Hornbach schockt Anleger mit Gewinnwarnung

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Der Baumarktbetreiber Hornbach hat gestern nachbörslich seine Ergebnisprognose kassiert. Die Anleger reagieren verschnupft. (Foto: bilciu / shutterstock.com)

Diese Erfahrung haben Sie wahrscheinlich auch schon gemacht: Unternehmensmeldungen, die nach Börsenschluss veröffentlicht werden, sind selten positiver Natur. Das gilt auch für die gestern nachbörslich veröffentlichte Meldung des Hornbach-Konzerns. Dieser meldete einen unerwarteten Ergebnisrückgang im 3. Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2018/2019 (bis Ende Februar).

Das Ergebnis: Sowohl die Aktie der Hornbach Holding (Muttergesellschaft) als auch die Aktie der Hornbach Baumarkt AG (Tochtergesellschaft) mussten zweistellige Einbußen hinnehmen. Bevor ich gleich im Detail auf die Gewinnwarnung und die weiteren Perspektiven eingehe, stelle ich Ihnen die Hornbach Baumarkt AG kurz vor.

Hornbach Baumarkt AG: Ein Firmen-Portrait

Die Hornbach Baumarkt AG ist einer der größten Betreiber von Bau- und Gartenmärkten in Europa. Sie ist eine Tochter-Gesellschaft der ebenfalls börsennotierten Hornbach Holding, die aus 3 Teilkonzernen besteht. Sitz der AG ist Bornheim in der Pfalz.

Hornbach war während der 1950er- bis Mitte der 1960er-Jahre ein reiner Baustoff-Lieferant. Der 1. Baumarkt wurde von Otmar Hornbach im Jahr 1968 in Bornheim eröffnet. 1993 wurde das Baumarkt-Geschäft von Hornbach in eine eigene Aktiengesellschaft ausgelagert und an die Börse gebracht.

Die ursprüngliche Gesellschaft, die Hornbach Holding AG, die sich 1987 in eine Holding umgewandelt hatte, hält über 70% der Aktien der Hornbach Baumarkt AG. Der Rest der Aktien wird frei an der Börse gehandelt (Streubesitz).

Umsatz rauf, Ergebnis deutlich runter

Die Hornbach Baumarkt AG verzeichnet im 3. Quartal 2018/19 einen unerwarteten Ergebnisrückgang. Dafür verantwortlich ist vor allem die unbefriedigende Ertragsentwicklung im November 2018.

Vorläufigen Zahlen zufolge verringerte sich das um nicht-operative Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis (bereinigtes EBIT) um ca. 67% auf knapp 4 Mio. Euro. Zwar stieg der Umsatz im 3. Quartal um 7,5% auf gut 1 Mrd. Euro, jedoch legte der Rohertrag nur unterproportional zum Umsatzwachstum zu.

Wesentlicher Grund hierfür sind nach Angaben des Unternehmens gestiegene Einkaufspreise, die wettbewerbsbedingt nicht durch höhere Verkaufspreise kompensiert werden konnten. Das Rohertragswachstum reichte nicht aus, die gestiegenen Filial- und Verwaltungskosten auszugleichen. Somit ging das bereinigte EBIT in den ersten 9 Monaten des laufenden Geschäftsjahres um ca. 13% auf 134 Mio. Euro zurück.

Der Vorstand hält es nunmehr für unwahrscheinlich, dass der Ergebnisrückstand im 4. Quartal aufgeholt werden kann. Stattdessen wird damit gerechnet, dass das bereinigte operative Ergebnis (EBIT) den Vorjahreswert um mehr als 10% unterschreiten wird. Beim Umsatz wird nach wie vor von einem Wachstum im mittleren einstelligen Prozentbereich ausgegangen.

Aus meiner Sicht sind aktuell sowohl die Aktie der Hornbach Baumarkt AG als auch die Aktie der Hornbach Holding nicht spannend. Zwar ist die Bewertung günstig, doch das Marktumfeld bleibt herausfordernd. Das Management muss erst wieder neues Vertrauen aufbauen und Lösungen für bessere Gewinnmargen präsentieren.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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