IBM-Aktie: Quartalszahlen sorgen für Befreiungsschlag

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Warum die Aktie des Technologie-Riesen IBM trotz rückläufiger Geschäfte nach oben schießt, verraten wir Ihnen in diesem Artikel im Detail: (Foto: Julius Kielaitis / shutterstock.com)

Die IBM-Anleger hatten in den vergangenen Jahren wahrlich nicht viel zu lachen.

Während der Technologie-Index Nasdaq von einem Hoch zum anderen eilte mussten die Aktionäre des Technologie-Riesen zusehen, wie die IBM-Papiere vergeblich das Gaspedal suchten.

Der Vergleich ist beeindruckend: Während die Nasdaq in den zurückliegenden 5 Jahren um 115% an Wert gewann, liegen die IBM-Papiere immer noch gut 18% im Minus.

Daran kann auch der 10%ige Kurssprung nach den jüngsten Quartalszahlen nichts ändern.

Negativtrend weiter intakt, aber mit verminderter Geschwindigkeit

Soviel vorab: Der Negativtrend bei IBM konnte auch im letzten Quartal nicht gestoppt werden.

Die Erlöse sanken um 0,4% auf 19,4 Mrd. Dollar. Damit schrumpfen die Erlöse nunmehr seit 5,5 Jahren in Folge.

Ein ähnlich schwaches Bild zeigte sich beim Gewinn, der zuletzt um 4% auf 2,7 Mrd. Dollar zurückging. Pro Aktie blieben 3,30 Dollar an Gewinn hängen.

Doch mit dem Ergebnis im 3. Quartal konnten zumindest die Erwartungen der Analysten übertroffen werden.

Diese waren im Vorfeld von 500 Mio. Dollar weniger Umsatz und einem Gewinn von 3,28 Dollar je Anteilsschein ausgegangen.

Cloud-Geschäft, Cyber-Sicherheit und Daten-Analyse machen Hoffnung

Die Situation bei IBM ist wie folgt:

Seit Jahren bemüht sich der Konzern, seine anhaltende Schwäche im Computer-Kerngeschäft mit modernen IT-Dienstleistungen zu stoppen, als da wären:

  • künstliche Intelligenz,
  • Sicherheits-Software
  • und die sogenannten Cloud-Services.

Mittlerweile beginnen sich die Bemühungen langsam auszuzahlen; alleine das Cloud-Geschäft zeigte im 3. Quartal einen Umsatzsprung von 20% auf 4,1 Mrd. Dollar.

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Im Gegensatz zu traditionellen Software-Anwendungen setzt IBM nun vor allem verstärkt auf das Geschäft mit der sogenannten Datenwolke (Cloud-Computing).

In diesem sind aber auch Rivalen wie Oracle, SAP, Amazon und Microsoft Druck aktiv. Die Anwendungen laufen auf Servern, die fernab vom Kunden stehen.

Noch stärkere Zuwächse (Umsatz-Plus von 49%) erzielte IBM im Geschäft mit Sicherheits-Lösungen.

Allerdings ist die Bedeutung mit einem Quartals-Umsatz von zuletzt 700 Mio. Dollar noch sehr gering.

Ausblick wird nach oben geschraubt

Das starke Kurs-Plus war zu einem Großteil auch dem Stimmungs-Umschwung in der Aktie geschuldet.

Nach der ausgesprochen langen Durststrecke waren die Erwartungen der Anleger ziemlich gering.

Vor dem Hintergrund der hohen Dividendenrendite von 4% dürfte v. a. auch der angehobene Ausblick für Freude gesorgt haben.

Für das Gesamtjahr erwartet IBM einen Gewinn je Aktie von 13,80 Dollar.

Damit übertrifft das Unternehmen auch hier die Erwartungen der Analysten, die bislang mit 13,75 Dollar gerechnet haben.

Analysten zeigen sich noch skeptisch

Auf Basis der Firmenschätzung ergibt sich trotz des jüngsten Kurssprungs ein ausgesprochen moderates Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von gerade einmal 11.

Für Sie zum Vergleich: Die Konzerne des Nasdaq-Index handeln im Schnitt mit einem KGV von 25. Dennoch sind die meisten Analysten noch zurückhaltend.

Der Großteil der Experten rät nur zum Halten der Aktie. Das Kursziel liegt mit 160 Dollar in etwa auf dem Niveau des aktuellen Aktienkurses.

Offenbar trauen die Analysten der Trendwende noch nicht und warten erst die weitere Entwicklung in den nächsten Quartalen ab.


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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.