IBM Aktie: Wird das Umsatzplus bestätigt?

Die IBM Aktie ist zuletzt wieder deutlich gefallen. Anleger bekommen vor der anstehenden Q2-Bilanz offenbar kalte Füße. (Foto: r.classen / Shutterstock.com)

Für IBM und seine Anleger könnte sich der 18. Juli zum Schicksalstag entwickeln. An diesem Tag wird das US-Unternehmen seine Bilanz für das abgelaufene zweite Quartal vorlegen – und dabei ganz besonders unter Beobachtung stehen.

Denn es steht die Frage im Raum, ob die IT-Firma der ersten Stunde den Sprung in die Gegenwart schafft und sich behaupten kann im Umfeld von Cloud, Künstlicher Intelligenz und Co. Diese Themenfelder dominieren die technische Entwicklung im IT-Sektor. Hier erfolgreich zu sein entscheidet über Wohl und Wehe in der Zukunft.

IBM Aktie vor Q2-Bilanz auf Talfahrt

Dementsprechend hohe Erwartungen sind mit der Q2-Bilanz verknüpft, die IBM am 18. Juli vorlegen wird. Gelingt es, erneut ein Umsatzwachstum auszuweisen, könnte sich das als wichtiger Impulsgeber für die IBM Aktie erweisen, die zuletzt nach rasanter Berg-und-Tal-Fahrt wieder unter Beschuss geraten war. Zum Wochenauftakt kostete das Papier rund 10 Prozent weniger als noch vor einem Jahr und wurde für rund 120 Euro beziehungsweise 142 Dollar gehandelt.

Mit dem Schlussquartal 2017 war es dem Unternehmen gelungen, eine sechsjährige Umsatzflaute zu durchbrechen und endlich wieder Wachstum zu generieren. Als wesentlicher Wachstumstreiber erwies sich dabei das Cloudgeschäft, während der Serverbereich weiter unter Druck bleibt.

Doch nicht nur in Sachen Cloud hat IBM zuletzt massiv investiert, auch die Schlagworte Künstliche Intelligenz oder Blockchain spielen eine immer größere Rolle für das Unternehmen – und für seine Kunden.

Wall Street – Wer wirft das Handtuch?

Wall Street – Wer wirft das Handtuch?Wie gewohnt zunächst der Rückblick auf die Schlusskurse von Freitag. Der Dow-Jones-Index ging mit einem Zuwachs von 0,4 Prozent bei 15.615 Punkten aus dem Handel. Der S&P-500-Index ging mit einem… › mehr lesen

IBM profitiert von langfristiger Kundenbindung

Diese setzen zum Teil bereits seit Jahrzehnten auf Technologien aus dem Hause IBM und bleiben dem Anbieter nun auch bei der Umstellung auf neue Bereiche treu. Gerade erst konnte das Unternehmen mehrere langjährige lukrative Aufträge an Land ziehen, unter anderem von der australischen Regierung.

Ist es IBM bereits im zweiten Quartal gelungen, den Schwung aus dem Winter zu nutzen und das zaghafte Umsatzplus weiter auszubauen, könnte das der Aktie zu neuem Auftrieb verhelfen. Wird das Ziel jedoch verfehlt, könnte dies genau den gegenteiligen Effekt haben.

Fest steht, dass sich IBM noch relativ am Anfang eines tiefgreifenden und langwierigen Wandlungsprozesses befindet, bei dem sich das Unternehmen neu aufstellen muss. Hier wird bereits kräftig investiert. Denkbar ist jedoch, dass es noch eine Weile braucht, um zu reifen, bis die Früchte geerntet werden können.

Anleger und Analysten zeigten sich gegenüber IBM und seiner Aktie zuletzt eher verhalten. So recht scheint bislang kaum jemand an die Trendwende zu glauben. Für langfristig orientierte Anleger könnte sich daher eine Kaufgelegenheit ergeben angesichts der vergleichsweise günstigen Bewertung – vorausgesetzt, die Quartalsbilanz fällt nicht allzu enttäuschend aus. Mit kurzfristigen Wundern sollte dagegen vorerst nicht unbedingt gerechnet werden.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.