Hugo Boss: Ist das die Trendwende?

Der deutsche Mode-Hersteller Hugo Boss hat heute vorläufige Zahlen für das Geschäftsjahr 2016 vorgelegt.

Das Ergebnis: Die Zahlen fielen besser aus als erwartet und die Hugo-Boss-Aktie legte kräftig zu.

Zwar notiert die Aktie derzeit immer noch rund 50% unter ihrem 10-Jahres-Hoch von April 2015 (bei rund 120 €).

Doch legte sie ausgehend vom Kursniveau aus dem Sommer 2016 (bei rund 48 €) immerhin schon wieder um etwa 25% zu.

Erfahren Sie an dieser Stelle, wie die heute vorgelegten Zahlen im Detail ausgefallen sind und wie es bei Hugo Boss weitergehen könnte:

Die aktuellen Zahlen im Überblick

Zwar verbuchte Hugo Boss sowohl im Gesamtjahr 2016 als auch im Abschluss-Quartal einen Umsatz-Rückgang gegenüber dem Vorjahres-Zeitraum.

Doch das Geschäft im Schlussquartal lief immerhin besser als im Rest des Jahres. Damit stimmt zumindest die Tendenz.

Im 4. Quartal des Geschäftsjahres 2016 sank der Umsatz gegenüber dem Vorjahres-Zeitraum um 3% auf 725 Mio. €. Währungsbereinigt lag das Minus bei 1%.

Im Gesamtjahr steht ein Rückgang um 4% auf 2,69 Mrd. € zu Buche. Währungsbereinigt ging der Umsatz im Gesamtjahr um 2% zurück.

Der bereinigte Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) wird auf dieser Basis am oberen Ende der zuvor kommunizierten Prognosespanne erwartet.

Im November 2016 prognostizierte das Unternehmen einen Ergebnis-Rückgang um 17 – 23%.

Die Vergleichs-Basis: Im Jahr zuvor lag das EBITDA vor Sondereffekten bei 594 Mio. €.

Fortschritte im Schlussquartal

„Die Ergebnisse des 4. Quartals zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, wird Hugo-Boss-Chef Mark Langer in der Mitteilung zu den vorläufigen Zahlen für 2016 zitiert.

Weiterhin hieß es, dass der Turnaround in China geschafft sei und dass man sich in Europa gut behauptet habe. Damit zeigen die drastischen Sparprogramme allmählich Wirkung.

Obwohl die Trendwende noch nicht geschafft ist – noch verzeichnet Hugo Boss rückläufige Umsätze und ein rückläufiges Ergebnis –, herrschte an der Börse heute Jubelstimmung und die Hugo-Boss-Aktie legte in der Spitze um über 8% zu.

Erst in der Vorwoche hatten mit der Citigroup und HSBC zwei Investment-Banken ihre Kaufempfehlungen gestrichen.

„Umso größer ist jetzt die Erleichterung, dass die Zahlen nicht so schlecht waren wie manch einer befürchtet hatte“, so ein Händler.

Wie es bei Hugo Boss weitergehen könnte

Die Tatsache, dass Mark Langer, der neue Vorstandschef von Hugo Boss, die wichtigsten Problemfelder von Hugo Boss hemdsärmlig angeht, bewerte ich absolut positiv.

Das sehen übrigens auch zahlreiche andere Analysten so. Dennoch wird das Zahlenwerk von Hugo Boss noch auf etwas längere Sicht nicht an die Rekordjahre heranreichen.

Wenn Sie etwas Mut und einen Anlagehorizont von 2 – 3 Jahren mitbringen, können Sie darauf spekulieren, dass Hugo Boss seine Probleme in den Griff bekommt und wieder auf den Wachstumspfad zurückkehren kann.

16. Januar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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