Homag: Ein mittelständischer Maschinenbauer

Der mitteständische Maschinenbauer Homag, der mehrheitlich zum Dürr-Konzern gehört, baut – vereinfacht gesagt – Maschinen, in die der Kunde vorne ein Stück Holz einführt und hinten kommt ein fertiges Möbelstück heraus.

Ein Großkunde ist zum Beispiel der bekannte Möbelbauer Ikea.

Homag ist im beschaulichen Schwarzwald ansässig und mit einem Weltmarktanteil von rund 30% der weltweit führende Hersteller von Holzbearbeitungs-Maschinen.

Konkret bedeutet das, dass fast jedes 3. Möbelstück weltweit auf einer Maschine von Homag produziert wurde.

Homag hat in der schnelllebigen Möbelindustrie eine riesige Aufgabe bei der individualisierten Produktion bewältigt: einen Produktions-Prozess in Losgröße eins.

Homag und das Thema „Industrie 4.0“

Unter der Losgröße eins ist zu verstehen, dass selbst die Produktion von kleinen Auflagen bis hin zum völlig individualisierten Einzelstück möglich ist. Damit ist das Unternehmen einer der Innovations-Führer in Sachen „Industrie 4.0“.

Es lassen sich also Kundenwünsche ohne größere Umrüstzeiten des Maschinenparks verwirklichen.

Das ist ein entscheidender Wettbewerbs-Vorteil. Denn so ist eine stark individualisierte Produktion möglich, ohne, dass dafür enorme Kosten-Steigerungen in Kauf genommen werden müssen.

Ich möchte Ihnen ein konkretes Beispiel nennen: In Zusammenarbeit mit dem österreichischen Büromöbel-Hersteller Hali entstand ein „mannloser“ Produktions-Prozess in Losgröße eins.

So lassen sich in 15 Arbeitstagen 48 Mio. Produkt-Varianten auf der voll vernetzten Produktions-Strecke herstellen – marktüblich wären in diesen Dimensionen ansonsten 5 bis 6 Wochen.

Eine etikettenlose Fertigung und die weltweit kürzeste Rüstlücke von weniger als 1,5 Sekunden sind die Eckdaten dieser Pionier-Leistung.

Kurz gesagt, könnte der Möbelhersteller am Anfang des Produktions-Prozesses einen Baumstamm einlegen und am Ende käme ein versandfertiger Schreibtisch oder Büroschrank heraus.

Die jüngsten Zahlen von Homag

Homag entwickelte sich im 2. Quartal 2015 weiterhin erfreulich. In den ersten 6 Monaten 2015 erhöhte sich der Auftrags-Eingang des mehrheitlich zum Dürr-Konzern gehörenden Unternehmens um über 10% auf 557,4 Mio. €.

Der Umsatz stieg sogar um gut 17% von 430,5 auf 504,1 Mio. €. Der operative Gewinn (EBIT) verbesserte sich deutlich überproportional um 44% von 14,6 auf 21,0 Mio. €.

Der Nettogewinn stieg im 1. Halbjahr 2015 im Vergleich zum Vorjahr ebenfalls um 44% von 7,4 auf 10,6 Mio. €.

Nach den guten Zahlen hält Homag jedoch zunächst an der Prognose für das Gesamtjahr fest und plant nach wie vor mit einem Auftragseingang zwischen 940 und 960 Mio. € und einem Umsatz zwischen 950 und 970 Mio. €.

Der operative Gewinn (EBIT) wird in einer Größenordnung zwischen 53 und 55 Mio. € prognostiziert und der Nettogewinn soll zwischen 31 und 33 Mio. € liegen.

Beim EBIT und beim Nettogewinn lag Homag im 1. Halbjahr etwas hinter der Planung, dafür aber beim Umsatz und Auftrags-Eingang deutlich darüber.

Fazit

Homag ist ein solider Mittelständler, der in einer Nische Weltmarkt-Führer ist und zudem zu den Innovations-Führern der Branche gehört.

Aufgrund dessen, dass sich die Aktie in den vergangenen Jahren sehr gut entwickelt hat und Homag bereits mehrheitlich zum Dürr-Konzern gehört, sind aber keine riesigen Kurssprünge zu erwarten.

Dafür bietet Ihnen Homag ab dem kommenden Jahr eine Garantie-Dividende in ansehnlicher Höhe.

Und der Kurs der Aktie ist nach unten hin durch den mit dem Großaktionär Dürr geschlossenen Beherrschungs- und Gewinnabführungs-Vertrag abgesichert.

14. September 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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