Homag erneut mit bärenstarken Zahlen

Der Holzbearbeitungsmaschinenbauer Homag wächst und wächst – und kaum einer nimmt Notiz davon. Hier erfahren Sie alles darüber: (Foto: everything possible / Shutterstock.com)

Wenn Sie meine Beiträge schon länger verfolgen, sind Ihnen die erfolgreiche Firma Homag und deren Aktie, die in den vergangenen 3 Jahren um mehr als 100% zugelegt hat, bekannt.

Für diejenigen unter Ihnen, die das Unternehmen noch nicht kennen:

Homag im Kurzportrait

Homag baut, vereinfacht gesagt, Maschinen, in die der Kunde vorne ein Stück Holz einführt, und hinten kommt ein fertiges Möbelstück heraus.

Ein Großkunde ist z. B. der bekannte Möbelbauer IKEA.

Homag hat in der schnelllebigen Möbel-Industrie eine riesige Aufgabe bei der individualisierten Produktion bewältigt: einen Produktions-Prozess in Losgröße 1.

Unter der Losgröße 1 ist zu verstehen, dass selbst die Produktion von kleinen Auflagen bis hin zum völlig individualisierten Einzelstück möglich ist.

Damit ist der Konzern einer der Innovations-Führer in Sachen „Industrie 4.0“. Es lassen sich also Kundenwünsche ohne größere Umrüst-Zeiten des Maschinenparks verwirklichen.

Das ist ein entscheidender Wettbewerbs-Vorteil.

Denn so ist eine stark individualisierte Produktion möglich, ohne, dass dafür enorme Kosten-Steigerungen in Kauf genommen werden müssen.

Überzeugende 9-Monats-Zahlen…

Homag entwickelte sich zuletzt gewohnt positiv und konnte in den ersten 9 Monaten 2017 insbesondere beim Auftrags-Eingang und beim Ergebnis deutlich zulegen:

  • So erhöhte sich der Auftrags-Eingang um starke 26% auf 1,08 Mrd. €.
  • Der Auftrags-Bestand erreichte zum 30. September (Ende des 3. Quartals 2017) einen Wert von 578 Mio. €. Das bedeutet ein Plus von satten 52% gegenüber dem Vorjahreswert von 381 Mio. €.
  • Der Umsatz stieg um 12% auf 901 Mio. €.
  • Der operative Gewinn (EBIT) kam überproportional zum Umsatz um 47% auf 71,1 Mio. € voran.

„Wir verzeichnen weiterhin eine hohe Nachfrage nach unseren Lösungen“, betont Homag-Chef Pekka Paasivaara.„Dabei sind wir in allen Regionen der Welt erfolgreich.“

In der überproportionalen Ergebnis-Entwicklung sieht Finanz-Vorstand Franz Peter Matheis eine Bestätigung für die ergriffenen Maßnahmen zur Effizienz-Steigerung.

„Wir haben unsere Prozesse und Systeme vereinheitlicht und optimiert und unsere Produktions-Abläufe effizienter gestaltet.

Wir haben damit bereits viel erreicht, wollen uns aber kontinuierlich weiter verbessern. Deshalb haben wir ein umfangreiches Operational-Excellence-Programm ins Leben gerufen.“

…und gute Perspektiven

Weitere Zuwächse erwartet Paasivaara v. a. durch den Trend der Kunden zur Digitalisierung und Automatisierung.

Hier sieht sich die Homag Group mit ihren durchgängigen Lösungen als langfristiger Partner der Kunden.

Vor diesem Hintergrund erwartet das Homag-Management ein erfolgreiches Gesamtjahr 2017 und ist nicht zuletzt aufgrund des hohen Auftrags-Bestands auch zuversichtlich für 2018.

Fazit

Aus meiner Sicht ist die Homag-Aktie aber aktuell eher eine Halteposition als ein klarer Kauf-Kandidat.

Das kann sich aber schnell ändern, wenn der Konzern im kommenden Jahr beim Wachstum noch einmal eine Schippe darauflegen kann. Dann stünde eine positive Neubewertung an.

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Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.