Homag: Bei diesem Maschinenbauer läuft es wie am Schnürchen

Beim auf Holzverarbeitung spezialisierten Maschinenbauer Homag läuft es operativ seit Jahren rund. Kommt die vollständige Übernahme durch Dürr? (Foto: Dürr AG)

Vor wenigen Wochen habe ich Ihnen hier im „Schlussgong“ über die gute Lage im deutschen Maschinen- und Anlagenbau berichtet. Denn kurz zuvor hatte der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) aktuelle Branchenzahlen veröffentlicht.

Das Ergebnis: Die deutschen Maschinen- und Anlagenbauer sind außerordentlich stark ins Jahr 2018 gestartet.

Die Auftragsbücher füllten sich im Januar dieses Jahres preisbereinigt um 14% stärker als noch im Vorjahr. Wie der Branchenverband VDMA mitteilt, legten die Inlandsbestellungen und die Bestellungen von Kunden außerhalb Deutschlands um jeweils 14% zu.

Warum ich Ihnen das noch einmal schreibe? Weil ich Ihnen jetzt ein Unternehmen vorstellen möchte, das dieser Branche zuzurechnen ist, das sich aber zuletzt noch viel besser als die ohnehin schon erfolgreiche Maschinenbau-Branche entwickelt hat.

Dabei handelt es sich um den Maschinenbauer Homag. Das Unternehmen ist weltweit führender Hersteller von Holzverarbeitungsmaschinen.

2014 hat die ebenfalls börsennotierte Dürr AG ein Übernahmeangebot für Homag vorgelegt und 2015 einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag abgeschlossen. Die jährlich zu zahlende Garantie-Dividende liegt bei 1,01 Euro je Homag-Aktie.

Da sich nur noch gut 20% der Aktien im Streubesitz befinden, ist es gut möglich, dass Dürr erst auf 95% erhöht und dann per Squeeze-out auf 100% aufstockt.

Dürr Aktie stößt mit Homag in neue Dimensionen vorEin gelungener Clou: Mit der Homag-Übernahme hat Dürr sein Portfolio vergrößert und gleichzeitig die hohe Abhängigkeit von der Autoindustrie verringert. › mehr lesen

Homag ist die Perle im Dürr-Portfolio

Eine vollständige Übernahme macht Sinn, da sich Homag in den vergangenen Jahren zur Perle im Dürr-Konzern entwickelt hat und zuletzt mit Traumzahlen glänzen konnte:

Im Geschäftsjahr 2017 hat Homag den Umsatz auf 1,22 Mrd. Euro gesteigert (+13,1%) und den bereinigten operativen Gewinn (EBIT) stark überproportional auf 94,4 Mio. Euro (+32,6%). Auch die Aussichten sind glänzend: Der Auftragseingang stieg im Vergleich zur Vorjahresperiode um üppige 17,2% auf 1,37 Mrd. Euro.

Die Frage ist: Warum sollte Dürr diesen „Goldesel“ noch lange mit den Kleinaktionären teilen? Kommt es zu einer vollständigen Übernahme, dürften Preise um 80 Euro je Homag-Aktie ein guter Kompromiss zwischen Großaktionär und Privatanlegern sein.

Dürr teilte in einer Investorenpräsentation mit, den Anteil an Homag um 7% aufgestockt zu haben. Dies dürfte ein Grund dafür sein, warum sich die Homag-Aktie im vergangenen Jahr so stark entwickelt hat. Die Homag-Aktie legte im vergangenen Jahr um rund 48% zu.

Meine Einschätzung zur Homag-Aktie: Wenn es bei Homag zu etwas deutlicheren Rücksetzern kommt (wie Anfang März dieses Jahres), ist die Aktie aus meiner Sicht ein spannendes Investment – vor allem für konservative Anleger.

Denn der bereits angesprochene Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag zwischen Dürr und Homag bietet eine Art doppelten Boden und sichert das Investment nach unten ab. Zudem winkt eine jährliche Garantiedividende.


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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.