Homag: Eine Aktie für Anleger mit schwachen Nerven

Der mitteständische Maschinenbauer Homag gehört mehrheitlich zum Dürr-Konzern.

Homag baut – vereinfacht gesagt – Maschinen, in die der Kunde vorne ein Stück Holz einführt und hinten kommt ein fertiges Möbelstück heraus.

Ein Großkunde ist z. B. der bekannte Möbelbauer IKEA.

Homag ist im beschaulichen Schwarzwald ansässig und mit einem Weltmarktanteil von rund 30% der weltweit führende Hersteller von Holzbearbeitungs-Maschinen.

Konkret bedeutet das, dass fast jedes 3. Möbelstück weltweit auf einer Maschine von Homag produziert wurde.

Das Unternehmen hat in der schnelllebigen Möbel-Industrie eine riesige Aufgabe bei der individualisierten Produktion bewältigt: einen Produktions-Prozess in Losgröße 1.

Einer der Innovations-Führer in Sachen „Industrie 4.0“

Unter der Losgröße eins ist zu verstehen, dass selbst die Produktion von kleinen Auflagen bis hin zum völlig individualisierten Einzelstück möglich ist.

Damit ist der Konzern einer der Innovations-Führer in Sachen „Industrie 4.0“. Es lassen sich also Kundenwünsche ohne größere Umrüst-Zeiten des Maschinenparks verwirklichen.

Das ist ein entscheidender Wettbewerbs-Vorteil. Denn so ist eine stark individualisierte Produktion möglich, ohne, dass dafür enorme Kosten-Steigerungen in Kauf genommen werden müssen.

Die jüngsten Zahlen im Überblick

Da Homag seit einiger Zeit keine Quartalszahlen mehr veröffentlicht, sind die jüngsten vorliegenden Zahlen des Konzerns die Halbjahres-Zahlen für das Geschäftsjahr 2016:

In den ersten 6 Monaten des vergangenen Geschäftsjahres steigerte das Unternehmen den Umsatz um knapp 5% auf 504 Mio. €.

Beim Auftrags-Eingang konnte der Möbelbauer den Rekordwert des Vorjahres (557 Mio. €) trotz negativer Wechselkurs-Effekte nahezu wieder erreichen und kam auf 551 Mio. €.

Für das Gesamtjahr 2016 prognostiziert die Firma sowohl für den Umsatz als auch für den Auftrags-Eingang ein leichtes Wachstum gegenüber dem Vorjahr und erwartet Werte zwischen 1 und 1,1 Mrd. €.

Fazit: Solider Mittelständer mit Garantie-Dividende

Homag ist ein solider Mittelständler, der in einer Nische Weltmarktführer ist und zudem zu den Innovations-Führern der Branche gehört.

Aufgrund dessen, dass sich die Aktie in den vergangenen Jahren sehr gut entwickelt hat und Homag bereits mehrheitlich zum Dürr-Konzern gehört, sind aber keine riesigen Kurssprünge zu erwarten.

Dafür ist der Kurs der Aktie nach unten hin durch den mit dem Großaktionär Dürr geschlossenen Beherrschungs- und Gewinnabführungs-Vertrag abgesichert.

Das wiederum macht die Homag-Aktie auch für sehr risikoscheue Anleger interessant. Zudem bietet Ihnen Homag eine Garantie-Dividende in Höhe von 1,01 € je Aktie.

2. Januar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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