Hugo-Boss-Klamotten bleiben hängen, Aktie stürzt ab

Bei guter Börsenstimmung sind heute die Aktien von Hugo Boss geradezu abgestürzt. Der Modekonzern berichtete unerwartet schwache Quartalszahlen und gab zugleich eine Gewinnwarnung ab.

In der Spitze fielen die Papiere um über zehn Prozent. Zahlreiche Analysten setzten nach Bekanntgabe der Zahlen ihre Kursziele für den MDax-Wert herab.

Den Umsatz konnte Hugo Boss im dritten Quartal um 4 Prozent auf 744 Mio. Euro steigern – blieb damit jedoch deutlich unter den Erwartungen der Experten, die mit einem zweistelligen Zuwachs gerechnet hatten.

Schwach fiel der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn aus: er sank um 8 Prozent auf 168 Mio. Euro. Hier schlugen sich vor allem Investitionen – unter anderem in das Ladennetz – negativ nieder. Zudem führten Währungseffekte insbesondere in Brasilien und der Schweiz zu Belastungen von 16 Mio. Euro.

Jahresgewinn soll kleiner ausfallen

Der Luxusschneider reagierte auf das schwache Quartal und senkte auf das Gesamtjahr gesehen seine Wachstumsprognose für Umsatz und operativen Gewinn. Anvisiert wird jetzt jeweils ein Plus von 3 bis 5 Prozent – bisher war ein Umsatzplus im mittleren einstelligen Bereich und ein Gewinn-Plus von 5 bis 7 Prozent als Zielmarken ausgegeben worden.

Als Hauptgrund für das enttäuschende Ergebnis gibt Hugo Boss das maue China-Geschäft an. In den vergangenen Jahren hatte die gesamte Luxusbranche hervorragende Geschäfte in China gemacht.

Doch nun trifft die konjunkturelle Schwächephase im Land der Mitte mit voller Wucht auf Luxusgüteranbieter wie Hugo Boss oder auch LVMH (u.a. mit der Marke „Louis Vuitton“) und Burberry, die in den vergangenen Tagen ähnlich schwache Zahlen präsentierten.

Hugo Boss erzielt laut Analystenschätzungen rund 8 Prozent seines Umsatzes in China. In der Region Asien/Pazifik sind es etwa 15 Prozent und in Amerika 24 Prozent. Mit Abstand größter Markt für Hugo Boss ist Europa – und lediglich hier hat sich das Geschäft laut Hugo Boss im September auch weiter gut entwickelt.

Langfristig hervorragende Aussichten

Auch wenn die aktuellen Zahlen enttäuschen: langfristig stimmen die Aussichten für Hugo Boss. Der Modekonzern wird in den kommenden zwei bis drei Jahren vielleicht nicht ganz so stark wachsen wie bisher erwartet.

Aber angesichts der starken Marktpositionierung, der weiterhin robusten Konjunkturlage im Hauptmarkt Europa und des ungebrochenen Sparwillen des Vorstands ist mit einem soliden Wachstum zu rechnen.

Aus Sicht langfristig orientierter Anleger spricht für die Hugo-Boss-Aktie schließlich auch die hohe Dividendenrendite von 3,70 Prozent.

16. Oktober 2015

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Philipp Ley
Von: Philipp Ley. Über den Autor

Philipp Ley ist ausgebildeter Wirtschaftsjournalist mit Stationen u. a. bei n-tv, Financial Times Deutschland, Rheinischen Post und der Aktien-Analyse. In den vergangenen zwölf Jahren hat er zudem als Kommunikations- und Investor-Relations-Berater zahlreiche Geschäftsberichte erstellt: für kleinere aufstrebende Unternehmen ebenso wie für Börsenschwergewichte.

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