Homag abermals mit außergewöhnlich starken Zahlen

Der Spezialmaschinenbauer Homag hat wieder einmal beeindruckende Zahlen vorgelegt. Kommt es bald zur Komplett-Übernahme durch Dürr? (Foto: Dürr AG)

Im Dezember des vergangenen Jahres habe ich Ihnen letztmalig an dieser Stelle über den Spezialmaschinenbauer Homag berichtet. Das war wenige Wochen nachdem das Unternehmen seine Zahlen für die ersten 9 Monate des Geschäftsjahres 2017 vorgelegt hatte.

Inzwischen hat die Homag-Mutter Dürr Vorabzahlen für das Gesamtjahr 2017 vorgelegt, aus denen sich auch das vorläufige Zahlenwerk von Homag ergibt. Zum Hintergrund: Im Jahr 2014 hatte der Maschinen- und Anlagenbauer Dürr (im MDax notiert) die Mehrheit an Homag, einem Spezialisten für Holzverarbeitungs-Maschinen, übernommen.

Homag profitiert vom weltweiten Trend zur individuell entworfenen Küche. „Die Kunden wollen höherwertige Möbel, sie wollen ihre Küchen selbst designen. In Deutschland gibt es diesen Trend schon länger, aber auch in den USA will man nicht mehr das Wegwerfmodell“, sagte Dürr-Chef Ralf Dieter im Rahmen der Vorlage der Vorabzahlen von Dürr.

Homag baut, vereinfacht gesagt, Maschinen, in die der Kunde vorne ein Stück Holz einführt, und hinten kommt ein fertiges Möbelstück heraus. Ein Großkunde von Homag ist beispielsweise der bekannte schwedische Möbelbauer IKEA.

Homag mit starkem Wachstum im Geschäftsjahr 2017

Kommen wir nun zu den Zahlen von Homag: Das Unternehmen hat im zurückliegenden Jahr den Auftragseingang um 17% auf 1,37 Mrd. Euro gesteigert. Besonders positiv ist, dass Homag in den meisten Teilen der Welt zweistellige Zuwächse beim Auftragseingang verzeichnete.

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Der Umsatz stieg um 13% auf 1,22 Mrd. Euro und der bereinigte operative Gewinn (bereinigtes EBIT) stieg überproportional zum Umsatz um 33% auf 94,4 Mio. Euro. Der hohe Auftragseingang liefert die Basis für weiteres profitables Wachstum im laufenden Jahr.

Zwar gibt es noch keinen detaillierten Ausblick für das laufende Jahr, doch wie bereits geschrieben, liefert der zuletzt sehr hohe Auftragseingang eine ideale Basis für weiteres Wachstum. Insofern dürfte schon heute klar sein, dass auch das Geschäftsjahr 2018 für Homag positiv verlaufen wird.

Ein weiterer Kurstreiber wäre eine Komplett-Übernahme durch Dürr. Wenn es dazu kommt, wäre ein deutlicher Aufschlag auf den aktuellen Kurs der Homag-Aktie fällig.

Was dafür spricht? Dürr teilte in einer Investorenpräsentation mit, den Anteil an Homag um 7% aufgestockt zu haben. Dies dürfte ein Grund dafür sein, warum sich die Homag-Aktie im vergangenen Jahr so stark entwickelt hat.

Wenn es bei Homag zu etwas deutlicheren Rücksetzern kommet (wie Ende vergangener Woche), ist die Aktie aus meiner Sicht ein spannendes Investment. Denn der Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag zwischen Dürr und Homag bietet eine Art doppelten Boden und sichert das Investment nach unten ab. Zudem winkt eine jährliche Garantiedividende.


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Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.