnschienen oder Energietrassen handelt.

Meine Favoriten

Neben den Baustoffherstellern Wienerberger, Sto sowie STEICO (als Langfristinvestment) gefällt mir Geberit. Die Schweizer haben mit ihren Jahreszahlen unter Beweis gestellt, wie profitabel ihr Geschäftsmodell selbst in Krisenzeiten ist. Aber auch HELMA Eigenheimbau gehört zu unseren Favoriten, zumal die Nachfrage nach Ferienimmobilien und Einfamilienhäusern kontinuierlich steigt.

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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und High Performance Depot.

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