HPE-Aktie: Dämpfer nach Quartals-Bilanz

Die goldenen Zeiten sind vorbei; der Trend, sich Hardware wie Computer oder Drucker für den Privat-Gebrauch anzuschaffen, hielt kaum 2 Jahrzehnte.

Inzwischen haben kompakte und somit mobile Endgeräte den stationären PCs im Privat-Haushalt nahezu den Garaus gemacht.

Das hat die Branche schwer getroffen, die sich seither v. a. auf das Geschäft mit Firmenkunden konzentriert.

Besonders offensichtlich wurde die Misere der PC-Hersteller, als sich mit Hewlett Packard ein Urgestein der Branche dazu veranlasst sah sich aufzuspalten.

Hoffnungen sind verpufft

Das war Ende 2015, das Ergebnis ist bekannt: Bei der Hewlett Packard Company verblieb das PC- und Druckergeschäft.

Abgespalten wurde mit Hewlett Packard Enterprise (HPE) der Firmenkunden-Bereich, der sich auf das Geschäft mit Servern und Netzwerken wie beispielsweise Rechenzentren befasst.

In die Wege geleitet wurde die Aufspaltung von der damaligen HP-Chefin Meg Whitman, die nun auch den Vorsitz bei HPE innehat.

Doch die Hoffnungen, die mit der Aufspaltung einst verknüpft waren, sind inzwischen verpufft.

Ursprünglich hatte man das margenträchtige Hardware-Geschäft vom wachstumsstärkeren Netzwerk-Geschäft trennen wollen.

Doch das mit dem Wachstum hat nicht so recht funktioniert, wie ein Blick auf die jüngsten Geschäftszahlen unterstreicht.

HPE Aktie: Nach schwachen Zahlen unter Druck

Das abgelaufene 1. Geschäfts-Quartal verlief ziemlich mau: Zwar blieb der Nettogewinn mit 267 Mio. Dollar stabil, doch der Umsatz brach um rund 10% ein auf 11,4 Mrd. Dollar.

Im Zuge dessen korrigierte das US-Unternehmen auch sogleich seine Gewinn-Erwartung für das Gesamtjahr – und zwar kräftig:

Anstelle von 2,00 – 2,10 US-Dollar je Aktie erwartet HPE nun nur noch 1,88 – 1,98 Dollar je Aktie.

An der Börse wurde dieser Dämpfer umgehend abgestraft, die Aktie rauschte kurzzeitig in den Keller, konnte sich zuletzt aber wieder fangen.

Auf Jahressicht verzeichnet die HPE Aktie damit immerhin noch ein Plus von gut 40%.

2017-03-03 HP

Bei HP läuft es besser

Für die Schwesterfirma HP lief es zuletzt übrigens besser: Nachdem es jahrelang steil bergab ging im PC-Geschäft, scheint allmählich die Talsohle erreicht zu sein.

Zudem profitieren Hardware-Hersteller aktuell von der neuen Windows Version:

Viele Kunden, die auf das neue Windows 10 umrüsten, kaufen sich im Zuge dessen auch einen neuen Computer; das gilt für Privat-Abnehmer wie auch für Unternehmens-Kunden.

Dementsprechend verzeichnete HP im abgelaufenen Quartal ein Umsatz-Plus von 4% auf 12,7 Mrd. Dollar. Auch der Gewinn konnte von 592 auf 611 Mio. Dollar gesteigert werden.

Dabei entwickelte sich, wie erwähnt, v. a. die PC-Sparte erfreulich, während das Drucker-Geschäft durchwachsener dasteht:

Trotz steigender Absatz-Zahlen verbuchte HP hier einen Umsatz-Rückgang um 3% auf knapp 4,5 Mrd. Dollar.

Insbesondere machten HP hier sinkende Preise für Drucker-Geräte und zunehmende Konkurrenz im Tintenpatronen-Geschäft zu schaffen.

3. März 2017

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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