Hornbach taumelt nach Gewinnwarnung

Hornbach Logo RED_shutterstock_240867874_bilciu

Hornbach Holding deutlich unter den Erwartungen. Die Anleger reagieren enttäuscht und ziehen sich aus der Aktie zurück. (Foto: bilciu / shutterstock.com)

Hornbach Holding hat im vergangenen Geschäftsjahr 2018/19, das bei dem Unternehmen am 28. Februar endet, zwar mehr umgesetzt, aber deutlich weniger verdient als in der Vorjahreszeit.

Auf Basis der vorläufigen und ungeprüften Zahlen brach das um nicht-operative Ergebniseffekte bereinigte Betriebsergebnis der Holding um fast ein Fünftel ein. Nach knapp 166 Millionen Euro standen nur noch rund 135 Millionen Euro in den Büchern. Und damit deutlich weniger als noch im Vorjahr in Aussicht gestellt, als Hornbach in einer ersten Gewinnwarnung den Kapitalmarkt auf einen EBIT-Rückgang um 10% vorbereitete, anstatt wie zuvor ein unverändertes Konzernergebnis im Auge zu haben.

Alternativlose Digitalisierungsstrategie

Als Grund für den Gewinnrückgang wurden in der Ad-hoc-Meldung die im Vergleich zum Umsatzwachstum überproportionalen Steigerungen der Personal- und Sachkosten genannt. Diese hatten vor allem das Ergebnis des ebenfalls börsennotierten Teilkonzerns Hornbach Baumarkt AG mit seinen europaweit 158 Bau- und Gartenmärkten verhagelt. Weniger präzise als „höher als erwartete Personal- und Sachkosten“ – welche Kosten fallen eigentlich nicht darunter – kann man es allerdings nicht formulieren.

Viel ehrlicher wäre es gewesen, wenn Hornbach die hohen Kosten der Digitalisierung als Hauptgrund für die neuerliche Gewinnverfehlung angegeben hätte. Was auch gar nicht problematisch ist, denn an deren konsequenten Verfolgung führt nun mal kein Weg vorbei. Doch muss der Kapitalmarkt darauf vorbereitet werden. Denn die Verknüpfung von stationärem und Online-Handel ist zum einen langwierig, zum anderen kostspielig. Um deren Folgen zu kompensieren, ist eine noch stärkere Kostendisziplin alternativlos.

Ertragskraft steigern – nur wie?

Das sieht wohl auch Albrecht Hornbach, Vorstandschef der Hornbach Management AG, so, der in der Pressemeldung erklärte, dass es das „vorrangige Ziel sei, die Ertragskraft wieder nachhaltig zu stärken.“ Womit dies gelingen will, ließ der Manager jedoch offen.

Und Analysten und Investoren im Unklaren. Nachdem schon die Consensus-Schätzungen, die sich an den Vorgaben des vergangenen Jahres orientierten, klar verfehlt wurden, wurden nun auch die Prognosen für die folgenden Jahre nach unten angepasst. Schnell hagelte es Herabstufungen und Kurszielsenkungen der Analysten.

Noch gut davongekommen

Der Kurs der Holding-Aktie sackte nach der Gewinnwarnung um mehr als 15% auf unter 45 Euro ab, konnte sich danach jedoch wieder stabilisieren und schloss die Woche nahezu unverändert bei 45,50 Euro. Damit waren die Folgen der Gewinnwarnungen noch verhältnismäßig überschaubar. Von den Höchstständen des letzten Jahres, als das Papier noch bei knapp 80 Euro notierte, ist man jedoch weit entfernt.

Hornbach Logo RED_shutterstock_240867874_bilciu

Hornbach: Mit neuem Chef zu alter Stärke?Der Baumarkt-Betreiber Hornbach bekommt zu Beginn des neuen Jahres einen neuen Chef. Was bedeutet das für das operative Geschäft und für die Hornbach-Aktie? › mehr lesen


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
thilo-hassler-experte
Von: Peter Thilo Hasler. Über den Autor

Peter Thilo Hasler ist seit über 25 Jahren als Finanzanalyst tätig, zunächst für einige große Investmentbanken, seit 2010 in seiner eigenen Research-Firma. Als Analyst berät er namhafte Fondsmanagern und Vermögensverwalter weltweit.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter von Peter Thilo Hasler. Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz