H&R: Hier ist reichlich Luft nach oben

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Der Spezialchemie-Hersteller H&R hat in diesem Jahr einige Probleme. Dennoch ist die Aktie aus meiner Sicht zu stark unter Druck geraten. (Foto: fotogestoeber)

Das mittelständische Chemieunternehmen H&R hat bewegte Zeiten hinter sich. Zwischen Januar und September 2016 kletterte die H&R-Aktie von unter 8 Euro auf in der Spitze fast 20 Euro. Das bedeutete ein Plus von mehr als 150% – und das in nicht einmal 9 Monaten! Das war etwas zu viel und ging vor allem auch zu schnell.

In der Folge ging es nur noch bergab. Im Sommer 2017 pendelte das Papier grob zwischen 11 und 12 Euro. Im Oktober 2017 ging es dann zwar noch einmal auf rund 15,50 Euro nach oben. In der Folge aber nur noch abwärts. Im laufenden Jahr hat sich das Papier noch einmal mehr als halbiert und fiel von rund 15 Euro auf zeitweise nur noch etwa 6,50 Euro.

Jetzt stellt sich die Frage, warum die H&R-Aktie unter dem Strich seit September 2016 fällt und vor allem, warum sie sich in diesem Jahr noch einmal mehr als halbiert hat. Schauen wir uns dazu gleich das aktuelle (heute veröffentlichte) Zahlenmaterial an. Zunächst jedoch einige Worte zum Geschäftsmodell von H&R.

Das Geschäftsmodell von H&R

Die in Salzbergen ansässige H&R KGaA ist als Unternehmen der Spezialchemie in der Entwicklung und Herstellung chemisch-pharmazeutischer Spezialprodukte auf Rohölbasis und in der Produktion von Präzisions-Kunststoffteilen tätig.

H&R ist ein Familienunternehmen. Über 60% der H&R-Anteile befinden sich im Besitz von Nils Hansen, der aus der Gründerfamilie Hansen stammt.

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Die aktuellen Zahlen in der Übersicht

Das Spezialchemieunternehmen H&R hat heute seine schon vor einiger Zeit vorgelegten vorläufigen Zahlen für das 3. Quartal und die ersten 9 Monate des laufenden Geschäftsjahres bestätigt. Das bedeutet konkret: H&R erreichte von Januar bis September dieses Jahres einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 59,7 Mio. Euro (nach 80,8 Mio. Euro im Vorjahr).

Der Nettogewinn der Aktionäre lag bei 20,2 Mio. Euro und blieb damit ebenfalls hinter dem Vorjahreswert von 33,9 Mio. Euro zurück. Insgesamt erwirtschaftete die H&R KGaA damit einen Gewinn je Aktie von 0,55 Euro. Rohstoffpreisbedingt lagen die Umsätze mit 833,7 Mio. Euro erneut über dem Vergleichswert aus dem Vorjahr von 784,9 Mio. Euro.

Die weiteren Aussichten

Für das weitere Jahr werden die wesentlichen Herausforderungen, ganz gleich, ob wirtschaftlich oder globalpolitisch, grundsätzlich bestehen bleiben, so das Unternehmen in der heutigen Mitteilung.

Dennoch hat das Schlussquartal für die Gesellschaft insgesamt etwas freundlicher begonnen. Entsprechend bestätigt die Geschäftsführung die aktuelle Ergebnisprognose von 70 bis 75 Mio. Euro.

Wenn die Prognose eingehalten wird, käme H&R auf ein vergleichsweise sehr günstiges Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), was insbesondere dann, wenn man im kommenden Jahr wieder in den Vorwärtsgang schalten kann, deutliches Potenzial nach oben bietet. Kurz gesagt: Läuft es hier nach Plan, ist reichlich Luft nach oben vorhanden.


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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.