Hurra Deutschland: Die Politik jubelt, der Steuerzahler blutet

Wir haben Ihnen bereits aufgezeigt, dass die Bundesregierung im Gleichklang mit der Presse ihre Steuer-Mehreinnahmen geradezu bejubelt.

Kein Wunder: 1 Jahr vor den Bundestagswahlen muss klar sein, wie toll die Politik hierzulande doch eigentlich ist.

In der Tat sind das beeindruckende Zahlen, die das Bundesfinanzministerium jüngst verkündet hat:

Nahm der Bund 2005 noch 190 Mrd. € an Steuern ein, waren es 2015 schon fast 300 Mrd.

Hinzu kommen jetzt noch die aktuellen Steuer-Mehreinnahmen des 1. Halbjahres 2016 von 18,5 Mrd. €.

Kein Wunder, dass Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble sich angesichts dieses Steuersegens die Hände reibt.

Der Bürger zahlt für eine Differenz von 40%

Viele Bürger fallen in diesen Jubel mit ein, ohne dass ihnen richtig bewusst wird, dass sie es ja sind, die da um so viel mehr geschröpft wurden.

Sie wissen jetzt auch, dass die Steuern in den letzten 10 Jahren um fast 50 % erhöht wurden, währenddessen die Reallöhne durchschnittlich nicht mal um 10% stiegen.

Die Differenz von 40 % müssen selbstverständlich Sie tragen. Da bleibt bei manchem der Jubelschrei sprichwörtlich im Halse stecken.

Was geschieht mit den Steuer-Mehreinnahmen?

Zu Recht werden Sie nun fragen: Was geschieht eigentlich mit diesen Mehreinnahmen?

Ein richtiger Staatsschulden-Abbau gibt es nicht. Rücklagen für die kommende demographische Katastrophe gibt es auch nicht.

Und die Straßen und Brücken sind marode, Schulen und öffentliche Gebäude müssen dringen saniert werden, weil viele immer mehr verfallen.

Für den Staat gibt es also mehr Geld und er bedankt sich dafür mit weniger Leistungen – ein schlechter Deal für die Bürger. Um es einmal salopp zu formulieren: Wo also ist die ganze Knete?

Dafür wird das zusätzliche Geld verwendet

Die Partei Alfa hat es auf einen Nenner gebracht:

„Ein paar zusätzliche Euro benötigt der Staat für Gehalts-Erhöhungen oder für notdürftiges Flicken irgendwelcher Löcher.

Sehr viel Geld fließt in den Sozialbereich, wo es dann oft nicht mehr kontrollierbar ist bzw. absichtlich nicht überprüft wird.

Natürlich entstehen auch hohe Kosten für die Flüchtlinge – die werden aber gern verschwiegen. Die Kosten der Euro-Rettung werden auch nicht gern genannt.“

Alles verschwiegen und vertuscht. Aus diesem Grund lesen Sie ja auch gerade unsere neue Beitragsreihe, weil Sie wissen, dass wir Klartext reden.

Bundesregierung kündigt Steuersenkungen an

Und noch etwas: 1 Jahr vor der Bundestagswahl wurde von der CDU laut damit geprahlt, dass es Steuersenkungen geben soll.

Konkret kündigte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble in seiner jüngsten Haushaltsrede, einen „Spielraum von 15 Mrd. € für Steuersenkungen in der kommenden Legislatur-Periode“ an.

Außerdem soll der Kinderfreibetrag sowie das steuerfreie Existenz-Minimum erhöht werden. Mal ganz im Ernst: Glauben Sie das wirklich?

14. September 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Guido Grandt. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt