Home Depot und Amazon.com wissen den Online-Handel lukrativ zu nutzen

Die Erholung am US-Häusermarkt hat Home Depot einen starken Jahresausklang beschert.

Dank der bau- und renovierwilligen Heimwerker kletterte der Umsatz im 4. Quartal um 9,5% auf 21 Mrd. $. Auch ohne Währungs-Effekte und ohne neue Läden betrug das Plus noch 7,1%.

Im Gesamtjahr legte der Umsatz um 6,4% auf 88,5 Mrd. $ zu. Unterm Strich verdiente HD 7 Mrd. $, was 10,5% mehr war als im Vorjahr.

Bislang hat sich die Baumarkt-Branche relativ widerstandsfähig gegenüber der gebremsten Ausgabefreude vieler US-Verbraucher gezeigt.

Andere Branchen wie beispielsweise die Textil-Industrie haben mehr darunter zu leiden. Auch der Jahresstart ist gut gelungen. Das unbeständige Wetter steckte Home Depot im 1. Geschäfts-Quartal (Ende April) gut weg:

Der Umsatz kletterte um 9% auf 22,8 Mrd. $. Unterm Strich verdiente die Kette mehr als erwartet. Der Gewinn verbesserte sich um 14,2% auf 1,8 Mrd. $.

In der Krise hat Home Depot offensichtlich alles richtig gemacht und sticht Rivalen wie Lowe’s aus.

Online-Strategie zahlt sich für Home Depot aus

Home Depot hat davon abgesehen, neue Märkte zu eröffnen und sich stattdessen darauf konzentriert, Absatz über den Online-Handel zu generieren und enge Bindungen zu Großabnehmern aufzubauen.

Diese Strategie zahlt sich jetzt aus: Der ungebremste Tatendrang der Heimwerker und Häuslebauer stimmt den Baumarkt-Konzern zunehmend optimistisch. 2016 soll der Umsatz um mehr als 6% steigen, der Gewinn je Aktie sogar annähernd um 15%.

Gleichzeitig plant Home Depot den Rückkauf eigener Aktien im Wert von 5 Mrd. $. Rund die Hälfte seines Gewinns will der Konzern zudem an die Aktionäre in Form von Dividenden ausschütten.

Unternehmens-Porträt

Home Depot wurde 1978 gegründet, ist die größte Baumarkt-Kette weltweit und einer der größten Einzelhändler der USA: 2.274 Filialen werden in den Vereinigten Staaten, in Kanada und in Mexiko betrieben.

Dazu gibt es rund um die Uhr den Online- und Versandhandel. Mit seinem umfangreichen Produkt- und Waren-Sortiment ist Home Depot hauptsächlich auf den „Do-it-yourself-Markt“ ausgerichtet.

Amazon.com: Cloud-Geschäft sorgt für Gewinnsprung

Amazons Cloud-Geschäft entwickelt sich immer mehr zur Cash-Cow und bescherte dem Online-Händler im 1. Quartal einen Rekordgewinn von 513 Mio. $. Im Vorjahr war es dagegen ein Verlust von 57 Mio. $.

Damit übertraf Amazon die Markterwartungen um fast das Doppelte. Das Umsatzplus um 28% auf 29,1 Mrd. $ ist fast schon uninteressant, schließlich sind solche hohen Umsatz-Zuwächse bei Amazon inzwischen Alltag.

Amazon Web Services (AWS) fuhr bei einem Umsatz von 2,5 Mrd. $ einen operativen Gewinn (EBIT) von 604 Mio. $ ein. Während der Umsatz der Sparte im Jahresvergleich um 64% zulegte, konnte der Gewinn mehr als verdreifacht werden.

Doch auch das eigentliche Kerngeschäft im US-Handel war profitabel; hier konnte das EBIT von 254 auf 588 Mio: $ gesteigert werden.

Der Umsatz legte um mehr als 1/4 zu. Im internationalen Geschäft dagegen verbuchte der Handelsriese beim EBIT ein Minus von 121 Mio. $ bei einem Umsatz von 9,57 Mrd. $.

Amazon Web Services ist ein gutes Beispiel für Amazons Eroberungs-Strategie

Als Amazon die Konzern-Sparte 2006 ins Leben rief, drängte Bezos darauf, die Cloud-Dienste noch günstiger zu machen als geplant.

Als ihn seine Manager warnten, dass man bei diesen Preisen Verluste schreiben würde, soll Bezos nur „Großartig!“ geantwortet haben – hohe Margen zögen eh nur Konkurrenten an.

Mit dieser Billig-Strategie quält Amazon seine Wettbewerber auf praktisch jedem seiner Märkte. Der Konzern startet eigene Mode-Labels und strahlt in seinem Streaming-Service „Prime Video“ Modesendungen aus.

Unternehmens-Porträt

Amazon ist ein weltweit operierender Online-Einzelhändler.

Das Unternehmen betreibt 6 globale Webseiten und bietet dort zusammen mit seinen Verkäufern Millionen von neuen und gebrauchten Artikeln an, etwa:

  • Bücher,
  • Musikträger jeder Art,
  • DVDs/Videos,
  • Spielsachen,
  • Computerspiele
  • und Haushaltsartikel.

Zu dem Unternehmen gehört auch eine Internet Movie Datenbasis (IMDb).

5. Juli 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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