IBM-Aktie: Technologie-Ikone weiter auf Schrumpfkurs

Seit nunmehr fünf Jahren kämpft der IT-Riese IBM jetzt schon mit schwachen Erlösen. Nach Vorlage der jüngsten Quartalszahlen eines steht fest:

Ein Ende der Abwärts-Spirale ist (noch) nicht in Sicht. Der US-Konzern musste im vergangenen Quartal den 20. Umsatz-Rückgang  in Folge verkraften.

Kein Wunder also, dass die Anleger verschnupft reagierten und die Papiere in den Keller schickten.

Nach einem Tagesminus von 5% liegt die Kurs-Entwicklung auf 5-Jahres-Sicht bei satten -19%. Damit liegen die Papiere weit abgeschlagen hinter dem breiten US-Markt.

Für Sie zum Vergleich: Im gleichen Zeitraum hat der marktbreite S&P 500 Index um 70% an Wert zulegen können.

Warum kann IBM den Schrumpfkurs nicht stoppen? Gibt es einen Silberstreif am Horizont? Was reizt Großinvestoren an der Aktie?

Erodierendes Traditions-Geschäft

Es ist schon lange kein Geheimnis mehr:

Der IT-Riese IBM leidet unter der Schwäche in seinem angestammten Hardware-Geschäft, das zunehmend an Bedeutung verliert und durch neue Geschäftsbereiche ersetzt werden muss.

Firmenchef Ginni Rometty setzt auf einen tiefgreifenden Konzern-Umbau. Zum einen werden Kosten über denb rigiden Abbau von Mitarbeitern eingespart und unrentable Geschäfte veräußert.

Zum anderen setzt der Konzern neben Sicherheits-Software und Daten-Analyse vor allem auf das Geschäft mit der sogenannten Datenwolke (Cloud).

Das Unternehmen folgt damit dem Trend weg von klassischer Software hin zu Anwendungen, die auf Servern fernab vom Kunden laufen.

Umsatz-Rückgang setzt sich ungebremst fort

Die schwache Umsatz-Entwicklung und Gewinn-Einbruch treiben Anlegern Sorgenfalten auf die Stirn; die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache:

Im Startquartal bröckelten die Umsätze weiter um 2,8% auf 18,16 Mrd. Dollar, womit der Konzern deutlich an den Erwartungen der Analysten vorbeischrammte.

Unterm Strich fiel der Nettogewinn um 5,5% auf 1,75 Mrd. Dollar.

Viel spannender als der Blick auf die kumulierten Ergebnisse, ist aber die Analyse der einzelnen Geschäftsbereiche:

Auf der Negativ-Seite steht das Geschäft mit Großrechnern und System-Software, wo IBM sich schon länger kein Wachstum mehr verspricht; hier schmolzen die Umsätze um satte 17% zusammen.

Aber auch die Technologie-Sparte zeigte sich mit dem 1. Minus seit 3 Quartalen ungewohnt schwach. In absoluten Zahlen bedeutet das ein Umsatz-Minus von 2,5% auf 8,2 Mrd. Dollar.

Eigentlich sollte IBM mit diesem Segment ordentliche Zuwächse zeigen können, aber offenbar konnten einige bedeutende Vertragsverlängerungen mit Großkunden nicht umgesetzt werden.

Cloud-Geschäft noch zu klein

Da konnte auch das hohe Wachstum im Cloud-Geschäft die Ergebnisse nicht mehr rausreißen.

Dennoch ist Folgendes erfreulich: Der Umsatz mit Cloud-Diensten, bei denen Anwendungen auf Servern im Internet ausgelagert werden, kletterte im 1. Quartal um 33% auf 3,5 Mrd. Dollar.

Warren Buffett zeigt sich geduldig

Dass sich auch Star-Investoren wie die Investment-Legende Warren Buffett mit dem Timing beim Aktienkauf nicht immer leicht tun, können Sie an der IBM-Aktie sehr gut beobachten.

Immerhin zählt der zweitreichste Mann der Welt bereits seit dem 2. Quartal 2011 zu den Aktionären des Technologie-Konzerns. Zu Kursen von damals 167 Dollar kaufte Buffett immerhin 24,85 Mio. IBM-Papiere.

Doch der erwartete Kurs-Aufschwung blieb aus; vielmehr pendelt der Kurs seit Jahren mehr oder weniger um die Null-Linie herum.

Dass Buffett aber weiterhin überzeugt ist, sehen Sie an der Entwicklung seines Aktienbestands:

Obwohl der Konzern-Umbau deutlich länger dauert als ursprünglich geplant und Erfolge noch auf sich warten lassen, hat der Star-Investor seine Position um 230% ausgebaut.

Mittlerweile hält Buffett 81,23 Mio. Aktien und IBM ist die viertgrößte Beteiligung in seinem milliardenschweren Portfolio.

Dividenden und Aktienrückkäufe halten Investoren bei der Stange

Bis sich die Früchte der Transformation ernten lassen, versucht IBM seine Anleger mit Ausschüttungen und Aktienrückkäufen bei der Stange zu halten.

Alleine im abgelaufenen Quartal wurden für 1,3 Mrd. Dollar Aktien zurückgekauft, weitere 3,8 Mrd. Dollar stehen dafür noch zur Verfügung.

Auch bei der Dividende zeigt sich der Technologie-Riese spendierfreudig: Seit 2009 wurde die Dividende jedes Jahr erhöht – zuletzt lag die Quartals-Dividende bei 1,40 Dollar je Aktie.

Damit ergibt sich eine jährliche Dividendenrendite von 3,27%. Dies mag für den Augenblick reichen. Auf lange Sicht wollen jedoch auch die geduldigsten Anleger den operativen Erfolg sehen.

Ohne diesen wird sich kaum ein nachhaltiger Aufwärtstrend bei der Aktie ausbilden.

21. April 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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