HP Enterprises-Aktie: IT-Riese schluckt Speicher-Spezialist in Milliarden-Deal

Es ist noch nicht lange her, dass Hewlett Packard Enterprises aus der Aufspaltung eines der größten US-amerikanischen PC-und Drucker-Hersteller hervorging.

Jetzt greift der Konzern mit seinen Dienstleistungen für Unternehmen (HPE) wieder an und macht mit einem Mega-Deal auf sich aufmerksam:

Für knapp 1 Mrd. Dollar schluckt der IT-Gigant Nimble Storage, einen Anbieter von sogenannten Flash-Speichern.

Die Anleger reagierten verhalten auf die Meldung: Während die HPE-Aktien leicht abgaben, schossen die Papiere von Nimble Storage um 46% in die Höhe.

HPE in Kauflaune

Dabei ist der Nimble-Deal nicht der 1. Kauf in diesem Jahr, denn HPE zeigt seit Jahresbeginn einen ausgesprochen starken Expansions-Drang:

Erst vor Kurzem meldete HPE den Kauf von Simplivity für 650 Mio. Dollar.

Zudem schluckte HPE dieses Jahr einen Anbieter von Analyse-Software im Bereich Cloud-Nutzung, Cloud Cruiser, sowie die Security-Analytics-Firma Niara.

Allerdings ist der Nimble-Kauf die mit Abstand größte Transaktion seit der Abspaltung.

1,3 Mrd. Dollar für Datenspeicher-Spezialist

Jetzt versucht sich HPE im Bereich mit Datenspeichern zu verstärken. Dafür legt der US-Konzern immerhin 1,09 Mrd. Dollar in bar auf den Tisch.

Zusätzlich wird HPE noch nicht ausbezahlte Aktienwerte im Volumen von 200 Mio. Dollar übernehmen bzw. auszahlen.

Das Objekt der Begierde ist Nimble Storage. Der kalifornische Konzern beschäftigt 1.300 Mitarbeiter weltweit und hat sich auf die Analyse-Software Infosight fokussiert.

Damit können mögliche Probleme vorhergesagt werden, die den schnellen Datenzugriff beeinträchtigen könnten. Durch die Software können gezielt Maßnahmen eingeleitet werden, die mögliche Ausfälle verhindern.

Nimble Storage auf Wachstumskurs

Bei Nimble Storage handelt es sich um ein noch junges Unternehmen mit einem beindruckenden Wachstum:

Lagen die Erlöse in 2008 erst bei 1,7 Mio. Dollar, so wurden im vergangenen Geschäftsjahr immerhin 402 Mio. Dollar erwirtschaftet – ein Plus von 25% zum Vorjahr.

Alleine im Schlussquartal schnellten die Umsätze um 30% nach oben.

Unterm Strich ist dem Datenspeicher-Konzern der Sprung in die Gewinnzone aber noch nicht gelungen. Vielmehr türmen sich seit Jahren hohe Verluste auf:

Alleine im vergangenen Geschäftsjahr verbrannte Nimble 158,3 Mio. Dollar – und damit deutlich mehr als im Vorjahr (120,1 Mio. Dollar); in den letzten 3 Jahren insgesamt 377 Mio. Dollar.

HPE nutzt schwache Kurs-Entwicklung der Aktie

Mit dem Zukauf von Nimble Storage will sich HPE im schnell wachsenden Hybrid-IT-Markt verstärken.

Laut Experten (International Data Corp.) soll der Flash-Speichermarkt bis 2020 auf rund 20 Mrd. Dollar wachsen. Für Sie zum Vergleich: In 2016 lag das Marktvolumen lediglich bei 15 Mrd. Dollar.

Mit dem Schritt nutzt HPE den deutlich gesunkenen Aktienkurs von Nimble.

Seit dem Allzeithoch im Frühjahr 2014 von 56,23 Dollar notieren die Papiere trotz der satten Übernahme-Prämie von 45% (12,50 je Aktie) immer noch mit 77% im Verlust.

HPE legt hohes Tempo vor

Die Übernahme von Nimble Storage soll bereits im April 2017 abgeschlossen werden. Dann wird Nimble von der Börse genommen.

Der Aktienkurs schloss nach der Meldung mit 12,52 Dollar bereits leicht über die Übernahme-Offerte von 12,50 Dollar hinaus. Die Anleger rechnen also damit, dass der Deal auch durchgeht.

9. März 2017

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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

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