Home24-Aktie: Onlineplattform rutscht tiefer in der Verlustzone

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Online-Möbelhändler meldet tiefrote Zahlen. Schwaches Wachstum und Margen im Rückwärtsgang treiben Anlegern Sorgenfalten auf die Stirn (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Die Bilanz fällt bislang desaströs aus. Vor gut einem Jahr wagte die Online-Handelsplattform Home24 den Sprung aufs Parkett. In den ersten Wochen nach der Erstnotiz kletterten die Papiere bis auf 31,49 Euro in die Höhe und notierten damit deutlich über dem Ausgabepreis von 23 Euro. Seither befinden sich die Papiere allerdings im Rückwärtsgang. Eine schwache Geschäftsentwicklung gepaart mit hohen Verlusten schickte den Kurs zuletzt bis auf unter 4 Euro in den Keller. Wer zum IPO bei der Aktie zugegriffen hat, sitzt inzwischen auf Verlusten von über 80%.

Home24 im Portrait

Home24 ist eine führende online-Handelsplattform für Home & Living. In Europa ist Home24 in Deutschland, Frankreich, Österreich, den Niederlanden, der Schweiz, Belgien und Italien aktiv. Außerdem ist das Unternehmen in Brasilien tätig. Der online Shop bietet eine Vielzahl an Artikeln wie Möbel, Gartenmöbel, Matratzen und Beleuchtung von zahlreichen Marken und Eigenmarken. In Europa bietet das Unternehmen seinen Kunden die kostenlose Lieferung der Produkte an, ebenso sind kostenlose Retouren möglich.

Tiefrote Zahlen im Startquartal

In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres setzte sich die schwache Geschäftsentwicklung fort. Während die Umsätze auf 93 Millionen Euro um 9,4% anstiegen, rutschte der Konzern noch tiefer in die Verlustzone. Unter dem stand ein Quartalsverlust von 24,1 Millionen Euro. Das waren 16% des gesamten Umsatzes und 10 Millionen Euro mehr als im vergleichbaren Vorjahresquartal.

Auch bei der bereinigten operativen Gewinnmarge (EBITDA) sah es düster aus. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum rauschte die Marge um satte 10 Prozentpunkte in den Keller.

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Online-Möbelmarkt bleibt herausfordernd

Als Grund für das schlechte Abschneiden nannte die Konzernführung gleich mehrere Gründe: Zum einen bleibt das Marktumfeld im Möbelsektor weiter ausgesprochen herausfordernd. Zum anderen musste der Konzern zahlreiche Investitionen verdauen. Dazu gehören die Eröffnung des Logistikzentrums in Halle, wodurch die Logistikfläche in Europa um 70% erhöht wird, sowie das neue Mega-Outlet in Köln, das für zurückgeschickte Ware dienen soll.

Lediglich das Geschäft in Brasilien scheint derzeit reibungslos zu laufen. Dort erzielte der Möbelspezialist ein um Fremdwährungseffekte bereinigtes Umsatzwachstum von 35% und schrieb auf operative Ebene wiederholt Gewinne.

Gewinnschwelle in 2019 angepeilt

Für das laufende Geschäftsjahr bestätigten die Berliner ihre Jahresziele. So soll das Umsatzwachstum (ohne Wechselkurseffekte) auf oder leicht oberhalb der Zuwachsrate des letzten Jahres liegen. Sie müssen wissen: In 2018 lag das Umsatzwachstum bei 13%. Zugleich will das Unternehmen auf Grundlage des bereinigten EBITDA im Gesamtjahr die Gewinnschwelle erreichen.

Fazit: Auch wenn die Entwicklung in Lateinamerika erfreulich stark verlief, in der Summe waren die Zahlen schwach. Nur mäßiges Wachstum auf Konzernebene, schwächere Margen und ein tiefroter Cash Flow konnten die Anleger vollkommen zu Recht nicht vom Hocker reißen. Die liquiden Mittel der Gesellschaft lagen zum Quartalsende noch bei 79,2 Millionen Euro (Vorquartal: 108,6 Millionen Euro). Im ersten Quartal 2019 wurden somit 29,4 Millionen Euro verbrannt. Jetzt muss Home24 zeigen, dass sich die getätigten Investitionen auch monetär rechnen. Ohne deutliches und vor allem nachhaltig profitables Wachstum ist die Phantasie der Aktie stark limitiert.


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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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