i-Robot: Aktie des Weltmarktführers für Saugroboter kollabiert nach schwachem Ausblick

iRobot: Kursmassaker nach schwachem Ausblick. Lesen Sie, warum sich die Anleger trotz Rekordzahlen aus der Aktie des Saugroboterspezialisten verabschieden (Foto: Cineberg / Shutterstock.com)

Die Erwartungen der Anleger in der laufenden Berichtssaison sind hoch. Das trifft besonders auf die Aktien zu, deren Kursverläufe steil nach oben zeigen. Bestes Beispiel ist iRobot, der unangefochtene Weltmarktführer für Haushaltsroboter. In den vergangenen fünf Jahren explodierten die Papiere regelrecht von knapp 20 Dollar bis auf zwischenzeitlich 107 Dollar. Der Kurs gipfelte vor einigen Monaten als der Technologiegigant Softbank zu Höchstkursen ein paar Prozent der Firma aufkaufte.

Jetzt hat der Robotik-Konzern seine Bücher geöffnet und sein Zahlenwerk präsentiert. Während die vergangenen Quartale die Erwartungen meilenweit übertrafen, sorgte der Ausblick bei den Investoren für Ernüchterung. Seit Bekanntgabe der Zahlen am Donnerstag rauschte die Aktie 35% in den Keller.

iRobot im Porträt

Die in Bedford/USA ansässige iRobot gilt als einer der Pioniere für Haushaltsroboter. Den Großteil der Umsätze (über 80%) stammen vom Saugroboter Roomba. Der Rest wird mit komplementären Produkten erwirtschaftet. Im Programm befinden sich u. a.: der Wischroboter Scooba (zum Nasswischen), der Kehrroboter Braava sowie Roboter zum Reinigen von Schwimmbädern und Abflussrinnen.

Mit einem Marktanteil von z. T. über 60% in einzelnen Märkten wie den USA ist iRobot trotz der zunehmenden Konkurrenz der unangefochtene Marktfüher.

Roboterspezialist mit beeindruckendem Jahresschlussquartal

Jetzt will ich Ihnen aber erst einmal die aktuellsten Zahlen vorstellen, denn die hatten es wirklich in sich. Immerhin kletterte der Umsatz im vierten Quartal um 53,8% auf 326,9 Millionen Dollar. Damit lag iRobot komfortabel über den Analystenschätzungen von 318,8 Millionen Dollar. Noch stärker fiel allerdings die Diskrepanz bei der Gewinnentwicklung aus. Um Sondereffekte bereinigt erzielte der Saugroboterhersteller einen Gewinn von 54 Cent je Aktie. Für Sie zum Vergleich: Die Analysten hatten lediglich 26 Cent je Anteilsschein erwartet.

33% Umsatzwachstum in 2017

Im Gesamtjahr erzielte iRobot Erlöse von 883,9 Millionen Dollar. Das entspricht einem Zuwachs von 33%. Allerdings kletterten die operativen Kosten noch deutlicher nach oben (+48,4%), was unterm Strich zu einer geringeren operativen Gewinnmarge von 7,1% führte (Vorjahr: 8,7%). Vor allem höhere Marketingaufwendungen und Preisnachlässe im wichtigen Weihnachtsgeschäft dürften hierbei belastet haben.

Wachstumsdynamik lässt nach – Anleger zeigen sich nervös

Eigentlich waren die Zahlen gar nicht mal schlecht. Auch für die Marktentwicklung malt Firmenchef Colin Angle ein positives Bild. Die Marktpenetration liegt bei Haushaltsrobotern weiterhin im einstelligen Prozentbereich. Zugleich sieht Angle Rückenwind durch die eigene Brava-Linie, ein Wischroboter für zu Hause. Immerhin zogen die Umsätze in den USA zuletzt deutlich an (+65%).

Für das laufende Jahr erwartet iRobot weiteres Wachstum: Die Umsätze sollen die Schallmauer von 1 Milliarden Dollar (1,05-1,08 Mrd. Dollar) knacken, der Gewinn auf 2,10 bis 2,35 Dollar je Aktie zulegen. Das war den Anlegern und Analysten aber zu wenig. Beim Gewinn hatten die Experten bislang mit 2,70 Dollar je Anteilsschein gerechnet.

Bis 2020 will iRobot ein Wachstum von knapp 20% erzielen und damit weniger als in den vergangenen Jahren. Allerdings soll die operative Marge bis dahin wieder knapp 10% erreichen.

Fazit:

Um es kurz zu machen. Firmenchef Angle will kräftig investieren, neue Produkte rausbringen und sich damit seine Marktposition sichern. Das macht durchaus Sinn – denn die Konkurrenz schläft nicht. Firmen wie Dyson, SharkNinja und Ecovac sind auf dem Vormarsch und wollen mit zum Teil deutlich günstigeren Produkten dem Weltmarktführer Marktanteile abluchsen. Es bleibt abzuwarten, wie gut der Platzhirsch seine Position verteidigen kann.

Nach dem massiven Kurssturz handelt die Aktie mit dem einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 25-28 (je nach Erreichen der Prognose). Damit haben die Papiere schon einiges an Luft rausgelassen. Im vergangenen Sommer zahlten die Anleger noch fast das 40-Fache der damals erwarteten Gewinne. Damit dürften die Papiere zumindest wieder in den Fokus von spekulativen Anlegern rücken.

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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