Hygiene für Ihr Depot

Medizintechnik ist ein spannendes Feld. Gute Unternehmen lösen Probleme unserer Zeit und sorgen zugleich für attraktive Renditen. Wie Sartorius. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Hygiene ist wichtig – vor allem im Krankenhaus. Wir alle müssen uns früher oder später behandeln lassen. Auch wenn viele Eingriffe heute Routine sind – Keime und Viren bleiben eine Bedrohung, wie Medienberichte immer wieder zeigen. Haben Sie sich nicht auch schon einmal über Krankenhauskeime Gedanken gemacht? Ein sinnvoller Schritt, um Keimen den Kampf anzusagen, sind Einwegprodukte.

Heutzutage werden manche Instrumente, die noch vor Jahren sterilisiert wurden, nur einmal verwendet. Das senkt das Risiko. Ein Unternehmen, das in diesem Bereich führend ist, ist Sartorius. Sartorius wurde 1870 gegründet und ist heute in den beiden Segmenten Bioprocess Solutions (Einwegprodukte für die Medikamentenherstellung) und Lab Products & Services (Laborinstrumente und -verbrauchsmaterialien) tätig. Das Unternehmen verfügt in Europa, Asien und USA über eigene Produktionsstätten.

Profiteur von US-Steuerreform

Sartorius präsentierte zufriedenstellende Zahlen für das vergangene Jahr. Ausschlaggebend für das Kursfeuerwerk war jedoch der starke Ausblick. Der Umsatz stieg im vergangenen Jahr um 8,0% auf den Rekordwert von 1,4 Mrd €. Während der Produktionsaufwand niedrig gehalten wurde, stiegen die Verwaltungskosten deutlich an. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) stagnierte dementsprechend auf Vorjahresniveau.

Auch Sartorius profitiert von der US-Steuerreform und passte latente Steuerverbindlichkeiten auf den niedrigeren Körperschaftssteuersatz an. Insgesamt wurde ein Buchwertgewinn von 16,3 Mio € erzielt, der zu dem Gewinn pro Aktie von 1,68 € nach 1,50 € im Vorjahr führte. Für Aufsehen sorgte jedoch vor allem der starke Ausblick. 2018 soll der Umsatz zwischen 9 und 12% steigen. Die operative Marge soll um einen halben Prozentpunkt auf 25,1% zulegen.

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Gleichzeitig wird das seit 2016 verfolgte Investitionsprogramm fortgesetzt. 15% des Konzernumsatzes werden zur Produktionserweiterung aufgewendet. Das Management setzt sich ambitionierte mittelfristige Ziele.

Ambitionierte Ziele können Kurse beflügeln

Bis 2025 soll der Umsatz um 160% auf 4 Mrd € steigen. Getrieben wird das Wachstum primär vom asiatischen Markt. 2017 erzielte Sartorius ein Umsatzwachstum von 32,8% auf 102,5 Mio € in China. Dennoch: Um die Zielmarke von 4 Mrd € zu erreichen, muss Sartorius das Umsatzwachstum auf jährlich 14% steigern.

Wir halten die Zielsetzung für ambitioniert, jedoch machbar. Auch glauben wir, dass die Aktie den Zielen Rechnung tragen wird und noch steigen kann. Die Dividendenrendite müssen wir vernachlässigen. 0,4 Prozent sind ein nur unwesentlicher Faktor. Bei Sartorius kommt es ausschließlich auf die Kursentwicklung an.


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.