IBM-Aktie: Big Blue auf der Überholspur

IBM hatte nach dem Verkauf seiner PC-Sparte konsequent auf Dienstleistungen gesetzt.

Das half dem einstigen Computer-Pionier auch, gut durch die Wirtschaftskrisen der vergangenen Jahre zu kommen.

Im Fokus stehen vor allem die Firmenkunden. Mit der Sparte IBM Global Services bietet IBM zahlreiche Service-Angebote wie das Beraten, Planen, Implementieren von IT-Infrastruktur oder deren Outsourcing. Ein lukratives Geschäft. Denn immer mehr Firmen geben ihre IT-Systeme in die Hand von externen Experten.

Dadurch lassen sich Kosten sparen. Außerdem braucht man sich nicht selbst um die Funktionsfähigkeit und Sicherheit der immer komplexeren und wichtigeren Computer- und Telekommunikationssysteme zu kümmern.

IBM versprüht Optimismus

Big Blue steht wie ein Fels in der Brandung. Die im Vorfeld auszumachenden Befürchtungen von einigen Marktteilnehmern, dass die Quartalszahlen hinter den Erwartungen zurückbleiben könnten, bewahrheiteten sich nicht.

Stattdessen zeigte sich der Konzern in robuster Verfassung, hat den Gewinn im 4. Quartal stärker gesteigert als erwartet und schaut sehr zuversichtlich ins Jahr 2012. Wachstumstreiber im Schlussquartal waren das Dienstleistungs- und Softwaregeschäft.

IBM setzte zuletzt verstärkt auf komplexe Geschäftsbereiche mit höheren Margen wie Business Analystics und engagierte sich weniger im Massenmarkt, wo der Wettbewerb hauptsächlich über einen Preiskampf stattfindet.

Der Gewinn erhöhte sich um 4,4% auf 5,49 Mrd $. Auch der Umsatz legte zu und lag mit einem Plus von 1,6% bei 29,5 Mrd $.

Vor allem in den Wachstumsländern Brasilien, Russland, Indien und China konnte IBM zulegen. Während die Erlöse im Hardware-Geschäft um 8% zurückgingen, verzeichnete die Software- Sparte ein Umsatzplus von 9%.

Neue Chefin an Bord

Erstmals in der Geschichte des Konzerns steht mit Virginia Rometti seit Jahresbeginn eine Frau an der Spitze von IBM. Sie folgte auf Sam Palmisano, der Chairman des Unternehmens bleibt. Geerbt hat sie einen Geschäftsplan, der vorsieht, dass das Software-Segment zukünftig mehr als die Hälfte zum Ergebnis beitragen soll.

Bis zum Jahr 2015 will IBM darüber hinaus die Erlöse um 20 Mrd $ steigern. In gleicher Höhe sind auch Akquisitionen geplant. IBM ist zuversichtlich, seine Geschäftsmodelle erfolgreich nutzen zu können, sagte die Konzernchefin.

Zwar sind die Kunden mit ihren Ausgaben angesichts des derzeitigen Umfeldes vorsichtiger, schauen dabei aber verstärkt nach werthaltigen Investitionen in ihr Geschäft.

„Das ist der Grund, warum wir im 4. Quartal eine ziemlich gute Geschäftsentwicklung hatten“, sagte sie. Im laufenden Jahr stellt sie einen Gewinn je Aktie von mindestens 14,85 $ in Aussicht.

Fundamental rundes Bild

Neben den guten Geschäftszahlen und den erhöhten Prognosen ist IBM auch finanziell und fundamental in guter Verfassung und erfüllt 7 messbare und allgemeine Qualitätskriterien. Bei den messbaren Kriterien gefällt uns die hohe Eigenkapitalrendite.

Nachdem es noch vor Jahren gekriselt hatte, ist IBM jetzt wieder auf dem aufsteigenden Ast und hat seit 2002 die Eigenkapitalrendite auf über 78% verbessert.

Darüber hinaus hat IBM seit 1993 kein einziges Verlustjahr gehabt und immer positiven Cashflow generiert. Big Blue hat zwar einen hohen Bekanntheitsgrad, verfügt aber dennoch nur über eine bedingt monopolartige Stellung.

Im Bereich Server Hardware gibt es namhafte Mitbewerber wie Dell, Hewlett-Packard, Cisco und NCR Corp.

Buffett wird IBM-Fan

In den vergangenen Jahren ist der Netto-Cashflow konstant gewachsen und wir erwarten in dieser Hinsicht keine negativen Überraschungen.

Nach unseren Berechnungen liegt der faire Wert bei 255 $, was einer Sicherheitsmarge von 42% entspricht. Die jährliche Kursrendite beträgt 16%. Zusammen mit der Dividendenrendite erwarten wir eine Gesamtrendite bis zu 18% jährlich.

Um Technologieaktien hat Warren Buffett lange einen Bogen gemacht. Damit ist jetzt Schluss. Denn Buffett hatte mal wieder einen guten Riecher, als er im November 2011 für mehr als 10 Mrd $ bei IBM eingestiegen ist. Wer ein solides Investment im IT-Sektor sucht, sollte es dem Orakel von Omaha gleichtun und in „Big Blue“ investieren.

1. März 2012

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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