Home Depot kauft für 15 Mrd. US-Dollar Aktien zurück

„Die US-amerikanische Baumarktkette Home Depot steckte ihren Aktionären zum Nikolaustag 15 Mrd. US-Dollar in den Stiefel“, schreibt die „Börsen-Zeitung“ heute.

Für diese gigantische Summe will der Baumarkt-Riese eigene Aktien zurückkaufen und anschließend vernichten.

Das teilte das Unternehmen gestern im Rahmen einer Investoren-Veranstaltung in Atlanta mit.

Warum Firmen eigene Aktien zurückkaufen und wie sich Aktienrückkäufe auswirken, erfahren Sie gleich.

Home Depot hebt Mittelfrist-Ziele an

Zunächst noch einige Sätze zu Home Depot: Der Konzern kündigte neben dem gigantischen Aktienrückkauf an, dass man sich neue Mittelfrist-Ziele gesetzt habe.

Bis zum Jahr 2020 will Home Depot den Umsatz auf 115 bis knapp 120 Mrd. US-Dollar steigern. Das bedeutet ein jährliches Umsatz-Wachstum von 4,5 – 6%.

Als operative Gewinn-Marge strebt man nun einen Wert zwischen 14,4 und 15% an.

Aktuell profitiert Home Depot vom anhaltenden Bauboom in den USA. Im laufenden Jahr hat die baumarkt-Kette ihre Prognose bereits mehrfach angehoben.

Derzeit rechnet das Management für 2017 mit einem Umsatz-Plus von 6,3% und einer Steigerung des Gewinns je Aktie um 14% auf 7,36 US-Dollar.

Nachdem ich Ihnen einige Eckdaten zu Home Depot gegeben habe, erfahren Sie jetzt, wie sich Aktienrückkäufe auswirken.

Außerdem werde ich Ihnen erläutern, warum es trotz der Vorteile nicht sinnvoll ist, blind in Aktien von Unternehmen zu investieren, die eigene Aktien zurückkaufen.

So wirken sich Aktienrückkäufe aus

Wenn ein Unternehmen eigene Aktien zurückkauft und anschließend vernichtet (in der Börsen-Sprache sagt man weniger brutal: „einzieht“), hat das mehrere positive Auswirkungen:

  • Aktienrückkäufe sorgen dafür, dass der zukünftige Firmen-Gewinn auf weniger Aktien verteilt werden muss. Das bedeutet: Selbst bei stagnierenden Gewinnen steigt der Gewinn je Aktie, was dazu führt, dass das Bewertungs-Niveau der Aktie sinkt, was wiederum neues Kurs-Potenzial für die Aktie eröffnet.
  • Der gleiche Effekt wirkt auch bei der Dividende: Die Dividendensumme muss auf weniger Aktien verteilt werden. Dadurch steigt die Dividendenrendite automatisch – auch dann, wenn die Dividendensumme gleich bleibt.
  • Aktienrückkäufe sorgen an der Börse für eine steigende Nachfrage nach der entsprechenden Aktie. Bleibt das Angebot gleichzeitig konstant, steigt der Aktienkurs.
  • Verkaufswillige Aktionäre können ihre Aktien direkt an den Konzern verkaufen und belasten dadurch nicht den Kurs an der Börse.

Achten Sie nicht nur auf Aktienrückkäufe!

Aktienrückkäufe können sich also durchaus positiv auf den Kurs auswirken – und tun dies in sehr vielen Fällen auch.

Dennoch sollte ein Aktienrückkauf-Programm für Sie als Anleger nicht als alleiniges Kaufargument für eine Aktie reichen!

Denn: Wenn ein Konzern nur auf Aktienrückkäufe setzt, kann das ein Zeichen dafür sein, dass das Management keine Ideen für Umsatz- und Gewinn-Wachstum hat.

Wählen Sie daher Aktien von Firmen aus, die den Spagat aus Aktienrückkäufen, Dividenden-Ausschüttungen, ausreichend Eigenkapital und Investitionen in neue Geschäftsfelder schaffen!

Denn damit stehen Sie mit sehr großer Wahrscheinlichkeit auf der Gewinner-Seite.

7. Dezember 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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