Hornbach: Baumarkt-Kette überzeugt Dank starkem Online-Geschäft

Bei vielen Geschäftsmodellen kommt es auf Grund der zunehmenden Digitalisierung zu drastischen Veränderungen – besonders im Einzelhandel.

Hier spüren immer mehr Händler die scharfe Konkurrenz durch den Online-Riesen Amazon, so auch die deutsche Baumarkt-Kette Hornbach:

Um das schwächelnde Geschäft wieder anzukurbeln, hat der Konzern seine Investitionen kräftig nach oben gefahren.

Allein im vergangenen Geschäftsjahr hat die Baumarkt-Tochter der Hornbach-Holding 50 Mio. € in die Digitalisierung investiert.

Wie die jüngsten Zahlen zeigen, scheint der Plan aufzugehen:

Hornbach im Porträt

Die  Hornbach-Baumarkt AG umfasst das wesentliche operative Geschäft der separat notierten Hornbach Holding Gruppe.

Die Hornbach Holding hält nämlich einen Anteil von 76,4% an der Hornbach-Baumarkt AG.

Mit 154 Standorten in 9 Ländern und einem Umsatz von rund 3 Mrd. € betreibt Hornbach die fünftgrößte Baumarkt-Kette in Europa.

Seit 1996 (Markteintritt Österreich) wurde das Auslands-Geschäft kontinuierlich ausgeweitet, u. a.:

  • 1997: Markteintritt Niederlande,
  • 1998: Tschechien,
  • 2002: Schweiz,
  • 2003: Schweden,
  • 2007: Rumänien.

Mindestens 50% der Baumarkt-Verkaufsfläche wird jeweils im eigenen Immobilien-Eigentum des Hornbach-Holding-Konzerns gehalten. Rund 26% der Verkaufsfläche sind im Eigentum der Hornbach-Baumarkt AG.

Hohe Marken-Bekanntheit, starke Kundenbindung und Service-Qualität

Mit diesen Punkten versucht sich die Heimwerker-Kette vom immer schärfer werdenden Wettbewerb abzugrenzen.

Zugleich bietet der Konzern das umfangreichste Sortiment im deutschen Baumarkt-Sektor; immerhin haben 85% der Standorte eine Verkaufsfläche von mehr als 10.000 m².

Mit der klaren Fokussierung auf organisches Wachstum konnte Hornbach seinen Marktanteil an den deutschen Baumarkt-Umsätzen in den letzten 15 Jahren kontinuierlich von 4,9% auf 11,0% steigern.

Starker Herbst rettet Jahres-Planung

Im 3. Quartal belebte sich die Nachfrage nach Heimwerker-Artikeln; immerhin kletterten die Erlöse auf 900,9 Mio. € – ein Plus von 4,4% zum Vorjahres-Quartal.

Während sich die Erlöse in Deutschland um flächenbereinigt um 2,2% verbesserten, konnte das Auslands-Geschäft noch dynamischer zulegen.

Besonders erfreulich lief es im Teilsegment Baustoffe. Hier liefert Hornbach v. a. an professionelle Kunden und steigerte die Absätze um 8,4% auf 67,4 Mio. €.

Hierfür dürfte der Bauboom in Deutschland einen guten Teil beigetragen haben.

Online-Geschäft wird immer wichtiger

Die wichtigsten Treiber der Geschäfts-Entwicklung waren ein striktes Kosten-Management und ein florierendes Online-Geschäft.

Denn immer mehr Kunden nutzen die Möglichkeit, online Artikel zu ordern und die Waren entweder im Markt ihrer Wahl abzuholen oder sie nach Hause liefern zu lassen.

Auch wenn Hornbach keine genauen Zahlen zum Online-Absatz nannte, dürften die Internet-Bestellungen einen steigenden Anteil zu den Konzern-Erlösen beigetragen haben.

Jahresziele in Sichtweite

Nach 9 Monaten kann Hornbach einen Umsatz-Anstieg von 4,4% auf 2,96 Mrd. € aufweisen. Dabei legte das Vorsteuer-Ergebnis ähnlich stark (+4,5%) auf 133 Mio. € zu.

Damit ist das Unternehmen auf dem besten Weg, seine Jahresziele zu erreichen.

Sowohl in der Holding als auch in der Baumarktkette sollen die Erlöse im mittleren 1-stelligen Prozentbereich zulegen.

Das bereinigte Vorsteuer-Ergebnis wird mit 99 Mio. € in etwa auf dem Niveau des Vorjahres erwartet.

23. Dezember 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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