Home Depot: Baumarktgigant zieht Jahresprognose zurück

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Die Aktie der Baumarktkette Home Depot erreicht 56% Kursplus seit dem Tief im März. Starke Zahlen im ersten Quartal befeuern due Kursrally. (Foto: threerivers11 / shutterstock.com)

Während viele Einzelhändler über enormen Gegenwind auf Grund der Corona-Krise klagen, schlägt sich die US-Baumarktkette Home Depot noch ziemlich wacker. Mehr Umsatz und ein ordentlicher Gewinn im ersten Quartal und ein Aktienkurs nahe dem alten Rekordhoch. Anlegerherz, was willst Du mehr? Und dennoch kassiert der Baumarktriese seine Prognose für den restlichen Jahresverlauf.

Home Depot im Portrait

The Home Depot ist der weltgrößte Baumarkt-Fachhändler und betreibt in den Vereinigten Staaten, Kanada und Mexiko fast 2.300 Geschäfte im Lagerformat, die mehr als 30.000 Produkte im Laden und 1 Million Produkte online anbieten. Die Läden bieten zahlreiche Baumaterialien, Heimwerkerprodukte, Rasen- und Gartenprodukte sowie Dekorationsartikel an und bieten verschiedene Dienstleistungen an, darunter Installationsservice für Heimwerker sowie Vermietung von Werkzeugen und Geräten.

Die Übernahme des Distributors Interline Brands im Jahr 2015 ermöglichte Home Depot den Einstieg in den Wartungs-, Reparatur- und Betriebssektor, während die Verbindung mit Company Store die Textilkompetenz in die Produktpalette einbrachte.

Trotz Pandemie starker Jahresauftakt

Im ersten Quartal konnte Home Depot mit beeindruckenden Ergebnissen glänzen. Die Umsätze kletterten um 7,1% auf 28,3 Milliarden Dollar nach oben, womit die Analystenschätzungen um 690 Millionen Dollar übertroffen wurden. Während die Anzahl der von Kunden getätigten Käufe um 3,9% auf 374,8 Millionen schrumpfte, erhöhte sich der durchschnittliche Wert der Warenkörbe um 11% auf 74,7 Dollar. Beeindruckend entwickelten sich die Umsätze auf vergleichbarer Fläche, die sich um 6,4% verbesserten.

Gewinn knickt um 10,7% ein

Mit einem Gewinn von 2,2 Milliarden Dollar blieb unterm Strich im ersten Quartal allerdings 10,7 % weniger übrig als noch vor einem Jahr. Das Management hat angesichts der Pandemie frühzeitig Maßnahmen ergriffen und unter anderem die Zahl der Kunden beschränkt. Dazu kommen zusätzliche Kosten, weil Home Depot angesichts der Krise ihre Mitarbeiter unterstützt. Insgesamt belaufen sich diese den Angaben zufolge auf bis zu 640 Millionen Dollar nach Steuern.

Der Nettogewinn je Aktie lag unterdessen bei 2,08 Dollar (Vorjahresquartal: 2,27 Dollar je Anteilschein). Für Sie zum Vergleich: Analysten hatten im Vorfeld der Zahlen mit einem Nettogewinn von 2,30 Dollar je Aktie gerechnet.

Jahresprognose wird ausgesetzt….

Auf Grund der anhaltenden Unsicherheit wegen der Pandemie zieht Firmenboss Craig Menear die Prognose für den weiteren Jahresverlauf erst einmal zurück. Die krisenbedingten Belastungen halten unverändert an. Ursprünglich peilte Home Depot eine Steigerung der Umsätze auf vergleichbarer Fläche um 3,5 bis 4% an. Der Gewinn je Aktie sollte bei 10,45 Dollar liegen.

Allerdings hat Menear in der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen auf deutlich anziehende Umsätze in den letzten drei Aprilwochen hingewiesen. Nach einer Schwäche im März konnte Home Depot sogar zweistellige Umsatzsteigerungen auf vergleichbarer Fläche erzielen.

…..aber die Dividende bleibt unverändert

An der Quartalsdividende von 1,50 Dollar je Aktie hält das Management allerdings fest. Bei einer Jahresdividende von 6 Dollar und einem aktuellen 238 Dollar errechnet sich eine Dividendenrendite von 2,5%.

Online-Angebot wird weiter massiv ausgebaut

Unterdessen will Home Depot sein Onlinegeschäft massiv ausweiten. Zuletzt erhöhte sich die Wachstumsraten auf den digitalen Absatzkanälen massiv. Legte das Onlinegeschäft vorher um rund 30% zu, kletterte im April der Umsatz um mehr als 100%. Das in Atlanta ansässige Einzelhandelsunternehmen plante ursprünglich in diesem Jahr 3,9 Milliarden Dollar in die weitere Integration seines Online-Geschäfts mit seinen traditionellen Geschäften zu investieren. Neben einer benutzerfreundlicheren Webseite sollten vor allem die Lieferzeiten verkürzt werden. Außerdem wurde versucht, die Abholung am Bordstein mit automatischen Schließfächern für die Kunden zu rationalisieren.

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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.