Hypoport: Anhaltender Immobilienboom treibt Aktie auf neues Rekordhoch

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Der anhaltende Bauboom und die dynamische Kreditnachfrage beflügeln die Geschäfte bei Hypoport - und die Aktie klettert. (Foto: yuttana Contributor Studio/Shutterstock)

Die Corona-Kursdelle ist bei der Hypoport-Aktie längst ausgebügelt. Seit dem März-Tief hat sich der Kurs mehr als verdoppelt. Damit haben die Papiere gerade ein neues Rekordhoch erreicht und der Börsenwert ist inzwischen auf knapp 2,8 Milliarden Euro geklettert. Begleitet wurde die rasante Kursrally von starken Geschäftszahlen. Das anhaltende Niedrigzinsumfeld hat die Nachfrage nach Immobilien weiter befeuert. Entsprechend ging die Zahl der über die Hypoport-Plattform vermittelten Kredite durch die Decke.

Hypoport im Portrait

Die Hypoport-Gruppe mit ihren rund 1.700 Mitarbeitern ist ein Netzwerk von Technologieunternehmen für die Kredit- & Immobilien- sowie Versicherungswirtschaft. Sie gruppiert sich in vier Segmente: Kreditplattform, Privatkunden, Immobilienplattform und Versicherungsplattform.

Das Segment Kreditplattform betreibt mit dem internetbasierten B2B-Kreditmarktplatz EUROPACE die größte deutsche Plattform für Immobilienfinanzierungen, Bausparprodukte und Ratenkredite. Ein vollintegriertes System vernetzt ca. 700 Partner aus den Bereichen Banken, Versicherungen und Finanzvertriebe.

Das Segment Privatkunden vereint mit dem internetbasierten und ungebundenen Finanzvertrieb Dr. Klein Privatkunden AG und dem Verbraucherportal Vergleich.de alle Geschäftsmodelle, die sich mit der Beratung zu Immobilienfinanzierungen, Versicherungen oder Vorsorgeprodukten direkt an Verbraucher richten.

Das Segment Immobilienplattform bündelt alle immobilienbezogenen Aktivitäten der Hypoport-Gruppe außerhalb der privaten Finanzierung mit dem Ziel der Digitalisierung von Finanzierung, Verwaltung, Vermarktung und Bewertung von Immobilien. Das Segment Versicherungsplattform betreibt mit SMART INSUR eine internetbasierte B2B-Plattform zur Beratung, zum Tarifvergleich und zur Verwaltung von Versicherungspolicen.

Kreditvermittlung im Aufwind

Mit seiner Positionierung konnte der Berliner Konzern im ersten Halbjahr ordentlich punkten. Das Transaktionsvolumen auf der Kreditplattform „Europace“ erhöhte sich in den ersten sechs Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 31 % auf 41,9 Milliarden Euro. Damit stieg das Transaktionsvolumen pro Vertriebstag auf beeindruckende 336 Millionen Euro.

Alle drei Produktgruppen auf Europace (Immobiliendarlehen, Bausparverträge und Ratenkredite) zeigten beachtliche Zuwächse. In der Produktgruppe Immobiliendarlehen (80% des Transaktionsvolumens) ging es um 36% auf 33,8 Milliarden Euro nach oben. Bausparverträge (15% des Transaktionsvolumens) legten um 21% auf 6,3 Milliarden Euro zu, während Ratenkredite (5% des Transaktionsvolumens) um 3% auf 1,8 Milliarden Euro anstiegen.

Endkundengeschäft zeigt sich robust….

Auch das Endkundengeschäft konnten deutlich wachsen. Unter der Marke Dr. Klein vermittelte Hypoport an mehr als 200 deutschen Standorten ein Kreditvolumen von 4,6 Milliarden Euro. Das lag um 32% über dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum.

….und Plattformgeschäft mit Sparkassen wächst dynamisch

Im Prinzip ging es in allen Bereichen kräftig aufwärts. Das Volumen der Plattform Finmas, die das Haus mit der Sparkassen-Gesellschaft Finanz Informatik betreibt, wuchs um 39 % auf 3,8 Milliarden Euro. Bei dem für die Kreditgenossenschaften aufgelegten Portal Genopace hat sich das Volumen sogar auf 3,5 Milliarden Euro mehr als verdoppelt.

Konkrete Zahlen Anfang August – Bewertung rückt in den Fokus

Bislang veröffentlichte der Plattformbetreiber lediglich die Zahlen zum Transaktionsvolumen. Exakte Daten zur Umsatz- und Gewinnentwicklung werden den Anlegern erst am 03. August präsentiert. Dann wird es wahrscheinlich auch ein Update zur Jahresplanung geben. Bislang gehen die Berliner von einem Jahresumsatz zwischen 400 und 440 Millionen Euro aus (Wachstum bis 31%). Beim Vorsteuerergebnis rechnet Firmenboss Ronald Slabke mit einer Bandbreite von 35 bis 40 Millionen Euro nach 33 Millionen Euro im Vorjahr.

Fazit: Keine Frage – das Geschäft mit der Vermittlung von Immobilienkredite und -Dienstleistungen boomt im aktuellen Umfeld stärker denn je. Dennoch sollten Anleger die Bewertung der Aktie nicht aus den Augen verlieren. Bei einem aktuellen Börsenwert von beinahe 2,8 Milliarden Euro wird der Konzern mit dem 70-Fachen des Vorsteuergewinns bewertet, sofern das obere Ende der Prognosespanne erreicht wird. Damit steigt die Gefahr von Rückschlägen, wenn das Unternehmen den hohen Erwartungen einmal nicht gerecht werden sollte.

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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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