Hugo Boss-Aktie: Modekonzern begräbt Umsatzziel

Wenn Sie beim Modekonzern Hugo Boss in den vergangenen Jahren investiert waren, hatten Sie keinen Grund zu meckern.

Seit dem Frühjahr 2009 ging der Aktienkurs von 8,82 € um fast 1.250% nach oben. Vor einigen Tagen markierte der Kurs bei 119 € gerade erst ein neues Hoch.

Doch mittlerweile sind die verwöhnten Anleger anspruchsvoll geworden. Die gerade veröffentlichten Jahreszahlen und der Ausblick konnten die hohen Erwartungen nicht erfüllen.

Dementsprechend verschnupft reagierten die Investoren und schickten die Aktie erstmal auf Talfahrt.

Was ist von dem Modekonzern in der Zukunft zu erwarten? Worauf müssen Sie sich als Anleger einstellen?

Russland-Krise und schwache Kauflaune belasten

Der Edelschneider konnte die bereits im November gesenkte Prognose gerade so erfüllen.

Der Umsatz stieg um 6% auf 2,57 Mrd. € und das operative Ergebnis kletterte um 5% auf 591 Mio. €. Bereits im Februar hatte der Konzern erste Eckdaten für das abgelaufene Geschäftsjahr vorgelegt.

V. a. in Europa habe sich das Wachstum zum Jahresende hin verlangsamt, hieß es zur Begründung. Von der guten Konsum-Stimmung war im Textil-Einzelhandel wenig zu spüren.

Trotz Rückenwind durch den niedrigen Ölpreis und starken Arbeitsmarkt floss weniger Geld in die teure Marke als erhofft. Dennoch hat sich Hugo Boss besser geschlagen als viele Wettbewerber.

In der gesamten Modebranche ist der Absatz in vielen Märkten sogar geschrumpft.

Modekonzern setzt auf eigene Modeläden

Boss treibt weiter seine Strategie voran, die Modeläden in Eigenregie zu führen. Dadurch soll die Rendite hochgefahren werden.

In Korea hat der Metzinger Konzern, der mit Marken wie Louis Vuitton oder Burberry konkurriert, gerade erst 17 Franchise-Läden von seinem bisherigen Partner TDCo Limited übernommen.

Darüber hinaus wird Boss zukünftig sieben Duty-Free-Geschäfte in enger Kooperation mit seinen Partnern bewirtschaften. In China wird der schwäbische Modekonzern sein Geschäft nun komplett selbst betreiben.

Dividende bleibt trotz gesenktem Ausblick stabil

Mit seinem gesenkten Ausblick enttäuschte das Unternehmen die Anleger. Der währungsbereinigte Umsatz soll 2015 im mittleren einstelligen Prozentbereich zulegen.

Beim operativen Ergebnis wird eine Steigerung von 5 bis 7% angepeilt. Neben der Eröffnung von rund 50 neuen Geschäften sollen Übernahmen das Wachstum befeuern.

Freuen können Sie sich als Anleger hingegen über die Ausschüttungspolitik. Die Dividende wird um 8% auf 3,62 € je Aktie erhöht. Damit ergibt sich auf dem aktuellen Kursniveau eine Dividendenrendite von knapp über 3%.

Unterdessen trennt sich der Großaktionär Permira weiter von Aktien des Konzerns. Im Februar hat Permira weitere 9 Mio. Aktien der Gesellschaft abgestoßen.

Die sukzessive Platzierung von weiteren Aktien war zwar erwartet worden, jedoch überraschte das Timing.

Nach dem letzten Verkauf im Dezember (5 Mio. Aktien) hatte Permira eigentlich eine 3-monatige Haltefrist einhalten wollen.

Offenbar kann es dem Großaktionär jedoch nicht schnell genug gehen. Seit Dezember wechselten demnach 19,9% des Grundkapitals den Besitzer.

13. März 2015

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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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