Hugo Boss: Korrigierte 2014er-Prognose erreicht

Der im baden-württembergischen Metzingen ansässige Modekonzern Hugo Boss hat seine vorläufigen Zahlen für das Geschäftsjahr 2014 veröffentlicht. Die gute Nachricht vorab: Das Unternehmen konnte die im November nach unten korrigierten Ziele zum Jahresende erreichen.

Da sich das Wachstum von Hugo Boss allerdings im 4. Quartal des vergangenen Jahres weiter verlangsamte, reagierten die Anleger zunächst enttäuscht und der Kurs der Hugo-Boss-Aktie sackte dadurch im vorbörslichen Handel des heutigen Tages spürbar ab. In der Folge konnte die Aktie dann jedoch einen Teil des ursprünglichen Tagesverlustes wieder wettmachen.

Die Hugo-Boss-Zahlen im Detail

Trotz des sich abschwächenden Geschäfts im Jahresverlauf 2014 konnte Hugo Boss im vergangenen Jahr neue Bestmarken bei Umsatz und Ergebnis erzielen. So stieg der Konzernumsatz sowohl währungsbereinigt als auch in Euro um 6% auf 2,57 Mrd. Euro.

Damit erreichte das Unternehmen das untere Ende der Prognosespanne von 6 bis 8%. Das operative Ergebnis (EBITDA) vor Sondereffekten verbesserte sich um 5 Prozent auf 591 Mio. Euro. Das bereinigte EBITDA lag damit ebenfalls am unteren Ende der prognostizierten Spanne, die bei 5 bis 7% lag.

Die bereits angedeuteten Sondereffekte beliefen sich auf insgesamt 19 Mio. Euro. Diese Sondereffekte fielen vor allem im Schlussquartal 2014 an und stehen hauptsächlich im Zusammenhang mit der vorzeitigen Vertragsauflösung mit einem Handelsagenten im Nahen Osten und mit der geplanten Konsolidierung der Produktionsstandorte des Konzerns.

Abzüglich der Sondereffekte kommt Hugo Boss auf einen Vorsteuergewinn von 437 Mio. Euro. Der Vorsteuergewinn des vergangenen Jahres liegt damit „nur“ 1% über dem Wert von 2013.

Was Anleger und Analysten nach Bekanntgabe der Vorabzahlen für 2014 jedoch am meisten störte ist die zuletzt negative Tendenz. Im Schlussquartal schwächte sich das Wachstum nochmals ab. Nach 9% Umsatzwachstum im 3. Quartal, kam der Modekonzern im 4. Quartal nur noch auf ein Wachstum von 5%.

Schwieriges Marktumfeld im Jahr 2014

Das schwierige Marktumfeld im Modehandel machte auch der Konkurrenz zu schaffen. So mussten beispielsweise auch die deutschen Wettbewerber Gerry Weber und Tom Tailor ihre Erwartungen für 2014 nach unten korrigieren.

Der Modehandel befindet sich derzeit in einer schwierigen Lage. So halten sich Kunden mit Käufen häufig zurück, herrschen doch in vielen Ländern wirtschaftlich schwierige Bedingungen.

Dazu macht sich auch der starke US-Dollar negativ bemerkbar, da die Modeunternehmen viele ihrer Rohtextilien in US-Dollar bezahlen. Das macht sich natürlich auf der Kostenseite bemerkbar.

Fazit: Gutes Ergebnis in schwierigem Umfeld

Unterm Strich hat das Unternehmen aus meiner Sicht einen guten Job gemacht und in einem schwierigen Marktumfeld ein beachtliches Ergebnis erzielt. Etwas Sorgen bereiten mir jedoch die zuletzt negative Tendenz beim Umsatz und die weiterhin andauernde Belastung von der Währungsseite.

Ich bin jedoch zuversichtlich, dass das Unternehmen Hugo Boss zumindest weiterhin eine gewisse relative Stärke zeigen und sich demzufolge besser entwickeln wird als ein Großteil der Konkurrenz.

4. Februar 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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