IBM-Aktie: Anleger trotz übertroffener Prognose enttäuscht

Langsam läuft die Berichts-Saison auf Hochtouren.

Mit IBM öffnete jetzt auch eines der Schwergewichte der Technologie-Branche seine Bücher für die Anleger.

Auf den 1. Blick zeigt sich wenig Besserung. Denn auch im 3. Quartal musste das Unternehmen sinkende Erlöse verkraften.

Damit sank der Umsatz das 18. Mal in Folge. Die Aktie reagierte mit einem Minus von 4,5% mit dem größten Intraday-Tagesverlust seit mehr als 3 Monaten.

Transformation dauert länger als erwartet…

Die Technologie-Ikone befindet sich gerade mitten im Umbau. Unterm Strich gingen die Erlöse um 0,3% auf 19,2 Mrd. Dollar zurück. Die Brutto-Marge fiel im 3. Quartal um 2,1% auf 48%.

Der Konzern gab in dem Zeitraum mit 5,45 Mrd. Dollar weitaus mehr für Übernahmen aus als noch 1 Jahr zuvor mit 821 Mio. Dollar. Der Netto-Gewinn fiel um 4,4% auf 2,85 Mrd. Dollar.

Unterdessen verliert das klassische Hardware-Geschäft immer mehr an Bedeutung.

Jetzt versucht sich IBM vielmehr als Anbieter von Cloud- und Analyse-Diensten sowie künstlicher Intelligenz am Markt zu positionieren.

…aber kommt langsam ins Rollen

Einen Lichtblick dürften die Anleger aber trotz des Umsatz-Rückgangs in den Zahlen entdeckt haben. Denn das Geschäft mit den Cloud- und Analyse-Geschäft zog kräftig an:

Die Erlöse dieser Sparten kletterten um 16% immerhin auf 8,0 Mrd. Dollar. Damit machen die Segmente inzwischen 40% der gesamten Konzern-Erlöse aus.

Insbesondere das Geschäft mit Speicherplatz im Internet zeigte einen kräftigen Zuwachs: Hier lag die Erlös-Steigerung bei beachtlichen 44%.

Konzern hält weiter an Jahres-Prognose fest

Trotz der schwachen Bilanz hält der IT-Dienstleister weiter an seiner Jahres-Prognose fest: Für 2016 rechnet die Konzern-Führung mit einem Gewinn je Anteilsschein von 12,23 Dollar.

Das Ergebnis beinhaltet allerdings nicht 1,27 Dollar je Aktie, die für Firmenwert-Abschreibungen und andere Übernahme-bedingte Kosten draufgehen.

Zum Quartals-Ende verfügte IBM über einen Bargeld-Bestand von 10 Mrd. Dollar.

Watson – Marketing-Gag oder zukünftiger Erfolgs-Garant?

Einen wichtigen Teil in der zukünftigen Erfolgs-Strategie soll der Super-Computer Watson spielen:

Das IBM Computer-System Watson versteht die menschliche Sprache, lernt durch Interaktion, analysiert die Daten und liefert Antworten für bessere Ergebnisse.

Zunehmend suchen Kunden nach neuen Möglichkeiten, ihre Abläufe mit Hilfe von künstlicher Intelligenz und Internet der Dinge neu zu gestalten.

IBM wird bereits im Gesundheits-Wesen (bspw. Krebs-Diagnose), im Finanz-Sektor und im Kunden-Service eingesetzt.

Gerade erst hat IBM angekündigt 200 Mio. Dollar in das neue Watson-Entwicklungs-Zentrum in München zu investieren.

Innerhalb des 1. Jahres will das Unternehmen zunächst 700 Mitarbeiter an dem Standort beschäftigen. Insgesamt sind bis zu 1000 Stellen für Entwickler, Berater, Forscher und Designer geplant.

Eine weitere Watson-Zentrale hatte IBM im Oktober 2014 bereits in New York eröffnet. Insgesamt will der Konzern rund 3 Mrd. Dollar in das Thema Internet der Dinge investieren.

Der Bedarf auf Seite der Kunden ist mit Sicherheit existent. Der Erfolg ist allerdings noch schwer abzulesen, da dies nicht aus der Berichterstattung des Konzerns hervorgeht.

Ohnehin setzt IBM damit auf Zukunftstrends, die einen entsprechend langen Vorlauf haben.

21. Oktober 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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